Preisverleihung
Digital Excellence Award: Digitalisierung der Zuger Verwaltung ist auf dem richtigen Weg

Vor rund 1000 Gästen konnte Finanzdirektor Heinz Tännler am Donnerstag, 11. November, den Digital Excellence Award NPO & Government für das Programm «Digital Zug» entgegennehmen. «Eher überraschend», wie der Finanzdirektor sagt.

Harry Ziegler
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«Natürlich muss man mit allem rechnen, wenn man sich im Final befindet», sagt der Zuger Finanzdirektor Heinz Tännler. Dennoch sei es überraschend gewesen, als das Kuvert mit dem Namen des Preisträgers geöffnet und die Finanzdirektion Zug als Sieger genannt wurde. Ausgezeichnet wurde die Direktion und damit der Kanton Zug für das Programm «Digital Zug». Wie Tännler sagt, zeigte sich die Jury beeindruckt «von der ganzheitlichen Sichtweise und dem grossen Umfang der Umsetzung». Verliehen wurde der Preis am Schweizer Digitaltag im Hallenstadion Zürich.

Finanzdirektor Heinz Tännler präsentiert den Digital Excellence Award.

Finanzdirektor Heinz Tännler präsentiert den Digital Excellence Award.

Bild: Harry Ziegler (Zug, 12. November 2021)

Mit dem Programm «Digital Zug» treibt der Kanton Zug die digitale Transformation direktionsübergreifend voran. Dafür wurde im Amt für Informatik und Organisation, das von Stephan Arnold geführt wird, eigens ein Kompetenzzentrum unter der Leitung von Reto Joller geschaffen. Die Jury würdigte, dass «Digital Zug» nicht nur auf Tools und Technik setzt, sondern auch Prozessoptimierungen vornimmt und dazu kulturelle Elemente einbezieht. Mittels jener sollen die Perspektiven der Zuger Einwohnerinnen und Einwohner einfliessen, heisst es in einer Mitteilung der Finanzdirektion. «Der Slogan von Digital Zug ‹Zukunft einfach machen› verdeutlicht den Anspruch, mittels Digitalisierung die Zusammenarbeit innerhalb der Verwaltung, aber auch im Kontakt mit der Zuger Bevölkerung und Wirtschaft zu vereinfachen und Mehrwert zu bieten», lässt sich Tännler in der Mitteilung zitieren.

Herausforderungen in der Verwaltung

Typisch für eine Verwaltung und politisch gewollt ist die hohe Unabhängigkeit der Direktionen. Entsprechend existieren viele in sich geschlossene Anwendungen. Mit «Digital Zug» soll auch das direktionsübergreifende Potenzial genutzt werden. «Die Kunst besteht darin, über die ganze Verwaltung hinweg jene Prozesse mit dem grössten Optimierungspotenzial zu identifizieren, gemeinsame Bedürfnisse zu bündeln und pragmatische Lösungen zu entwickeln», erklärt Heinz Tännler in der Mitteilung. Wichtig ist dabei, dass in den Verwaltungseinheiten nicht auf die Digitalisierung gewartet wird, sondern dass die Mitarbeitenden in ihren Fachbereichen aktiv nach Optimierungsmöglichkeiten suchen, die Schmerzpunkte in den heutigen Prozessen identifizieren und dies aktiv einbringen. Tännler:

«Wir betreiben die Digitalisierung nicht um der Digitalisierung willen.»

Er ergänzt: «Der Nutzen für die Bürgerinnen und Bürger sowie die Verwaltung steht im Vordergrund.» Der Finanzdirektor betont deshalb: «Das kleine Team von ‹Digital Zug› kann nicht alles allein bewältigen. Viel mehr wirkt es als Katalysator, der die nötigen Veränderungsprozesse anstösst, begleitet und unterstützt. Aber es braucht das spezifische Fachwissen und das Engagement der Ämter und Direktionen.»

Realisierung in vollem Gange

Explizit lobt er auch die gute Zusammenarbeit mit den Gemeinden und insbesondere mit der Stadt Zug. Die kantonale Digitalisierungsoffensive erfolgt denn auch in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Zug. So basiert die digitale Identität für die Nutzerinnen und Nutzer der eZug-App auf der kantonalen Lösung Zuglogin. Mit der Stadt Zug Smart-City-App «eZug» steht eine neue, mobile eGovernment-Lösung, ein ergänzendes Onlineangebot für alle, zur Verfügung.

Mit Zuglogin wurde bereits 2017 eine sehr sichere und zuverlässige elektronische ID für Zugerinnen und Zuger geschaffen. Ankernutzung dafür ist die vollelektronische Steuererklärung und weitere Anwendungen wurden inzwischen realisiert und sind in Entwicklung. «Digital Zug» wurde vor rund eineinhalb Jahren lanciert und bereits konnten einige Projekte gestartet werden. Eines der grössten verwaltungsinternen ist die Digitalisierung der physischen Post, welche die medienbruchfreie Verarbeitung und Archivierung wesentlich erleichtern wird.

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