POSTAGENTUREN: «Ein Hype ist nicht auszumachen»

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Derzeit gibt es im Kanton Zug noch zehn Poststellen sowie sechs Postagenturen. Letztere finden sich mehrheitlich in Volg-Läden, was keine Besonderheit darstellt: Volg beherbergt schweizweit am meisten der gegenwärtig 852 Postagenturen. «Wir decken damit ein Bedürfnis der Kunden ab. Diese schätzen dieses Angebot bei uns, aber ein Hype ist nicht auszumachen», sagt Hans Bellmont, der Vorsitzende der Geschäftsleitung der Landi Zugerland. Jene betreibt die Volg-Läden in Allenwinden und Hagendorn, in denen sich Postagenturen befinden.

Die Wirtschaftlichkeit stehe bei der Aufnahme von Agenturen nicht im Vordergrund. «Über alles gesehen, könnten wir gut ohne Postagenturen über­leben», bilanziert Bellmont. Zwar verdienen die Läden an jedem Postgeschäft «ein klein wenig» mit, wie Bellmont sich ausdrückt. Doch auch die Aufwendungen für die Geschäfte sind gross: Neben Regalplatz, der abgetreten wird, stelle man Lagerflächen, Parkplätze sowie Raum für Postfächer zur Verfügung. Darüber hinaus müssten die Angestellten geschult und die Kassen auf die neuen Angebote eingestellt werden.

Auch in der Stadt Zug gibt es eine Postagentur – ironischerweise liegt diese im Gebäude der ehemaligen Hauptpost. Nachdem die Poststelle per Ende November 2015 in den Laubenhof gezogen war, suchte man in der Altstadtgegend nach einem Partner, der eine Postagentur beherbergt.

Bis heute ist die Suche erfolglos verlaufen, wie der Post-Mediensprecher Markus Flückiger schreibt: «Wir haben diverse Gespräche geführt, von geeigneten Partnern bis heute jedoch keine Zusagen erhalten.» Man werde «demnächst nochmals auf mögliche Partner zugehen und mit ihnen das Gespräch suchen». Die Voraussetzungen für die Beherbergung einer Postagentur sind gemäss Flückiger: Beim Partner muss es sich um eine juristische Person handeln, die Öffnungszeit muss mindestens 30 Stunden pro Woche betragen – und er darf keine Betriebsferien machen. Maschinen brauchen schliesslich keine Ferien. (bier)