Kantonale Tennismeisterschaften: Bei den Jüngsten herrscht Andrang

88 Nachwuchsspieler haben sich bei den Zuger Kantonalen Junioren-Meisterschaften gemessen. Die Qualität der Partien war gut. In Bezug auf die älteren Teilnehmer gehen die Organisatoren über die Bücher.

Marco Keller
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Auf der Anlage des TC Baar sind die Finals ausgetragen worden. (Bild: Maria Schmid (Baar, 15, September 2018))

Auf der Anlage des TC Baar sind die Finals ausgetragen worden. (Bild: Maria Schmid (Baar, 15, September 2018))


Stefan Hornbacher konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen. «Der Wettergott muss ein Zuger sein, Tennisspieler ist er ja sowieso», sagte der Turnierleiter der Zuger Kantonalen Junioren-Meisterschaften am Sonntag in Baar. Auch die Finalspiele, die turnusgemäss im TCB stattfanden, konnten bei besten äusseren Bedingungen ausgetragen werden. Über die Jahre gesehen ist es schon fast unverschämt, wie viel Wetterglück die Regionalvereinigung Zug Tennis (RVZT) mit ihren Meisterschaften hat.

97 Spielerinnen und Spieler hatten sich angemeldet für dieses Treffen der grössten kantonalen Hoffnungen, für das auch Spieler der benachbarten Regionen Tennis Zentralschweiz und Zürichsee Linth zugelassen sind. Nach Abzug der krankheits- und verletzungsbedingten Forfaits sowie wegen Streichens einzelner Kategorien bedingt durch zu wenige Anmeldungen betrug die Nettoteilnehmerzahl immer noch respektable 88. Hornbacher sah dies mit einem weinenden und einem lachenden Auge: «In den Kategorien unter 18 und unter 16 Jahren war die Teilnehmerzahl schwach, bei den Jüngeren hingegen sehr erfreulich.»

Die Ältesten spielen kaum Wettkampftennis

Eine Sensation war diese Tatsache nicht, vielmehr wird damit der allgemeine Zustand der Schweizer Nachwuchsszene reflektiert. In den Kategorien U10 bis U14 sind die Beteiligungen generell hoch, bei den Älteren sind zwei Tendenzen zu erkennen: Entweder sind die Kids so gut, dass sie kaum mehr kantonale Turniere spielen, oder aber sie reduzieren ihr Engagement deutlich. Auf reiner Freizeitstufe sind dann Turniereinsätze kaum mehr vorgesehen. Von den besonders Ambitionierten verzichtete das Trio Andrin Züllig, Meo Trinkler und Sara Radojevic, das unlängst beim ITF-Turnier in Luzern internationale Erfahrungen sammelte, mangels adäquater Gegner auf eine Teilnahme.

Einen Einfluss gehabt haben dürfte auch die Konkurrenz durch den in der Region etablierten Megger Juniorencup, der zudem mit hohen Preisgeldern lockt und die gleichzeitige Meisterschaft von Zürichsee/Linth. Hier sieht Hornbacher, der noch vor kurzem selber Kantonalmeister in der Königsklasse der Aktiven wurde, Steigerungspotenzial: «Im nächsten Jahr streben wir Absprachen mit den Organisatoren dieser beiden Turniere an, um das Datum aufeinander abzustimmen.»

Diejenigen, die aber antraten, wurden reich bedacht. Alle erhielten ein Antrittsgeschenk, die Verlierer der Partien durften jeweils die gespielten Bälle behalten. Als Preise für die Besten gab es Gutscheine und Original-Sachpreise aus Wimbledon, die RVZT-Präsident Max Baumann aus dem Tennis-Mekka mitgebracht hatte. Für besonderes Aufsehen sorgte Lara Gantenbein, die in der Kategorie U10 in drei Partien nur zwei Games verlor. Und bei den U14-Boys sahen die Gegner der Familie Aschwanden gleich dreifach. Mit Marcello, Alessandro und Luca waren Drillinge am Start, sie überstanden je eine Runde. Erfolgreichster Club war der TC Ried mit zwei Siegern, der TC Allmend Zug stellte einen Champion und drei Finalisten. Vom TC Hünenberg nahmen nicht weniger als 31 Kids teil.

Fairplay war Trumpf, und teilweise war das gezeigte Niveau beträchtlich. Einige Spieler nahmen das erste Mal an einem Turnier bei und hatten sichtlich Spass. Hornbacher geht davon aus, dass sie dem Wettkampftennis erhalten bleiben. «Sie haben vermutlich Lust auf mehr Turniere bekommen», hofft er.

Die Resultate finden Sie hier.