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Projekt Gartenstadt Zug gibt weiter zu reden

Bis am 7. Oktober liegt der Baulinienplan Hertistrasse Zug öffentlich auf. Anwohner ärgern sich über die geplanten Strassenabstände.
Laura Sibold
So soll die «neue» Gartenstadt aussehen: Blick vom Südosten der Aabachstrasse auf die geplanten Mehrfamilienhäuser. (Visualisierung: PD)

So soll die «neue» Gartenstadt aussehen: Blick vom Südosten der Aabachstrasse auf die geplanten Mehrfamilienhäuser. (Visualisierung: PD)

Nachdem Anfang Jahr das Baugesuch für das Projekt Gartenstadt öffentlich aufgelegen ist, kann sich die Bevölkerung nun zum zweiten Mal zum Baulinienplan Hertistrasse äussern. Dieser muss aufgrund des Bauprojekts angepasst werden, weil sich die Abstände der neuen Gebäude zueinander und zur Aabach- sowie Hertistrasse ändern. So heisst es im Bericht der Stadt: «Das Projekt kann an verschiedenen Orten die gesetzlichen Grenz- und Strassenabstände nicht einhalten. Gründe sind die Berücksichtigung von Geometrien unterirdischer Anlagen oder ergeben sich aus der Anordnung der Bauten im Stadtraum.»

Das sorgt bei Anwohnern für Unzufriedenheit. Bereits im Januar sind gegen das Bauprojekt fünf Einsprachen eingegangen, darunter eine des Vereins Pro Gartenstadt. Präsidentin Astrid Estermann erklärt: «Es kann nicht sein, dass die Häuser die normalen Strassenabstände nicht mehr einhalten. Zudem wurde die Bevölkerung nicht von Anfang an in die Änderung des Baulinienplans miteinbezogen.»

Abstände zur Strasse werden nicht nur kleiner

Es wirke so, als wolle der Stadtrat dies mit der öffentlichen Auflage nun pro forma nachholen. Das sei aber der falsche Weg, bedauert Estermann. «Ein Baulinienplan soll primär Freiräume sichern und nicht von privaten Eigentümern zur Aushebelung von Grenzabständen genutzt werden.» Der Verein Pro Gartenstadt werde sich erneut schriftlich gegen den Baulinienplan äussern. Unzufrieden sind auch die Wohnungsbesitzer der neueren Häuser an der Hertistrasse 47 und 49. Im Februar sagte alt Stadtrat Eusebius Spescha im Namen der Eigentümer gegenüber dieser Zeitung, dass die Wohnqualität leiden werde. Der Wohnwert werde durch die neuen, viel näher stehenden Gebäude gemindert. Bauchefin Eliane Birchmeier wiegelt ab. Die Baulinien würden nun auf das sorgfältig ausgesuchte Siegerbauprojekt angepasst.

«Teilweise werden die Abstände zur Herti- und Aabachstrasse vergrössert, teilweise verringert. Die neuen Baulinien lassen nicht nur ein Näherbauen zu, sondern sie verlangen auch grössere Abstände.»

Hier sei eine differenzierte Betrachtungsweise erforderlich, betont Birchmeier. Konkret schrieb der bisherige Baulinienplan einen Mindestabstand von vier Metern zur Strasse vor. Mit dem noch bis am 7. Oktober aufliegenden Plan würden vier der sechs geplanten Mehrfamilienhäuser näher an die Hertistrasse rücken, an gewissen Stellen wird der Abstand zur Strasse aber auch deutlich grösser.

Äussern kann man sich bis am 7. Oktober lediglich zum Baulinienplan Hertistrasse – und nicht mehr zum Baugesuch Gartenstadt Zug. Innert Rechtsmittelfrist sind gegen das geplante Bauprojekt fünf Einsprachen eingegangen. Diese werden im Rahmen des Baubewilligungsentscheides abgehandelt. Wie die Bauvorsteherin Eliane Birchmeier bestätigt, wird das Geschäft dem Stadtrat in den kommenden Wochen unterbreitet. Der Baubeginn war ursprünglich für Mitte des kommenden Jahres angedacht, die Arbeiten sollten dann bis Februar 2025 dauern. Aufgrund der Einsprachen wird sich das Projekt allerdings verzögern, wie die Baugenossenschaft Familia Zug mitteilt.

Was in der Gartenstadt konkret geplant ist

Die 13 ehemaligen Arbeiterhäuser der Landis & Gyr entlang der Aabach- und der Hertistrasse sollen abgerissen und durch Neubauten ersetzt werden. Die Eigentümer – die Gebäudeversicherung Zug und die Baugenossenschaft Familia Zug – planen auf dem Areal unter anderem 6 Mehrfamilien- sowie 13 Reiheneinfamilienhäuser. Bereits 2015 wurde in einem Projektwettbewerb das Siegerprojekt «DEN-EN» auserkoren und anschliessend durch das obsiegende Architekturteam Office Haratori GmbH überarbeitet. Wie Anfang Jahr bekannt wurde, sind in zwei- bis dreistöckigen Holzbauten insgesamt 86 Wohnungen geplant, dazu 94 Parkplätze. Jedes Gebäude wird mit einer neuen Fernheizanlage verbunden, die an die Circulago-Energiezentrale der WWZ angeschlossen ist.

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