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PROJEKT: Junge Fachleute skizzieren Chams Zukunft

Studierende der Hochschule für Technik in Rapperswil haben sich mit der künftigen Nutzung des Papieri-Gleises und dem Strassenraum im Dorfzentrum befasst. Ihre innovativen Ideen sollen nicht zu Papiertigern werden.
Rahel Hug
Die fünf Abschlussarbeiten sind aktuell im Foyer des Mandelhofes in Cham ausgestellt. (Bild: Maria Schmid (Cham, 25. August 2017))

Die fünf Abschlussarbeiten sind aktuell im Foyer des Mandelhofes in Cham ausgestellt. (Bild: Maria Schmid (Cham, 25. August 2017))

Rahel Hug

rahel.hug@zugerzeitung.ch

Wie kann das geschichtsträchtige Papieri-Gleis für den Langsamverkehr umgenutzt werden? Und wie könnte der Strassenraum in Chams Zentrum aussehen, wenn dereinst die Umfahrung Cham-Hünenberg (UCH) fertiggestellt ist? Mit diesen Fragen haben sich Studentinnen und Studenten der Hochschule für Technik in Rapperswil im Rahmen ihrer Bachelorarbeiten intensiv beschäftigt. Letzte Woche haben die jungen Männer und Frauen – sie alle haben inzwischen den Landschaftsarchitektur-Abschluss in der Tasche – im Mandelhof ihre Projekte vorgestellt.

Der Raben- und der Bärenkreisel als Begegnungsplätze, Verweiloasen in Form von Kiesflächen entlang der Strasse, ein öffentlich zugänglicher Park beim Nestlé-Gebäude, zusätzliche Flächen für den Dorfmarkt, neue Beleuchtungskandelaber oder eine Baumallee, die die Hauptachse durchs Dorf säumt – es ist eine breite Palette an Ideen, die Patricia Achermann und Marion Vollmann in ihren jeweiligen Arbeiten präsentierten. Die beiden haben sich mit dem Strassenraum im Dorfzentrum befasst. Ihre Pläne haben unter anderem zum Ziel, die markanten Gebäude im Herzen Chams – etwa den Mandelhof – besser zur Geltung zu bringen und attraktive Begegnungsräume zu schaffen. Die Planung der UCH sieht bekanntlich vor, in Cham als flankierende Massnahme ein autoarmes Zentrum einzurichten. Umgesetzt werden soll dies mit einem Durchfahrtsverbot und mit Tempo 30. An diesen Rahmenbedingungen haben sich die beiden Studentinnen orientiert.

Neue Sitzelemente und ein Café in der Lokremise

Max Geiser, Nico Blaser und Philip Kluge haben sich Gedanken über die Zukunft des Papieri-Gleises gemacht. Diese Strecke birgt ein grosses Potenzial, da sie dereinst das Zentrum Chams mit dem neuen Quartier auf dem Papieri-Areal verbinden wird. Dort entstehen Wohnungen für rund 2000 Personen und rund 1000 Arbeitsplätze. Dadurch verstärke sich der Druck auf das Zentrum, kommt Max Geiser in seiner Arbeit zum Schluss, und die neue Siedlung verlange nach einer attraktiven Anbindung des Areals an die gesamte Stadt Cham. Sein Projekt trägt den Namen «Das Papieri-Gleis – ein Band, das verbindet». Die Idee umfasst drei Bänder: ein gelbes für die Fussgänger, dessen Farbe an das legendäre Bähnli erinnert, ein graues für Velofahrer oder Skateboarder und ein grünes, das für eine sinnvolle Bepflanzung steht. Das Projekt sieht vor, die Remise der Lokomotive als Café zu nutzen. Philip Kluge hat die Idee von verschiedenen Sitzelementen entlang des Pfades erarbeitet. Sie ähneln sich, sind aber je nach Abschnitt unterschiedlich ausgestaltet. Nico Blaser, der sich an den Grundelementen des Papiers (Wald und Wasser) orientiert hat, will eine «Grüne Ader» schaffen. Entlang dieser Achse sollen sich neue Hotspots, wie etwa ein Skatepark oder Picknicknischen, etablieren.

Ihre Projekte erarbeiteten die jungen Fachleute innerhalb von acht Wochen. «Ich fand die Kombination der Themen Verkehr und Aufenthaltsqualität spannend», sagt Marion Vollmann (24), die aus Baar stammt. Doch es sei eine Herausforderung gewesen, den zahlreichen verschiedenen Ansprüchen im Gebiet gerecht zu werden. Max Geiser wiederum fand die Auseinandersetzung mit einer möglichen postindustriellen Nutzung interessant. «Das Thema ist sehr aktuell», sagt der 28-jährige Basler. «Gleichzeitig war es für mich eine ungewohnte Arbeit, da es sich beim Papieri-Gleis um einen sehr engen, linearen Freiraum handelt.»

Die Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde und der Bildungsinstitution entstand im Frühjahr. Damals hatte die Hochschule in Cham angeklopft, ob man passende Aufgabenstellungen für Bachelorarbeiten habe. Prompt konnten die Abteilungen Verkehr und Sicherheit sowie Planung und Hochbau zwei Themen vorschlagen.

Der Chamer Bauchef Rolf Ineichen freute sich über den «positiven Wissenstransfer» und hielt fest: «Es ist immer spannend, wenn sich Aussenstehende mit unserer Gemeinde befassen.» Doch was passiert nun mit den innovativen Konzepten? Nach Möglichkeit sollen die Lösungsansätze bei der Planung der beiden Projekte mitberücksichtigt werden, wie Marc Amgwerd, Abteilungsleiter Verkehr und Sicherheit, nach den Kurzvorträgen erklärte. «Mit der Präsentation der Ideen ist es noch nicht vorbei», betonte er. Allerdings wird es wohl noch dauern, bis diese allenfalls Realität werden. Der Bau des Langsamverkehrsprojektes ist laut Amgwerd für das Jahr 2021 vorgesehen. Wann die Umfahrung schliesslich gebaut werden kann, ist unklar. Die Planung zieht sich aufgrund von Einsprachen in die Länge.

Hinweis

Die Projekte sind noch bis am Freitag, 8. September, jeweils zu den Öffnungszeiten der Einwohnergemeinde Cham im Mandelhof ausgestellt.

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