PRIMARSCHULE: Ab der 2. Primar solls wieder Noten geben

Ein CVP-Kantonsrat fordert wieder Noten ab der 2. Primarklasse. Er habe das System nicht richtig verstanden, finden Lehrer.

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Lehrerin Claudia Hobi mit Schülern der 1. und 2. Klasse in Oberägeri. (Bild Alexandra Wey/Neue ZZ)

Lehrerin Claudia Hobi mit Schülern der 1. und 2. Klasse in Oberägeri. (Bild Alexandra Wey/Neue ZZ)

«Mit Noten ist man vertraut», sagt CVP-Kantonsrat Andreas Hausheer (Steinhausen). Mit einer Motion fordert er und 32 Mitunterzeichner die Wiedereinführung des Notensystems ab der 2. Primarklasse. Heute erhalten Zuger Schüler erstmals Ende der 4. Primarklasse ein Zeugnis mit Noten. «Viele Eltern, Lehrpersonen und vor allem auch viele Schüler wünschen sich die Schulnoten bereits vorher zurück.» Das habe sich ihm in Gesprächen mit Betroffenen immer wieder gezeigt. «Die Beurteilung der Schüler soll ja grundsätzlich zwei Funktionen erfüllen: die Förderung und die Selektion», so Hausheer.

Die heute vorgeschriebenen Beurteilungsgespräche dienten der Förderung der einzelnen Schulkinder. Bei den Noten stehe hingegen die Selektionsfunktion im Vordergrund. «Es gibt keinen Grund, warum nicht beides nebeneinander bereits ab der 2. Primarklasse Platz haben soll. Diese duale Bewertung ist gewinnbringend für Schüler, Lehrer und Eltern.»

«Zumindest sorgfältig prüfen»
Nach Meinung des Bildungschefs der Stadt Zug, Ulrich Straub (FDP), hätte man die Noten in der Primarschule nicht unbedingt abschaffen müssen. «Die Wiedereinführung ist zumindest sorgfältig zu prüfen», so Straub. Er würde Noten aber eher ab der 3. Primarklasse wiedereinführen, vorher sei es tendenziell etwas zu früh. «Wichtig ist, was die Zuger Lehrpersonen davon halten.»

Bei denen kommt der Vorstoss aber nicht gut an. «Noten sind unfair», sagt Thomas Pfiffner, Baar, Präsident des Lehrerinnen- und Lehrervereins des Kantons Zug (LVZ). «Denn oftmals ist unklar, wofür sie stehen.» Die Schulkinder sollten an sich selber und ihren Fortschritten gemessen werden. «Noten sind dafür zu wenig aussagekräftig.»

Andreas Oppliger

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Zuger Zeitung.