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POST: «Die Senioren werden benachteiligt»

Nach den Oberwilern gehen nun auch Stadtzuger gegen die Schliessung der Hauptpoststelle auf die Barrikaden. Und sie nehmen dabei auch die Postchefin ins Visier.
Charly Keiser
Silvia Wäspe wirft den Brief an Postchefin Susanne Ruoff ein. Dies sekundiert von Stephan Huber, Fredy Weller und Fritz Meier (von links). (Bild Stefan Kaiser)

Silvia Wäspe wirft den Brief an Postchefin Susanne Ruoff ein. Dies sekundiert von Stephan Huber, Fredy Weller und Fritz Meier (von links). (Bild Stefan Kaiser)

Charly Keiser

Anfang letzte Woche haben Susanne Ruoff, Konzernleiterin der Schweizerischen Post, und Postverwaltungsratspräsident Peter Hasler in Bern Besuch von Thomas Aeschi erhalten. Der Zuger SVP-Nationalrat überreichte den beiden die Petition von Ruedi Balsiger, Mitglied der FDP und Bewohner von Oberwil, sowie von Manfred Pircher, SVP-Gemeinderat, gegen das Organisationskonzept der Post. Die Petenten fordern die Leitung der Post AG auf, die Strategie der Postregion Zug zu überarbeiten. Es könne nicht sein, dass im kleinen Kanton Zug innerhalb Jahresfrist sieben Poststellen ohne Not geschlossen würden, vier davon alleine in der Stadt Zug. Zudem müsse die Poststelle Oberwil für Zug Süd erhalten bleiben, monieren die Zuger (wir berichteten).

Nachbarschaften machen mobil

Nun musste sich Ruoff erneut über ein Schreiben aus Zug beugen. «Der Entscheid zur Schliessung der Hauptpost in Zug ist für uns absolut unverständlich und hat für die Bewohner und die Geschäfte der Altstadt Zug und Umgebung schwer wiegende Konsequenzen», schreiben die acht städtischen Nach- barschaften Altstadt-Obergasse, Dorf, Landsgemeindeplatz, Münz, St. Michael, St. Oswald, Unteraltstadt und Vorstadt-Neustadt. Die Geschäfte in der Altstadt und deren Umgebung, die Stadtverwaltung, die Staatskanzlei die Steuerverwaltung, die Direktion des Innern und andere könnten die Hauptpost innert wenigen Minuten zu Fuss erreichen. Mit der Schliessung der Hauptpost würden diese aber künftig gezwungen sein, für diverse Postdienstleistungen mit dem Auto in den Laubenhof zu fahren, begründen die Nachbarschaften ihr Gesuch an die Postchefin.

Im Schreiben weisen die Zuger – wie zuvor schon die Oberwiler in ihrer Petition – auf die Schliessung der Poststelle Walchwil hin. Falls die Poststelle in Oberwil ebenfalls geschlossen werden solle, bedeute dies, dass es zwischen Walchwil und der künftigen Post Laubenhof, Zug, lediglich noch Postagenturen geben werde, monieren die Nachbarschaften weiter und betonen, dass eine Schliessung der Hauptpost Mehrverkehr ergebe, weil die Postkunden in den Laubenhof fahren müssten.

Der Entscheid träfe insbesondere ältere Bewohner, die keinen Computer besitzen würden und somit auf die Dienstleistungen der Post angewiesen seien, wird weiter betont. «Das ist für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen nicht möglich. Die Bewohner des Alterszentrums Frauensteinmatt wären von der Schliessung der Hauptpost besonders betroffen. Es ist nicht nachvollziehbar, weshalb die Schweizerische Post die Bedürfnisse der älteren Bewohner einfach ignoriert und insbesondere Menschen mit Mobilitätseinschränkungen derart benachteiligt», heisst es in dem Protestschreiben.

Post wichtiger als Verwaltung

Gemäss Postgesetz müsse für alle Bevölkerungsgruppen in allen Landesteilen eine ausreichende und preiswerte Grundversorgung mit Postdiensten und Dienstleistungen des Zahlungsverkehrs gewährleistet werden, führt die Nachbarschaft zudem aus. «Diese Grundversorgung ist nach unserer Meinung nach der Schliessung der Hauptpost Zug nicht mehr gewährleistet.»

Fredy Weller, Präsident der Nachbarschaft Münz, könnte sich eine kleinere Post am Postplatz durchaus vorstellen. «Womöglich sogar im Gebäude hinter der jetzigen Post», wie er sagt. Dem Wegzug der Stadtverwaltung sieht Weller gelassen entgegen. «Schliesslich beleben die Nachmieter die Altstadt genau so wie die Neumieter der neuen Gebäude rund um die Post.» Weller betont: «Wichtig ist doch einfach, dass die Walchwiler, die Oberwiler und die Zuger am Postplatz in einer bedienten Post ihre Postgeschäfte erledigen können.»

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