Positive Osterbilanz: Die Zuger Bevölkerung hielt sich an die Regeln

Das schöne Wetter am langen Wochenende lockte viele Menschen nach draussen, die Vorgaben des Bundes wurden aber befolgt.

Andrea Muff
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Das Zugerseeufer blieb auch am Osterwochenende oft unbesucht.

Das Zugerseeufer blieb auch am Osterwochenende oft unbesucht.

Bild: Zuger Polizei

Strahlender Sonnenschein, ein fast wolkenloser Himmel und angenehm warme Temperaturen lockten am zurückliegenden Osterwochenende viele Zuger nach draussen. Die Zuger Polizei zieht eine positive Bilanz und hält fest, dass es an einzelnen Nachmittagen zwar «beachtliche Personenaufkommen» gegeben habe, jedoch hätten diejenigen, die unterwegs waren, die Abstandsregeln gut eingehalten.

Im Gespräch auf die Bestimmungen aufmerksam gemacht

Vom Donnerstagabend bis zum Ostermontag sind laut Mitteilung der Strafverfolgungsbehörden bei der Zuger Polizei zahlreiche Meldungen im Zusammenhang mit den von Bund und Kanton erlassenen Weisungen zum Schutz vor dem Coronavirus eingegangen. Dabei sei es hauptsächlich um das angebliche Nichteinhalten der Abstandsregeln oder die Höchstzahl von anwesenden Personen gegangen. Jedoch hätten sich bei der Überprüfung durch die Polizei die Gruppierungen meist bereits wieder aufgelöst. In den meisten Fällen konnten die Polizistinnen und Polizisten in einem persönlichen Gespräch auf die Bestimmungen aufmerksam machen.

Zudem seien mehr Patrouillen im ganzen Kantonsgebiet unterwegs gewesen, welche vereinzelt Ordnungsbussen aussprechen mussten. So etwa wurde am Samstagmorgen in der Gemeinde Baar ein Coiffeur verzeigt, weil er trotz klarer Vorgaben einem Kunden die Haare gegen Bezahlung geschnitten habe, heisst es weiter in der Mitteilung. Der 47-jährige Betreiber muss sich nun vor der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug verantworten.

Da das Wetter auch zu mehr Aktivitäten auf dem Zugersee lockte, führte die Seepolizei mehr Kontrollen durch. Diese verliefen sehr positiv und die geltenden Bestimmungen wurden eingehalten. Auch auf dem Biketrail am Zugerberg war die Polizei präsent. Die Biker hielten sich laut Mitteilung an die Vorgaben und es kam zu keinen nennenswerten Zwischenfällen.

Auch der Gesundheitsdirektor ist zufrieden

Dass sich die Zuger Bevölkerung grösstenteils an die Vorgaben hielte, freut auch Gesundheitsdirektor Martin Pfister. «Auch ich persönlich habe den Eindruck, dass sich die Zugerinnen und Zuger zum allergrössten Teil vorbildlich verhalten haben. Für dieses solidarische Verhalten in dieser schwierigen Zeit möchte ich mich herzlich bedanken.» Er selbst habe die Zeit genutzt, um mit der Familie über Ostern auszuspannen und den neuen Roman von T.C. Boyle zu lesen.

88 Infizierte sind genesen

Martin Pfister verweist weiter darauf, dass die Kurve der positiv getesteten in den letzten Tagen abgeflacht sei. «Wenn man die Genesenen abzählt, gibt es aktuell 83 positiv getestete kranke Personen im Kanton Zug», fasst er zusammen. Stand Montag gibt es demnach 171 positiv getestete Fälle, 88 genesene und 5 verstorbene Patienten. «Momentan sind 13 Personen hospitalisiert, wovon 9 Personen Intensivpflege benötigen», gibt der Gesundheitsdirektor weiter Auskunft.

Wie viele Personen im Kanton getestet worden sind, darüber hat die Gesundheitsdirektion keinen Bescheid vom Bundesamt für Gesundheit (BAG). Martin Pfister weiss aber, dass die Testkapazitäten bei den Hausarztpraxen ausreichen würden. «In den Fällen, in denen laut Anweisungen des BAG ein Test durchgeführt werden sollte, kann dieser im Kanton Zug rasch durchgeführt werden.» Ein Test auf Antikörper stehe momentan noch nicht zur Verfügung. Er sagt: «Ich habe grosse Erwartungen in die Antikörpertests im Hinblick auf die Feststellung der tatsächlichen Durchseuchung der Bevölkerung. Wir können dann noch zuverlässiger über die Lockerung von Massnahmen entscheiden.»