Projekt Freiruum in Zug: Die grösste Zwischennutzung der Schweiz öffnet ihre Tore

Am 9. August wird in Zug mit dem Freiruum ein innovatives Projekt eröffnet. Neugierig machen sowohl das Sport- als auch das Genussangebot.

Laura Sibold
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Mit dem Freiruum wird auch eine der grössten Boulderhallen in der Schweiz eröffnet. Kristjan Solar klettert sich in der schon mal warm. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 8. August 2019)

Mit dem Freiruum wird auch eine der grössten Boulderhallen in der Schweiz eröffnet. Kristjan Solar klettert sich in der schon mal warm. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 8. August 2019)

Wo früher Mitarbeiter der Siemens ein- und ausgingen, wird am Wochenende vom 9. bis 11. August die derzeit grösste Zwischennutzung der Schweiz eröffnet: Auf 7600 Quadratmetern Fläche verbindet das Projekt Freiruum am Zählerweg 5 in der Stadt Zug Genuss und Sport. «Positive vibes behind this point», prangt auf einem Holzschild beim Eingang, dahinter erstreckt sich die ehemalige Fabrikhalle. Holztische und Stühle, mit Pflanzen geschmückte Baugerüste sowie Lampen und Teelichter in allen Formen und Farben soweit das Auge reicht. Dazwischen grössere Foodstände, insgesamt 16 an der Zahl, an denen zu durchschnittlichen Preisen ein reichhaltiges Menü geboten wird; vom Burger über Momos-Teigtaschen bis zu libanesischen oder griechischen Spezialitäten. In der grossen Markthalle sind Arbeiter damit beschäftigt, ihren Ständen den letzten Schliff zu geben.

Das gelte auch für das hiesige Stadtgebiet, betonte Marcel Denner von der Immobilienverwaltung des LG-Areals an der gestrigen Medienkonferenz:

«Das LG-Areal befindet sich im Wandel und soll in den nächsten Jahren ein Ort der Begegnung mit Wohnungen, Arbeitsflächen und Freizeitangeboten werden.»

Das Projekt Freiruum sei nun der erste Schritt in diesem Wandel, wo Altbewährtes innovativ mit Neuem verknüpft werde. Bis Ende 2022 soll die Zwischennutzung in der Shedhalle bestehen und insgesamt über 40 Angebote unter einem Dach vereinen. Neben den Foodständen gibt es in der Markthalle eine grosse Bierbar, eine Kaffeerösterei, eine begehbare Vinothek sowie Meetingräume und ein Co-Workingspace. Im ehemaligen Lötlabor der Siemens wurde eine «heimelige» Zigarren-Lounge mit Whiskey- und Cognacbar sowie Pokertisch eingerichtet. Im Kraftmarkt-Laden können zudem Bio-Lebensmittel eingekauft und die Mahlzeiten direkt neben dem Koch verspiesen werden. Nachmittags finden im Kraftmarkt Kochworkshops statt.

Hereinspatziert in den Freiruum auf dem Stadtzuger LG-Areal: Rezak Mustafa und Monika Hangartner bereiten schon einmal die Hauptbar in der Markthalle vor. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 8. August 2019)
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Die daneben gelegene Bierbar ist über 17 Meter lang. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 8. August 2019)
Der Foodstand Kolin's Kitchen wird von der EVZ Gastro AG betrieben. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 8. August 2019)
Der gesamte Freiruum ist mit vielen Pflanzen geschmückt. Diese können auch gekauft werden. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 8. August 2019)
Für die grosse Eröffnung laufen bereits die Vorbereitungen. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 8. August 2019)
Matilda und Lui Faessler schmeissen das Kahawa Café in der Markthalle. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 8. August 2019)
Im Trampolinbereich zeigt Sereno Kneringer schon einmal seine Skills, Freundin Melitta Leu wartet ab. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 8. August 2019)
Das Co-Workingspace im Freiruum lädt zum Verweilen ein. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 8. August 2019)
Das ehemalige Lötatelier der Shedhalle wurde zu einer Zigarrenlounge umfunktioniert.(Bild: Stefan Kaiser, Zug, 8. August 2019)

Hereinspatziert in den Freiruum auf dem Stadtzuger LG-Areal: Rezak Mustafa und Monika Hangartner bereiten schon einmal die Hauptbar in der Markthalle vor. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 8. August 2019)

Workshops und Events sind denn auch fixer Bestandteil des Freiruums, wie Betriebsleiter Markus Kragler gestern versicherte. «Wir wollen die Shedhalle beleben. Daher sind schon einige Anlässe wie Bierdegustationen, Vine and Dine oder ein Weihnachtsmarkt geplant.» Einmal im Monat wolle man zudem lokalen Künstlern eine Plattform bieten – egal ob Musik, Tanz oder Poetry Slam. Die angrenzende Eventhalle bietet auf 1800 Quadratmetern Platz für bis zu 1700 Gäste und kann für Firmen- und Privatanlässe gemietet werden. Neben der Markt- und der Eventhalle steht als Drittes eine Sporthalle zur Verfügung. Darin sind ein Spielbereich für Kinder bis 4 Jahre, ein Trampolinpark, eine Parkourzone sowie mit über 900 Quadratmetern eine der grössten Boulderhallen der Schweiz untergebracht. Für Bouldern, Trampolin und Parkour zahlen Besucher je nach Angebot zwischen 8 und 20 Franken.

