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POST: In Baar geht die Post ab

Berge von Päckli werden vor Weihnachten verschickt. In Baar, wo alle Pakete für Zuger eintreffen, herrscht trotzdem Gelassenheit.
Luc Müller
In der Nacht werden die Pakete aus dem solothurnischen Härkingen angeliefert. In der Distributionsbasis Baar kommen alle Pakete zusammen, die im Kanton Zug auszuliefern sind. (Bilder Stefan Kaiser)

In der Nacht werden die Pakete aus dem solothurnischen Härkingen angeliefert. In der Distributionsbasis Baar kommen alle Pakete zusammen, die im Kanton Zug auszuliefern sind. (Bilder Stefan Kaiser)

Der Tag ist erst am Erwachen. Und noch liegt das Baarer Industriegebiet an der Oberneuhofstrasse im Dunkeln. Am Himmel hängt der Vollmond. Doch hinter den Mauern der hier angesiedelten Distributionsbasis der Schweizer Post herrscht Hochbetrieb. Schon in der Nacht zwischen 23 und 5 Uhr haben mehrere grosse Lastwagen die Basis angefahren. Gestartet sind diese vom solothurnischen Härkingen – dort steht eines der drei Paketzentren, welche die Post in der Schweiz betreibt. Täglich werden in der Eidgenossenschaft eine halbe Million Pakete zugestellt – jetzt im Dezember sind es an Rekordtagen gegen eine Million Pakete. Pro Kopf werden in keinem Land mehr versendet.

Jedes Paket, das an einem Postschalter aufgegeben wird, durchläuft mindestens so ein Center. Dort werden die Pakete sortiert und dann weiter zu den 28 Distributionsbasen gebracht, die in der ganzen Schweiz verteilt sind. Im Kanton Zug existiert nur in Baar eine solche: Hierher kommen alle Pakete, die im Kanton Zug auszutragen sind.

Seit sieben Jahren ist Roland Lacher (49) in Baar Leiter der regionalen Zustellung Postlogistics: Diese Abteilung kümmert sich um die Zustellung von Paketen. In der rund 3000 Quadratmeter grossen Distributionsbasis ist auch noch der Bereich Post-Mail untergebracht, der sich um die Briefpost kümmert. «Jedes Jahr um die Weihnachtszeit nimmt der Stress für uns zu – aber wir haben alles im Griff und sind darauf vorbereitet», sagt Lacher. Anders als der Bereich Post-Mail, der immer noch ein Teilmonopol bei Briefen bis 50 Gramm hat, muss sich Postlogistics auf dem seit 2004 vollständig geöffneten Paketmarkt gegen Mitbewerber wie DHL, UPS und DPD durchsetzen.

32 Kastenwagen stehen bereit

Die Uhr zeigt 6.45 Uhr an. In der hell beleuchteten Halle wird emsig gearbeitet. 32 gelbe Kastenwagen stehen in Reih und Glied und werden von den Paketboten beladen. «Die Pakete kommen aus Härkingen schon nach Zustelltouren sortiert an, aber wir machen hier noch die Feinsortierung.» So ordnet jeder die Fracht nach Adresse, die er anfahren wird. Die rund 32 Paketmitarbeiter sind täglich von 7.30 Uhr bis 15 Uhr unterwegs. «Ab November zieht es immer stark an. Dann sind unsere Leute auch länger unterwegs. Sie dürfen täglich aber nicht länger als zehn Stunden arbeiten», betont Roland Lacher. Um die zusätzlichen Paketberge zu bewältigen, sind derzeit noch neun weitere Paketzusteller auf Tour.

Onlineversand nimmt zu

Nach Angabe von Lacher werden in der Region dieser Tage rund 60 Prozent mehr Pakete ausgeliefert als im Jahresdurchschnitt. «Wir merken auch, dass der Onlineversand in den letzten Jahren stark zugenommen hat. Die Kunden bestellen immer mehr im Internet.»

Was passiert mit Paketen, die wegen einer unvollständigen Adresse nicht zugestellt werden können? «Zunächst versuchen wir, im Computer einen Empfänger zu eruieren. Ansonsten geht das Paket zurück zum Absender. Fehlt auch dieser, kommt die Sendung nach Chiasso ins Fundbüro, wo sie zentral zwischengelagert wird», berichtet Lacher.

Leuchtende Kinderaugen

Inzwischen ist es kurz vor 7.30 Uhr. Die Halle leert sich. Auch Guido Haller (46) hat seinen Wagen gepackt. «Durchschnittlich nehme ich jedes Paket bis zu drei Mal in die Hand, bis es zugestellt ist. Pro Tag hebe ich so bis zu 3 Tonnen.» Jetzt zur Weihnachtszeit werde er oft von sehnsüchtigen Kinderaugen erwartet. «Habe ich ein Paket dabei, schaue ich in leuchtende Augen. Das macht Spass.» Beim Verteilen der Pakete gebe es immer Überraschungen. «Eine Zeit lang gab es Hektik, weil zur Zeit von milzbranderregenden Pulveranschlägen im Ausland auch in der Schweiz grosse Vorsicht und Sensibilität gefragt waren», sagt Haller. Auch er habe einst weisses Pulver am Finger gehabt. «Aber bald war klar, dass es sich um Puderzucker handelt und jemand einen Kuchen verschickt hat.» Noch einen Kaffee und dann geht es für Guido Haller auf Fahrt – zu vielen leuchtenden Augen.

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