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Risch: Besitzerpaar verkauft Kunstsammlung des «Waldheim»

Hans Potthof und weitere Künstler waren regelmässige Gäste im beliebten Hotel und Restaurant am Zugersee. Nun verkaufen Josef und Verena Schriber die Kunstwerke, die sich in all den Jahren angesammelt haben.
Rahel Hug
«Die Leute sollen Freude daran haben», sagt Besitzer Josef Schriber, im Bild mit seiner Ehefrau Verena Schriber (links) und Galeristin Maria Ziegler (Mitte). Im Hintergrund ist das Werk «Palamos» von Hans Potthof zu sehen. (Bild: Stefan Kaiser, Risch, 4. November 2019)

«Die Leute sollen Freude daran haben», sagt Besitzer Josef Schriber, im Bild mit seiner Ehefrau Verena Schriber (links) und Galeristin Maria Ziegler (Mitte). Im Hintergrund ist das Werk «Palamos» von Hans Potthof zu sehen. (Bild: Stefan Kaiser, Risch, 4. November 2019)

42 Jahre lang waren Josef und Verena Schriber im «Waldheim» in Risch für ihre Gäste da, von 1970 bis 2012. Nun steht das Ehepaar aus Küssnacht, beide sind 74 Jahre alt, kurz vor dem Abschluss des letzten Kapitels in der Geschichte des beliebten Hotels und Restaurants am Zugersee. Bekanntlich ist das «Waldheim» seit Ende letzten Jahres geschlossen, im August stand das gesamte Inventar zum Verkauf.

Vom 9. November bis am 12. November verkauft die Besitzerfamilie Schriber nun ihre Kunstsammlung: Interessierte können Originale und Grafiken von Schweizer und Internationalen Künstlern erstehen (siehe Hinweis). Unter den rund 150 Werken sind viele des Zuger Künstlers Hans «Johnny» Potthof, aber auch Bilder von Gertrud Hürlimann-Stiefel, Walter Haettenschweiler, Elso Schiavo, Arnold Imhof sowie von Alex Sadkowsky, Hans Sieber, Rolf Gfeller, Henri Schmid und Hans Rudolf Strupler.

Eine Symbiose zwischen Kulinarik und Kunst

Der 2003 verstorbene Hans Potthof war regelmässiger Gast im «Waldheim». Die damalige Besitzerin Berta Schriber, die Mutter von Josef Schriber, kaufte dem Künstler 1967 das Bild «Palamos» ab und hängte es in der Nähe seines Lieblingsplatzes im neu angebauten Restaurant auf. Das Bild zeigt eine Szene am Meer im gleichnamigen Küstenort an der Costa Brava.

Das war der Beginn einer bis heute anhaltenden Leidenschaft für Kunst, die die Schribers ihren Gästen an den Wänden im «Waldheim» präsentierten. «Der Gedanke war, eine Symbiose zwischen Kulinarik und Kunst herzustellen», erzählt Verena Schriber. «Unzählige Gäste haben hier Geburtstage, Hochzeiten und weitere Feste gefeiert. Mit den Kunstwerken konnten wir ihnen zusätzlich etwas Schönes bieten.» Dass die Werke bei den Besuchern gut ankamen, zeigt die folgende Anekdote, die Verena Schriber mit einem Schmunzeln erzählt: «Nachdem hier eine Hochzeit gefeiert wurde, hat ein Gast sich wegen des Lärms beklagt. Nach seiner Abreise fehlte im Gang direkt vor seinem Zimmer ein Bild von Strupler. Er hat es wohl aus Ärger mitgehen lassen.» Insgesamt seien etwa fünf Kunstwerke weggekommen.

In den Jahren ist die Kunstsammlung stark gewachsen, viele Werke erhielten die Schribers von Willy «Zilly» Ziegler, der in Baar die Z-Galerie gegründet hatte. «Er war ein guter Freund unserer Familie», so Josef Schriber. Der 2017 verstorbene Galerist habe die Sammlung stark mitgeprägt. Mit im Boot beim Verkauf der «Waldheim»-Kunst ist deshalb auch Maria Ziegler, die die Galerie ihres Mannes weiterführt. «Die Bilder hier sind für mich mit vielen Emotionen verbunden», sagt Maria Ziegler. Es sei eine aussergewöhnliche Sammlung. Besonders ist laut der Galeristin der Anteil von Werken, die mit «Epreuve d’artiste» gekennzeichnet sind. Es handelt sich dabei um Abzüge, einmalige Unikate des Künstlers. Auf die Frage nach dem Gesamtwert der Sammlung sagt Verena Schriber. «Das können wir nicht beziffern, da sich der Wert im Laufe der Jahre verändert hat.» Fest steht: Die Sammlung hat für die Schribers in erster Linie einen sehr hohen ideellen Wert.

Familientradition endet nach fünf Generationen

Die Besitzerfamilie verkauft die «Waldheim»-Liegenschaft. Wie es weitergeht auf dem Areal, ist offen. Fest steht einzig, dass es das Hotel und Restaurant Waldheim so nicht mehr geben wird. Man sei mitten in den Verhandlungen, gibt Josef Schriber Auskunft. Der Grund, dass die Gastro-Tradition nach fünf Generationen aufgegeben wird, liegt laut Schriber bei der Nachfolgeregelung, die man nicht habe lösen können. Was die Kunstsammlung angeht, stand das Ehepaar vor der Frage: Einlagern oder verkaufen? Josef Schriber sagt dazu: «Für uns war klar, dass wir die Bilder verkaufen möchten. Die Leute, darunter hoffentlich auch einige ehemalige Gäste, sollen Freude daran haben.»

Verkauf der Kunstsammlung im «Waldheim», Rischerstrasse 27: 9. November, 10. November, 11. November und 12. November, jeweils von 10 bis 16 Uhr. Alle Bilder sind gerahmt und können gegen Barzahlung mitgenommen werden.

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