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PROJEKT: Buchprojekt: Eine Reise in Bildern durch den Kanton Zug

Tony Stocklin hat im Selbstverlag 1500 Fotos aus seiner Sammlung in einem Buch verewigt. Das Werk hat leider einen Schönheitsfehler.
Im Buch finden sich beispielsweise Bilder der ehemaligen "EPA" und des Zuger Bahnhofs. (Bild: Maria Schmid (Neue Zuger Zeitung))

Im Buch finden sich beispielsweise Bilder der ehemaligen "EPA" und des Zuger Bahnhofs. (Bild: Maria Schmid (Neue Zuger Zeitung))

Die Fassade der alten Metallwarenfabrik ist vielen (älteren) Zugern noch in guter Erinnerung. Hätte man das Einkaufszentrum Metalli später erbaut, wäre das Zeugnis aus der Anfangszeit der bekannten Industriefirma wohl gerettet worden. So bleibt heute nur noch der Blick auf alte Fotos. Solche Momentaufnahmen früherer Tage interessieren die Leute. «Grossvaters Zug» oder «Zeitbilder» haben sich sehr gut verkauft. Der Blick zurück offenbart mit schonungsloser Klarheit, wie in der Stadt Zug zum Beispiel an der Bahnhofstrasse Gebäude aus dem 19. Jahrhundert vollkommen ausgeräumt worden sind.

Auch Tony Stocklins Buch «Alte Aufnahmen im Kanton Zug» sind für Zuger sehr interessant anzuschauen. Ein Makel ist allerdings, dass von Bildern weder das Datum, an dem sie gemacht wurden noch der Ort näher erläutert wird. So sind auf einer Doppelseite zahlreiche Wappen auf Gebäuden abgebildet, doch leider erschliesst sich dem Leser nicht, wo Tony Stocklin diese gefunden hat. Darunter ist zum Beispiel ein besonders prächtiges. Zwei goldgelbe Löwen halten zwei Zuger Wappen. Auf diesen wiederum liegt ein Schild. Dieses zeigt einen doppelköpfigen Adler. Ein Symbol, dass eine Referenz an die Habsburger-Dynastie sein könnte. Diesen Schluss untermauert eine Krone oberhalb des Adlerwappens. Gekrönte Häupter hatte die Schweiz ja nicht.

Zusätzliche Infos gibt es im Internet

Auf seiner Homepage be-zug.ch hat Stocklin mittlerweile noch zusätzliche Informationen zu den Fotos aufgeschaltet. In Stocklins Buch, das er im Selbstverlag herausgebracht hat, sind wenigstens 1500 Fotos für die Nachwelt gerettet worden, aber die zusätzlichen Informationen sind immer noch lückenhaft. So schreibt der häufige Leserbriefschreiber in seinem Vorwort, dass die Fotos «nur digitalisiert» trotzdem Gefahr laufen würden, im Abfall zu landen. Dass er die Bilder nicht mit Legenden ergänzen konnte, entschuldigt Tony Stocklin mit dem Umstand, dass einige der Zeugnisse auf Dias vorhanden und dann später in Fotos umgewandelt worden sind. Dias waren in den 1970er- und 1980er-Jahren sehr populär. Die Generation der Smartphone-Nutzer kann sich aber wohl mit diesem Mittel zum Festhalten eines Augenblicks kaum noch etwas vorstellen.

Auch heute werden viele Bilder geschossen, die ebenfalls selten mit einer Legende versehen werden. Dank der GPS-Technik ist heute der genaue Zeitpunkt, wann das Bild gemacht worden ist, verewigt. Auch der genaue Ort kann ein jeder auch nach langer Zeit noch herausfinden. Aber die Namen der abgebildeten Personen ist immer noch eine Angelegenheit für das Gedächtnis des Fotografen. Da hilft kein Smartphone-Werkzeug.

Trotz der fehlenden Legenden ist Stocklins Buch das Anschauen durchaus wert. Viele seiner Blickwinkel überraschen. Es sind nicht nur Sehenswürdigkeiten des Kantons abgebildet, sondern auch ganz normale Einfamilienhäuser. Auf einigen Bildern, auf denen Profilstangen zu sehen sind, stehen heute bereits Wohnhäuser. Im Kanton Zug wird auch heute noch unablässig gebaut. Interessant ist auch das Dokument am Ende des Buches. Es zeigt Pläne einer Umfahrung der Zuger Altstadt. Visionen sind also keineswegs nur eine Erscheinung unserer Tage.

Marco Morosoli

marco.morosoli@zugerzeitung.ch

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