Polizeistatistik
2020 gab es im Kanton Zug so wenige Straftaten wie noch nie

Die Zuger Polizei verzeichnete im vergangenen Jahr so wenige Delikte wie noch nie seit der Einführung der Kriminalstatistik. Zugenommen haben allerdings Straftaten gegen Leib und Leben, Cyber- und Jugendkriminalität.

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(dvm) Im Kriminalbereich sank die Gesamtzahl der erfassten Straftaten (5'071) im Vergleich zum Vorjahr um 305 Delikte und befindet sich damit auf dem tiefsten Stand seit der Einführung der Statistik im Jahr 2009, wie die Zuger Strafverfolgungsbehörden mitteilen. Insgesamt würden die Zahlen für den Kanton Zug «erneut eine gute Sicherheits-, Kriminalitäts- und Verkehrslage» ausweisen. Pro tausend Einwohner haben sich im vergangenen Jahr 30 Straftaten ereignet. Damit liegt Zug deutlich unter dem schweizerischen Durchschnitt, der bei 49 Straftaten je tausend Einwohner liegt.

Bei den Delikten gegen Leib und Leben wurde allerdings eine deutliche Zunahme verzeichnet: 2020 waren es 396 Taten, 83 mehr als im Vorjahr. Fast alle diese Fälle konnten aber gelöst werden. Mit 95 Prozent erreichte die Zuger Polizei bei den Straftaten gegen Leib und Leben eine hohe Aufklärungsquote. Schweizweit liegt dieser Wert bei 88 Prozent.

Insgesamt klärte die Zuger Polizei 48 Prozent aller begangenen Straftaten auf. Auch diese Quote liegt über dem gesamtschweizerischen Wert von 41 Prozent.

Jugendkriminalität wieder auf Niveau vor 2019

Die Anzahl Delikte bei den Einbruchdiebstählen sinkt weiter. Im Jahr 2020 wurden 226 Einbrüche verübt (2019: 286), wovon 105 Delikte im öffentlichen Bereich registriert wurden und 121 Delikte im privaten Bereich. Gründe für die tiefen Zahlen liegen gemäss der Zuger Polizei unter anderem im coronabedingten Lockdown im Frühling und den damit verbundenen Grenzschliessungen.

Die durch Jugendliche begangenen Straftaten haben um über 19 Prozent zugenommen, nachdem dieser Wert 2019 gesunken ist. Deutlich zugenommen haben bei den Jugendlichen Delikte gegen Leib und Leben: 2020 waren es 102, im Vorjahr nur 30. Abgenommen haben dafür die registrierten Delikte gegen das Betäubungsmittelgesetz. Die Zahlen der Jugendkriminalität liegen damit insgesamt im Bereich der Jahre 2017/18.

Im Bereich der Cyberkriminalität wurde erneut eine Zunahme registriert. Betrüger versuchen immer häufiger online oder per Telekommunikation an das Vermögen eines anderen zu gelangen. Auch hat die Zuger Polizei im vergangenen Jahr viele Meldungen erhalten, dass Telefonanrufe von falschen Polizisten getätigt wurden. Insgesamt wurden 311 Straftaten bei der Cyberkriminalität verzeichnet. Dies sind 17 mehr als im Vorjahr.

Erneut weniger Verkehrsunfälle

2020 sank die Anzahl Strassenunfälle im Kanton Zug erneut. Es ereigneten sich insgesamt 696 Verkehrsunfälle. Dieser Wert liegt unter dem Durchschnitt der letzten Jahre. Zwei Personen sind bei Verkehrsunfällen gestorben, vier wurden lebensbedrohlich verletzt. Die Zahl der erheblich verletzten Personen beträgt 63, 177 wurden leicht verletzt.

Auf Autobahnen und Hauptstrassen haben sich in etwa gleich viele Verkehrsunfälle mit Verletzten ereignet wie im Vorjahr. Zugenommen haben diese auf Nebenstrassen. Von den insgesamt 696 Unfällen bilden die Schleuder- oder Selbstunfälle (271) die grösste Kategorie, gefolgt von Ab-/Einbiegeunfällen (114) und Parkierunfällen (110).

Bald kommt die digitale Busse

Bis im Spätsommer 2021 will die Zuger Polizei die elektronische Ordnungsbusse einführen. Sie habe den Vorteil, dass alle notwendigen Informationen online registriert seien und diese jederzeit über einen QR-Code abgerufen werden könnten.

Weiter soll die Prävention gestärkt und ausgebaut werden, «um noch gezielter auf aktuelle Phänomene reagieren zu können». Dazu wird laut der Zuger Polizei ein eigener Fachbereich geschaffen, der zukünftig die ganze Präventionsarbeit nach einer einheitlichen Strategie umsetzten soll.

Mehr Informationen: Die Broschüre der polizeiliche Statistik