PROJEKTE: Diese Baustellen beschäftigen den Kanton Zug

In Zug herrscht auch im neuen Jahr eine rege Bautätigkeit. In den Gemeinden sollen zahlreiche Bauten realisiert werden – einige davon sind jedoch noch umstritten.

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Die Kantonsschule Zug soll eine Dreifachturnhalle erhalten. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Die Kantonsschule Zug soll eine Dreifachturnhalle erhalten. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Den Kanton Zug kann man wohl mit gutem Gewissen als Baukanton bezeichnen. So waren im vergangenen Oktober über 1700 Wohnungen im Bau, wobei der Ennetsee laut einer kantonalen Erhebung mit rund 550 im Bau befindlichen Wohnungen eine äusserst hohe Bautätigkeit aufwies. Die rege Bautätigkeit wird wohl auch in naher Zukunft nicht abreissen. Allerdings sind es nicht nur Wohnbauprojekte, die den Kanton Zug in diesem Jahr (2017) beschäftigen.

In der Stadt Zug wurde Mitte November des vergangenen Jahres mit dem Bau der Dreifachturnhalle an der Kantonsschule Zug begonnen. Die Arbeiten am 18,7-Millionen-Franken-Projekt werden noch rund zwei Jahre fortgesetzt, so dass die Halle Ende 2018 eröffnet werden kann.

In einem anderen Stadtteil soll in diesem Jahr ebenfalls der nächste Schritt für die Schulraumplanung getan werden. Es geht um den Erweiterungsbau des Schulhauses Riedmatt im Westen der Stadt. Das Projekt Laurentia wurde im April 2016 als Siegerprojekt in einem Wettbewerb auserkoren. Im ersten Quartal dieses Jahres will der Stadtrat das Projekt nun dem Grossen Gemeinderat (GGR) vorlegen. Im Sommer könnte dann die Volksabstimmung folgen und bei einem Ja allenfalls noch in diesem Jahr mit dem Bau begonnen werden. Bezugsbereit soll das Schulhaus dann im Spätsommer 2019 sein.

Neben Schulbauten tut sich auch in der Zuger Industrie was. Auf dem Areal der V-Zug werden in diesem Jahr mehrere Gebäude rund um Industrie-, Oberallmend-, Ahorn- sowie Göblistrasse abgerissen. Dies, damit eine neue Halle im Norden des V-Zug-­Areals gebaut werden kann. In der neuen Produktionshalle soll dann ab Mitte 2018 gearbeitet werden. Das Projekt hängt nur indirekt mit der Arealentwicklung und dem Projekt Technologiecluster Zug zusammen. Für dieses Grossprojekt wird derzeit im Hintergrund gearbeitet. Die Stadt Zug hat den entsprechenden Bebauungsplan beim Kanton zur Vorprüfung eingereicht. ­Diese wird voraussichtlich in den nächsten Wochen abgeschlossen.

Neubau auf dem Siemens-Areal wird begonnen

Auf dem Siemens-Areal wurde in den vergangenen Monaten am Abbruch des bestehenden Fabrikbaus gearbeitet. In den nächsten Wochen wird mit dem Neubau begonnen. Im Frühjahr will die Siemens ausserdem mit dem Neubau des Bürogebäudes starten. Die beiden Neubauten sollen im Herbst 2018 bezogen werden.Ebenfalls eine nächste Hürde wird das Grossprojekt der Gebietsplanung Unterfeld/Schleife in diesem Jahr nehmen. Auf dem Areal zwischen Baar und Zug sollen in den nächsten Jahren insgesamt 700 Wohnungen entstehen. Ob auf dem Grundstück, das zu einem Drittel auf Stadtzuger und zu zwei Dritteln auf Baarer Boden liegt, in diesem Jahr die Bagger auffahren, ist noch offen. Denn erst muss die Stimmbevölkerung in Baar und Zug an der Urne über das Projekt befinden. Die Abstimmung findet am 12. Februar statt.

Ein weiteres Grossprojekt, das sowohl Zug und Baar in diesem Jahr beschäftigen wird, ist der Bau der Tangente Zug/Baar. Die neue Strasse wird die Berggemeinden direkt mit dem Autobahnanschluss in Baar verbinden. Im Sommer 2016 haben die Arbeiten begonnen. Die Tangente wird voraussichtlich 2021 fertiggestellt.

