P&R-Containerbetrug: Erste Klage in Zug eingereicht

Es geht um Zehntausende Anleger und um mehrere Milliarden Euro. Bei einer der grössten Anlageaffären Deutschlands hat ein Anwalt nun in Zug Zivilklage gegen den hiesigen Ableger von Pfeifer & Roth eingereicht. Die Deutsche Insolvenzverwaltung gibt dieser jedoch wenig Chancen. 

Christopher Gilb
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Von den 1,6 Millionen an Anleger verkauften Container, konnte der Insolvenzverwalter nur 0,6 Millionen finden.(Symbolbild: EPA/FRANCK ROBICHON)

Von den 1,6 Millionen an Anleger verkauften Container, konnte der Insolvenzverwalter nur 0,6 Millionen finden.
(Symbolbild: EPA/FRANCK ROBICHON)

Beim wohl grössten Anlegerbetrug Deutschlands um die P&R-Gruppe, bei dem es um 3,5 Milliarden Euro geht, gibt es eine neue Entwicklung. Wie die «Handelszeitung» berichtet, hat ein Anwalt in Zug Zivilklage wegen nicht bezahlter Mieten aus dem Containervertrieb eingereicht. Dabei geht es darum, Zugriff auf die Container zu bekommen, um Erlöse zu sichern. Denn einige Container existieren wirklich. Diese werden derzeit über die P&R Equipment & Finance in Zug vermietet. Sie sichert der Insolvenzverwaltung, die seit kurzem auch Zugriff auf diese Firma hat, somit Gelder für etwaige Rückzahlungen. Entsprechend wenig Freude wird es der Insolvenzverwaltung vermutlich bereiten, wenn Gläubiger nun versuchen an Gelder zu kommen, die dann der Insolvenzmasse fehlen werden. 

Bisher nur wenig Klagen

Wie sich aber zeigt, geht die Insolvenzverwaltung sowieso davon aus, dass die geltend gemachten Ansprüche auf Mietzahlung keine Aussicht auf Erfolg haben. «Denn es ist nicht die Schweizer Gesellschaft, die die Verträge mit dem Anleger geschlossen hat, die Ansprüche des Gläubigers richten sich vielmehr gegen seinen Vertragspartner, nämlich die deutsche  Containerverwaltungsgesellschaft», teilt die Insolvenzverwaltung auf schriftliche Anfrage unserer Zeitung mit. Dementsprechend habe auch schon das Landgericht München II in einer mündlichen Verhandlung Anfang Dezember 2018 die Klage eines Anlegers gegen die Schweizer Gesellschaft  abgewiesen, da die Klage des Anlegers nach Auffassung des Gerichts unbegründet gewesen sei. 

Überdies handle sich bisher um die einzige Klage gegen die Schweizer Gesellschaft und dies bei gesamt rund 54'000 Gläubigern und einer Vielzahl von involvierten Anwaltskanzleien. «Auch gegen die deutschen Gesellschaften sind bislang nur drei Klagen von Anlegern hängig, von denen eine bereits zurückgenommen und eine weitere abgewiesen wurde», so die Insolvenzverwaltung. Wird nun im Schlichtungsverfahren in Zug keine Einigung erzielt, kommt der Fall vors Kantonsgericht.