Bis Ende 2022 sieben Tage die Woche geöffnet

Der Freiruum ist montags bis donnerstags von 9 bis 22 Uhr sowie freitags und samstags von 9 bis 24 Uhr geöffnet. Sonntags ist die Zwischennutzung von 10 bis 20 Uhr zugänglich. Bezahlt wird in der ganzen Shedhalle bargeldlos, also per Bankkarte, Twint-App oder Freiruum-Kundenkarte, die mit Bargeld aufgeladen werden kann. Ebenfalls wichtig ist den Initianten das Thema Nachhaltigkeit, weshalb ausschliesslich wiederverwendbares Keramikgeschirr sowie Glasflaschen verwendet werden.

Als Betreiber des Freiruums fungiert das Unternehmen Kanton 27 AG, welches eine Tochtergesellschaft der Eventagentur Pointbreak ist. Der Geschäftsführer Micha Federle ist zugleich Initiant des Freiruums und hat in der Schweiz bereits diverse Pop-up-Stores und Zwischennutzungen realisiert, darunter auch die Indoor-Surfwelle in der Ebikoner «Mall of Switzerland». «Es gibt in Zug noch immer viel Platz, viel Freiruum, für kreative Ideen. Wer ein spannendes Konzept hat, kann sich bei uns melden», so Federle.

Bereits integriert sind auch lokale Partner wie die EVZ Gastro AG und der Parkour Verein Baar. Zudem besteht eine Zusammenarbeit mit der Facebook-Gruppe «Zuger helfen Zugern». An einer Holzwand können Besucher Gegenstände weitergeben, die sie nicht mehr möchten, oder sich bedienen. Ebenfalls können markierte Möbel aus dem Brockenhaus im Freiruum gekauft werden. Beim Rundgang durch die Hallen werden viel Kreativität und Detailreichtum augenscheinlich. So steht beispielsweise unweit von einem alten Bauernkarren ein Klavier und die Lavabos im Männer-WC sind in eine alte Werkbank integriert. «Caution – you are leaving the fun area», warnt ein Schild vor dem Ausgang. Für Spass, so scheint es, ist ab dem 9. August im Freiruum mehr als genug gesorgt.

Ein abwechslungsreiches Programm zur Eröffnung

(ls/pd) An den Eröffnungstagen erwartet die Besucherinnen und Besucher ein vollgepacktes Programm:

Freitag, 9. August, 18 bis 4 Uhr:
18 Uhr: musikalische Türöffnung mit Jack Zhoul
18.30 Uhr: Musik mit DJ Mister Alive
19.30 Uhr: Trampolin-Show
20 Uhr: Eröffnungsrede
20.30 Uhr: Freiruum-Tanzshow
21 Uhr: stündliche Art-Nights zum Mitmachen
21.30 Uhr: Sportshow Parcour
22 Uhr: Sportshow Bouldern
22.30 Uhr: Konzert Ramon Clau & Band
23 Uhr: Sportshow 3in1.

Samstag, 10. August, 11 bis 4 Uhr:
14 Uhr: Livemusik mit DJ Turntable Babes
17 Uhr: Livemusik mit DJ Robin Tune & Danny Carlson, Grant Dean, Jay Villas und Andy Ray
17.30 Uhr: Zumba-Show und Workshop zum Mitmachen
20 Uhr: Velocity-Show

Das ganze Wochenende, bis Sonntag, 11. August, 10 bis 20 Uhr:
Live-Showkochen im Kraftwerk mit feinen Häppchen zum Probieren
Biervielfalt an der 17,79 Meter langen Bar degustieren
Begehbarer Weinschrank mit Weinwettbewerb
16 Food-Stände und viele Drinks zum Geniessen
Pokerspiel in der Zigarrenlounge mit Zigarren-Tasting
Workshops im Bouldern, Parkour und Trampolin
Blindverkostung des lokalen Kaffees im hauseigenen Röstlabor
Pixora Mosaik Photobooth sorgt für bleibende Erinnerungen
Betreuter Kids-Corner


Weitere Informationen zum Projekt Freiruum gibt es unter www.freiruum.ch