PUBLIC VIEWING: Drittligaklub zeigt Weltklassefussball

Nach langer Abstinenz dürfen sich Fans wieder freuen: Im Juni veranstaltet der FC Baar öffentliche Live-Übertragungen zur Europameisterschaft.

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Anspannung unter Zuger Nati-Fans: Ganz so viele wie beim Public Viewing 2008 in der UBS-Arena werden es diesen Sommer wohl nicht mehr. (Archivbild  Christof Borner-Keller)

Anspannung unter Zuger Nati-Fans: Ganz so viele wie beim Public Viewing 2008 in der UBS-Arena werden es diesen Sommer wohl nicht mehr. (Archivbild Christof Borner-Keller)

Wolfgang Holz

Noch 90 Tage sind es, bis die Schweiz gegen Albanien antritt. Wer dieses emotionale Fussballspektakel bei der EM in Frankreich zu Hause nicht nur vor dem heimischen Fernseher oder in einer Beiz miterleben möchte, sondern mit anderen Fans mitfiebern will, kann sich jetzt schon auf das Public Viewing freuen, das der FC Baar im Lättich organisieren wird. «Dieses soll nicht im grossen Rahmen stattfinden, sondern familiären Charakter haben», sagt Martin Pulver, Präsident des Baarer Fussballclubs, der in der 3. Liga spielt. Gedacht ist an eine Grösse von 300 bis 400 Zuschauer, die in Zelten neben dem Clubhaus im Lättich auf 75 Zoll grossen Fernsehern die Matches an der EM verfolgen können. Für Speis und Trank ist gesorgt, und der Verein baut auf seine vielen Helfer bei der Durchführung des Events.

Tische mit Konsumationspflicht

«Wobei wir unter der Woche nur jeweils die Abendspiele live im Rahmen des Public Viewings zeigen», meint Pulver. Am Wochenende werde man auch für die Nachmittagsspiele parat sein. Der Standort beim Vereinsheim mit Club- und Zusatzzelt biete sich an, weil dort die nötige Infrastruktur zur Verfügung stehe. «Der Eintritt ist frei, und jeder ist willkommen», sagt der Vereinschef. Es sei auch geplant, dass man Tische reservieren könne. «Diese sind für zehn Personen konzipiert und haben eine Mindestkonsumationspflicht von 300 bis 350 Franken.» Daneben gibt es natürlich auch genügend Stehplätze. Der FC Baar engagiert sich zusammen mit Sponsoren zum ersten Mal in Sachen Public Viewing. Ein Fussballereignis der besonderen Art, das in Zug bereits während der Europameisterschaft 2008 in der Schweiz und in Österreich ja auf grosse Gegenliebe stiess. Damals übertrug die UBS in 16 Arenen in der ganzen Schweiz die Spiele der EM, eine davon befand sich auf dem Stierenmarkt-Areal und lockte Tausende von Zuschauern an. Auch im Parkhotel Zug jubelten damals viele Fans in der extra eingerichteten Fussball-Lounge.

Andere ziehen Vorhaben zurück

Doch nach der EM 2008 verebbte die Lust am Public Viewing in Zug, genauer gesagt an der Organisation einer derartigen Veranstaltung. Die Fans guckten deshalb bei den darauffolgenden Welt- und Europameisterschaften in die Röhre. Zum einen fand sich kein Grosssponsor mehr. Kein Wunder: Alleine die Arena in Zug kostete die UBS 1,5 Millionen Franken. Zum anderen sind das Thema Nachtruhe und Vorschriften aller Art immer wieder Motivationskiller für viele Organisatoren. Auch in der Stadt Zug. Richard Rüegg etwa vom gleichnamigen Zuger Elektrogeschäft hatte sich überlegt, auf dem Arenaplatz vor der Bossard-Arena ein Public Viewing zur EM zu veranstalten. «Doch man braucht ja nach 22 Uhr eine Sondergenehmigung – da haben wir uns entschlossen, es bleiben zu lassen.»

Speziell ist im Juni, dass der Start der Fussballeuropameisterschaft in Frankreich mit dem Start der Tour de Suisse zusammenfällt – die ebenfalls in Baar über die Bühne geht. Das ist auch der Grund, warum Fussballfans auf dem Festgelände der Brauerei ebenfalls die Partie Schweiz - Albanien mitverfolgen können.