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Zuger Polizeiverband fordert mehr Personal

Die Zuger Polizei gab kürzlich bekannt, dass man in Zukunft mehr Spezialisten benötigt. Auch der Verband der Zuger Polizei bekräftigt, dass man personell an seine Grenzen stosse. Er will sich nun politisch für mehr Mitarbeiter starkmachen.
Laura Sibold

Bis anhin habe man als Verband nie an die Öffentlichkeit treten müssen, nun sei das anders, heisst es in einem Schreiben des Verbandes Zuger Polizei, welches auf www.verbandzugerpolizei.ch aufgeschaltet ist. «Wir Vorstandsmitglieder halten den Zustand in der Zuger Polizei für nicht weiter tragbar, da wir für zukünftige Aufgaben zu wenig gut aufgestellt sind.» Bezug nimmt der Verband dabei auf die kantonale Sparpolitik der vergangenen Jahre, die auch vor der Polizei nicht haltgemacht hat.

So wurden zwischen 2016 und 2018 insgesamt 14 Stellen abgebaut, womit der Personalbestand von 250 auf 236 Personen sank. «Während die Bevölkerung stetig wächst, sinkt unser Personalbestand. Das hat zu einer Mehrbelastung aller Mitarbeiter geführt, was einfach nicht sein darf», ist Verbandspräsident Pirmin Andermatt überzeugt. Aus diesem Grund fordert der Verband der Zuger Polizei, dass der Regierungsrat bis 1. Januar 2021 die Grundlage für eine Polizeidichte von einem Polizisten auf 450 Einwohner schafft. Laut Andermatt soll bald ein entsprechendes Postulat beim Kantonsrat eingereicht werden. Seine Forderung präsentierte der Verband bereits Mitte März an der Generalversammlung sowie Anfang März an einem Kantonsrats-Apéro.

Zunahme der Einsätze in kommenden Jahren

Zurzeit kommen im Kanton Zug auf einen Polizisten 527 Einwohner. Schweizweit sind es im Durchschnitt 454 Einwohner auf einen Polizisten, womit die Polizeidichte national zurzeit 16 Prozent höher ist als im Kanton Zug. «Wir wollen also keinen Polizeistaat, sondern die Polizeidichte im Kanton Zug lediglich an den nationalen Durchschnitt anpassen», erklärt Pirmin Andermatt. Noch vor vier Jahren kamen auf einen Polizisten 469 Einwohner und man war dem schweizweiten Durchschnitt nahe – heute zeigt der Personalbestand aufgrund des Stellenabbaus ein anderes Bild. Mit der Personalanpassung will der Verband der Zuger Polizei bessere Arbeitsbedingungen für Polizisten sowie eine dem Bevölkerungswachstum angepasste Vergrösserung des Korps schaffen. Das Bundesamt für Statistik rechnet für das Jahr 2045 mit rund 150 000 Einwohnern im Kanton Zug. Für die Zukunft müsse man daher mit einer Zunahme der Polizeieinsätze rechnen, da es dort, wo sich mehr Menschen aufhalten, auch zu mehr Straftaten und Verkehrsunfällen komme, schreibt der Verband. Zudem nehme die Arbeit mit neuen und zeitintensiven Bereichen wie Cyber- sowie Wirtschaftskriminalität stetig zu. «Mit den jetzt schon personell am Anschlag laufenden Diensten werden wir in Zukunft unweigerlich an unsere Grenzen stossen. So werden nicht mehr alle Aufgaben mit der notwendigen Sorgfalt erfüllt werden können», heisst es im Schreiben weiter.

Drohender Abbau der Leistungen

Der Verband der Zuger Polizei setzt eine Frist bis 2021, weil die Ausbildung neuer Polizisten zeitintensiv sei. Sollten die Personalforderungen bis dann jedoch nicht erfüllt werden können, sei mit einer drastischen Reduzierung der Leistungen zu rechnen. Ins Auge gefasst werden unter anderem eine Reduzierung der Leistungsvereinbarung sowie die Anpassung der Ausrückzeiten bei nichtdringlichen Einsätzen. «Zudem hätte die Polizei bei weiterhin steigendem Bevölkerungswachstum und gleichbleibendem Personalbestand in Zukunft wohl keine Zeit mehr, als Freund und Helfer im Alltag präsent zu sein», bedauert Pirmin Andermatt.

Auch Thomas Armbruster, Kommandant der Zuger Polizei, bestätigte an der Medienkonferenz zur Polizeistatistik 2018 am 28. März, dass man in Zukunft mehr Spezialisten brauche – vor allem im Cyberbereich, beim Gewaltschutz sowie beispielsweise auch bei Ermittlungen im Bereich des Umweltschutzes (Ausgabe vom 29. März). Man wolle sich allerdings nicht auf konkrete Zahlen festlegen, sagte er gegenüber unserer Zeitung. «Wichtig ist, dass wir unser Personal dort aufstocken können, wo es einen konkreten Bedarf gibt.»

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