POSTULAT: Stadt Zug soll die Jungbürgerfeier für junge Ausländer öffnen

Auch ausländische Jugendliche sollen in Zug an der Jungbürgerfeier teilnehmen können. Das fordert die SP-Fraktion des Grossen Gemeinderates. In Cham ist dieser Schritt bereits vollzogen.

Samantha Taylor
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Zuger Fahne im Wind. (ARchivbild: Christof Borner-Keller)

Zuger Fahne im Wind. (ARchivbild: Christof Borner-Keller)

Samantha Taylor

samantha.taylor@zugerzeitung.ch

Cham hat es getan, jetzt soll Zug nachziehen: Die Rede ist von der Öffnung der Jungbürgerfeier für 18-jährige Ausländerinnen und Ausländer. Die SP-Fraktion des Grossen Gemeinderates der Stadt Zug hat dazu ein Postulat eingereicht. Darin fordert sie die Stadt auf, in Zukunft auch die ausländischen Jugendlichen zur Jungbürgerfeier einzuladen. Cham gehe mit seinem Entscheid mit gutem Beispiel voran.

Die Gemeinde handle damit gesetzeskonform. Die SP-Fraktion zitiert dazu das Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer, in dem festgeschrieben ist: «Bund, Kantone und Gemeinden sorgen für eine angemessene Information der Ausländerinnen und Ausländer über die Lebens- und Arbeitsbedingungen in der Schweiz, insbesondere über ihre Rechte und Pflichten.» Die Postulanten führen dazu auch die aktuellsten Zahlen zum Ausländeranteil an. «Demnach liegt der Kanton Zug mit einem Ausländeranteil von 27,5 Prozent nicht nur über dem Schweizer Durchschnitt, sondern nimmt in der Deutschschweiz neben Basel-Stadt eine Spitzenreiterposition ein, wobei der Anteil tendenziell weiter ansteigen dürfte», schreibt die SP in ihrem Vorstoss. Viele der ausländischen Jugendlichen seien hier aufgewachsen und zur Schule gegangen. «Sie an die Jungbürgerfeier einzuladen, ist daher eine Investition in die Zukunft und trägt zur Förderung ihrer Identifizierung mit der Schweiz bei.» Eine solche Einladung stelle einen wichtigen Beitrag für die Integration dar, auch im Sinne einer demokratischen Einbindung.

Informationen zur Mitgestaltung

Die SP-Fraktion sieht in der Öffnung der Jungbürgerfeier für die Stadt Zug auch Vorteile. Sie ist überzeugt, dass es im Interesse der Stadt liegt, sich dieser Jugendlichen anzunehmen und ihnen zukünftig angemessene Mitgestaltungsspielräume zu ermöglichen. «Damit alle, die in der Stadt Zug leben, über ihre Rechte und Pflichten informiert sind und in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen mitwirken können», erklären die Postulanten.

Bei der Jungbürgerfeier handelt es sich um ein Fest, zu dem 18-jährige Jugendliche von der Gemeinde eingeladen werden. Im Rahmen dieses Anlasses werde sie unter anderem über ihre Rechte und Pflichten als Stimmbürger sowie über mögliche Mitwirkungen in der direkten Demokratie informiert. Zu dem Anlass werden bisher nur Schweizer eingeladen. Die Gemeinde Cham hat in diesem Jahr erstmals auch junge Ausländer eingeladen.