Im Unverpackt-Laden in Unterägeri hat die Saisonalität Priorität

In Unterägeri eröffnete der «Gisler Regioladä» – die Waren werden hier in den mitgebrachten Behälter abgefüllt.

Vanessa Varisco
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Schätzt den Kundenkontakt: Freddy Gisler.

Schätzt den Kundenkontakt: Freddy Gisler.

Bild: Maria Schmid (Unterägeri, 17. Dezember 2019)

Wer mit seiner Einkaufsliste in den Grossverteiler marschiert, der wird schon eingangs bemerken: Vom Broccoli, über das Müesli bis hin zum Fleisch ist vieles in Plastik verpackt. Der Kunststoff hält sich hartnäckig in der Lebensmittelindustrie. Fast ohne Verpackung soll es im kürzlich eröffneten «Gisler Regioladä» in Unterägeri funktionieren. Statt Plastikverpackungen gibt es hier Glassilos, aus denen die Konsumenten die Lebensmittel in die mitgebrachten Behälter – wie beispielsweise Tupperware – füllen können. Früchte, Gemüse, Pasta, Getreide, Konfi und Milchprodukte werden hier unter anderem angeboten. Aber auch Reinigungsmittel und Kosmetikartikel gehören zum Sortiment. «Die Idee für einen Laden dieser Art hatte ich bereits länger», blickt Freddy Gisler zurück und führt aus: «Konkret Formen angenommen hat dieses Projekt dann, als ich das Lokal in Unterägeri gefunden habe.»

Ziel sei, Produkte verschiedener lokaler Bauern an einem zentralen Standort anzubieten. Aktuell wird der «Regioladä» denn auch von verschiedenen Landwirten aus dem Ägerital, Zug, dem Kanton Zürich und dem Kanton Schwyz beliefert. «Oberste Priorität haben nämlich die Regionalität wie auch die Saisonalität der Produkte», erläutert der Rothenthurmer. Für ihre Produkte sollen die Bauern schliesslich auch einen fairen Preis erhalten, ohne dass die Kunden übermässig hohe Beträge bezahlen. «Das funktioniert, wenn die Marge nicht zu hoch angesetzt ist», betont er. Dass der «Regioladä» für Freddy Gisler eine Herzensangelegenheit ist, merkt man ihm an. Er selbst ist zwar kein Landwirt, aber auf einem Hof aufgewachsen und im Sommer viel «z’Alp» gegangen, weshalb er einen Bezug zu der Branche hat.

Zusammenarbeit mit weiteren Bauern

Um sich im Dorf zu etablieren, steht er während der Öffnungszeiten auch selbst im Laden. «Mit der Zeit möchte ich allerdings mehr im Hintergrund arbeiten. Meine Mitarbeiterinnen, die zurzeit 160 Stellenprozent abdecken, werden sich um die Kundenbetreuung kümmern», erläutert er. Für ihn selbst ist es ein Vollzeitjob. Nicht zuletzt da einige administrative und koordinierende Arbeiten anfallen. «Grösster Knackpunkt ist derzeit die Zusammenarbeit mit den Produzenten», weiss er. Dies, weil es gelte, genügend Bauern zu finden, die den Laden regelmässig mit ihren Lebensmitteln beliefern. Diverse Bauern versorgen den «Regioladä» bereits mit Ware. Gisler arbeitet derzeit allerdings daran, weitere Bauern aus der Region – insbesondere Bio- und Demeterbauern aus dem Ägerital und Umgebung – zu einer Zusammenarbeit zu bewegen. «Ich bin diesbezüglich guter Dinge», kommentiert er fröhlich.

Und obgleich Saisonalität und Regionalität im Fokus stehen, ist die Nachhaltigkeit ebenfalls ein Anliegen Gislers. «Die aktuellen Diskussionen rund um Klima und Ökologie spielen mir natürlich in die Hände», erklärt er. Das merkt er auch am Rücklauf. Bereits in den ersten Tagen nach der Eröffnung konnte er viele Kunden begrüssen. «Die meisten kommen, weil sie bewusst sowie fair und nachhaltig einkaufen möchten», überlegt Gisler, der den Austausch mit den Kunden sehr schätzt. «Die Begegnungen bereiten mir Freude und geben einem das Gefühl, etwas Tolles auf die Beine gestellt zu haben.»

Der «Gisler Regioladä» an der Seestrasse hat Montag bis Freitag von 8.30 bis 19 Uhr geöffnet, samstags von 8.30 bis 17 Uhr.