Wann in Baar das Asylzentrum auf dem Obermühle-Areal realisiert werden kann, ist nach wie vor offen. Der Baustart war ursprünglich für Sommer 2016 vorgesehen, wegen Beschwerden verzögert sich das Verfahren jedoch. Mit einem Entscheid rechnet die Zuger Regierung, bei der der Fall aktuell liegt, Ende Januar.

Auch in Hünenberg hat der geplante Neubau der Asylunterkunft im Bösch keinen leichten Stand. Genau wie in Baar gingen Beschwerden ein. Seit September 2016 stehen die Profile, wann gebaut wird, ist noch unklar.

Eine Baustelle ist ebenfalls jene der Zentrumsüberbauung Dreiklang in Steinhausen. Der Rohbau ist abgeschlossen, und der Ausbau ist im Gange. Ende September soll das Mehrzweckgebäude eingeweiht werden. Ende November schliesslich wird das Gebäude mit dem Coop und den Alterswohnungen bezugsbereit sein. Ebenfalls im Zentrum wird in der Gemeinde Cham gebaut. Die Raiffeisenbank plant am Bärenkreisel ein neues Geschäfts- und Wohnhaus. Der Baustart mit dem Rückbau ist für Ende Juni 2017 vorgesehen.

Hoch hinaus geht es in Risch. Auf dem Suurstoffi-Areal in Rotkreuz entsteht derzeit das Gartenhochhaus Aglaya. Anfang 2019 sollen die Wohnungen im 70 Meter hohen Gebäude bezugsbereit sein. Bauherrin ist die ­Immobilienunternehmung Zug ­Estates. Ebenfalls auf dem Suur­stoffi-Areal entsteht in den nächsten Jahren der Hochschulcampus für das Departement Informatik der Hochschule Luzern. An der letzten Gemeindeversammlung hat die Bevölkerung zum Bebauungsplan Ja gesagt.

Eröffnung des Ägeribads im Sommer 2018 geplant

Fleissig gebaut wird auch in den Berggemeinden. In Menzingen wird die Kantonsschule derzeit aus- und umgebaut. Im Sommer 2015 fuhren die Baumaschinen auf, drei Jahre lang dauern die Arbeiten insgesamt. Mitten im Dorfzentrum von Neuheim wird ab März gebaut. Hier entsteht die Überbauung des Zehnderhof-Areals.

Bereits seit einer Weile laufen die Bauarbeiten für das Ägeribad auf der Wiese bei der ZVB in Oberägeri. Die Eröffnung des Bads, von dem das gesamte Ägerital profitieren soll, ist für Sommer 2018 vorgesehen. Bereits diesen Frühling will man die Aufrichte feiern.

In Walchwil sind die Strassenbauer am Werk. Mit dem Bau der Nordzufahrt, die den Namen Oberdorfstrasse tragen wird, geht es voran. Die Eröffnung ist für den Spätherbst 2018 vorgesehen. (st/rh)

 

Sparen bleibt weiter angesagt

Ein Blick in den Finanzplan der kommenden Jahre zeigt: Die Budgets und wohl auch die Rechnungen des Kantons Zug bleiben rot. 

Jetzt verlangt das Zuger Finanzhaushaltsgesetz, dass mittelfristig – also innert gut fünf Jahren – die Rechnung des Kantons ausgeglichen zu sein hat. Dieses Ziel hat sich der Zuger Finanzdirektor gesetzt. Deshalb werden Regierungs- und Kantonsrat auch dieses Jahr nicht ums Sparen herumkommen. Finanzdirektor Heinz Tännler hat bereits ein weiteres Sparpaket angekündigt. Eines, in das Massnahmen einfliessen, die in den Diskussionen ums Entlastungspaket II unbestritten waren. Letzteres wurde im vergangenen November vom Volk verworfen. 

Zudem wird die Umsetzung des Projekts «Finanzen 2019» um ein Jahr verschoben – dies, um die allfällige Umsetzung der Unternehmenssteuerreform III nicht zu beeinträchtigen, in die Tännler grosse Hoffnungen setzt. Er betont jedoch auch, dass eine Steuererhöhung mit dem Projekt «Finanzen 2019» kommen werde. (haz)