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Unternehmer Andreas Hostettler will in die Zuger Kantonsregierung

Andreas Hostettler (50) kandidiert für den Zuger Regierungsrat. Er ist im Sommer zu Fuss und im Winter auf Skiern unterwegs – wenn es ihm die Zeit erlaubt. Für das neue Jahr steht eine Veränderung an.
Andrea Muff
In seiner Freizeit wandert Andreas Hostettler gern. (Bild: Pius Amrein (Engelberg, 3. Juli 2018))

In seiner Freizeit wandert Andreas Hostettler gern. (Bild: Pius Amrein (Engelberg, 3. Juli 2018))

Die kleinen Steine auf dem Weg knirschen unter den Wanderschuhen, ansonsten herrscht eine befreiende Ruhe, die Sonne versteckt sich noch ein wenig hinter den Wolken: «Es ist fast wie ein Kraftort für mich», sagt Andreas Hostettler und fügt lachend hinzu: «Obwohl ich überhaupt nicht esoterisch bin.» Um ihn herum sind der immer noch schneeweisse Titlis, der blau leuchtende Trübsee und die grünen Hänge beim Jochpass.

Der 50-jährige Regierungsratskandidat der Zuger FDP kommt nach Engelberg, um seine Ruhe zu finden, wichtige Entscheidungen zu treffen und seine Ziele neu zu ordnen, wie er es nennt. Seine Philosophie: «Ich arbeite mit Zielen und schaue vom Ziel her, wie ich dorthin komme», so der zweifache Familienvater. Für ihn sei nicht der Weg das Ziel, obwohl dieser auch wichtig sei, aber er überlege sich von Anfang an, wie er sein Ziel erreichen könne – ohne viele Fehler zu begehen. «Das Leben ist zu kurz, um Fehler zu machen, die bereits andere gemacht haben. Daraus kann ich lernen, die Fehler selber nicht mehr zu machen», versucht Andreas Hostettler zu erklären. Dafür nimmt er gerne seine Hände zu Hilfe, die aufzeigen, wie engagiert und wichtig ihm das Thema ist.

Zur Person

Name: Andreas Hostettler
Partei: FDP
Wohnort: Baar
Jahrgang: 1968
Zivilstand: verheiratet, zwei Kinder
Beruf: Unternehmer
Hobbys: Skifahren, Wandern, Berge, Lesen, Joggen
Ämter: Präsident FDP Kanton Zug, Mitglied in der Hochbau-, der Konkordats- und der Justizprüfungskommission (als Kantonsrat), Bürgerrat Bürgergemeinde Baar

Sein liebstes Hobby ist Skifahren

Sobald es zu seiner Lieblingsfreizeitbeschäftigung kommt, kann Andreas Hostettler sich schwer halten: Er liebt es, im Winter Ski zu fahren. Sein idealer Tag: «Dann ist hier alles weiss, drei bis vier Grad kalt, keine Leute, sonniges Wetter, frisch gepistet und man ist Erster, der neue Spuren ziehen darf.» Seine Augen leuchten und zur Untermalung seiner Worte küsst Hostettler die aneinandergereihten Fingerspitzen: «Zum Glück kommt der nächste Schnee schon bald wieder!»

Heute ist der Baarer aber mit Rucksack und Wanderschuhen unterwegs. «Ich muss zugeben, zum Wandern bin ich erst vor zirka sechs Jahren gekommen», verrät Hostettler. Im Kanton Zug geht er für kurze Wanderungen in die Gegend um Menzingen oder ins Ägerital, auch entlang der Lorze oder Reuss spaziert er gerne. Seit Dezember 2004 hat die Familie Hostettler-Huber eine Ferienwohnung in Engelberg. «Das Skifahren verbindet uns», erzählt er.

In die Ferienwohnung hatte er sich auch zurückgezogen, als die Frage nach einer Kandidatur für den Regierungsrat aufkam. «Ich musste meine Ziele neu ordnen», erklärt der FDP-Politiker. Denn eigentlich wollte er sich für den Baarer Gemeinderat aufstellen lassen, doch dies hatte nicht geklappt. Über vier Jahre sei die lokale Exekutive sein Ziel gewesen. «Das Ziel, für den Regierungsrat zu kandidieren, war ein bisschen ‹over the top›», sagt Hostettler lachend. Ein bisschen zu weit oben. Doch der Zeitpunkt sei reif. «Ich bin jetzt 50 Jahre alt, meine besten Jahre habe ich noch vor mir.» Denn wenn eine Türe zugehe, öffne sich eine andere, so sehe er das. «Es ist ein Privileg, dass ich nun die Möglichkeit bekomme, mich neu zu orientieren.» Aus seinen Fehlern habe er gelernt und damit seine Persönlichkeit gefestigt. Doch nicht nur das Alter passe, auch die Familie sei bereit: Die Kinder – die Tochter ist 18 Jahre alt, wird in einem Jahr die Matura abschliessen und sein Sohn ist 22 Jahre alt, studiert Theaterwissenschaften und Informatik – sind selbstständig und wohl schon bald aus dem Haus. «Und meine Frau konnte sich mit einer Kandidatur recht schnell anfreunden.»

Im «Schaukasten» zu stehen, ist nicht neu für ihn

Der Familienvater würde als Unternehmer in die kantonale Exekutive einziehen, betont er. «Ich bin kein Theoretiker, habe nicht studiert. Aber ich packe an und will etwas bewegen.» Er stehe für pragmatische Lösungen, einen schlanken Staat und Gesetze nur dort, wo sie auch nötig seien. Seine Stärken seien nicht die lauten, schrillen Töne: «Meine beste Erfahrung habe ich gemacht, indem ich den Menschen einfach zuhöre und versuche, einen Konsens zu finden.» Auch sei ihm die Freiheit der Unternehmer sehr wichtig, erklärt er. Und genau diese Freiheit ist es auch, wovor er den grössten Respekt hat. «In der Regierung habe ich weniger Entscheidungs- oder Gestaltungsfreiheiten. Es gibt gesetzliche Rahmenbedingungen und verschiedene Interessen. In meinen Firmen kann ich alleine entscheiden und trage dafür auch die Konsequenzen alleine, das bin ich mir gewohnt», gibt Hostettler zu. Auch im Schaukasten zu stehen, sei für ihn nichts Neues, aber «normalerweise vertrete ich mein Unternehmen, jetzt repräsentiere ich mich selber im Wahlkampf. Das ist schon ein komisches Gefühl.»

Andreas Hostettler ist in Tokio geboren und kam mit 13 Jahren in die Schweiz. Seit 1992 wohnt er im Kanton Zug. Seit über 25 Jahren ist er in Baar und inzwischen stolzer Baarer Bürger, wie er sagt. Bis anhin hat der gelernte Stromer viel erreicht: Er besitzt einige Firmen, sitzt in deren Verwaltungsräten, präsidiert die kantonale FDP und vertritt Baar im Kantonsrat. Doch nun stehe er an einem Wendepunkt. «Ab dem neuen Jahr werde ich so oder so einen neuen Job haben», erklärt der Unternehmer schmunzelnd. Denn seine Beteiligungen und Aktienmehrheiten wird er an die aktuellen Geschäftsführer übergeben und verkaufen. Das Ziel steht fest: Er möchte in den Zuger Regierungsrat.

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