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Hagendornerin bastelt Puppenhäuser auf hohem Niveau

Für das Hobby von Prisca Schürpf aus Hagendorn ist eine grosse Portion Kreativität und Geduld gefragt.
Riccardo Cicchetti
Prisca Schürpf bastelt Puppenhäuser mit selbst gemachtem Inhalt.Bild: Maria Schmid (Hagendorn. 26. September 2019)

Prisca Schürpf bastelt Puppenhäuser mit selbst gemachtem Inhalt.Bild: Maria Schmid (Hagendorn. 26. September 2019)

Die meisten Mädchen hatten in ihrer Kindheit ein eigenes Puppenhaus. Damit konnten sie oft Stunden verbringen. In Hagendorn wohnt eine Frau, die auch als Erwachsene die Freude daran nicht verloren hat. Ein ganzes Zimmer ist voll von Exponaten, die das Hobby von Prisca Schürpf ausdrücklich zeigen. Darin stehen zwei grosse Puppenhäuser und zahlreiche kleinere Nachbauten einer Zahnarztpraxis oder eines Malateliers.

Im Gespräch mit unserer Zeitung erinnerte sie sich an die Entstehung von vielen kleinen Gegenständen: «Diese Blumen habe ich aus Papier hergestellt, alle einzeln. Bei den kleinen Konservendosen war die grösste Herausforderung nicht die Herstellung, sondern die Frage, aus welchem Material ich sie anfertigen kann.» Ein Puppenhaus ist bereits fertig. Zehn Jahre habe sie dafür gebraucht, erzählt die 63-Jährige, die mit schwerst suchtabhängigen Personen arbeitet. «Mein Ziel ist es nicht, ein solches Haus innerhalb kürzester Zeit aufzubauen. Es handelt sich um ein Hobby, nicht um einen Vollzeitjob.»

Ausstellung im November geplant

Das Basteln sei eine geniale Nebenbeschäftigung. Sie kenne dadurch viele Leute rund um den Globus. Dabei zeigt sie kleine Bärchen, die sie aus Brasilien bezogen hat. «Ich bestelle viele Gegenstände in der ganzen Welt. Viele brauche ich für meine Projekte und sonst stelle ich sie einfach aus, bis ich sie benötigen kann.» Bei der Fertigung eines Puppenhauses stellt Schürpf die Fassade sowie die Tapeten in Neuheim bei einem guten Freund im Atelier her.

Durch diese Werkstatt kam sie auch zu ihrem Hobby. Zunächst stellte ihr Bekannter den Grundriss her, Schürpf kümmerte sich dann um die Inneneinrichtung. Jetzt macht sie alles selbst. «Ich bin sozusagen zu ihm in die Lehre gegangen», fügt sie mit einem Lächeln hinzu. Das Spannende an der Arbeit sei, dass man alles nach der eigenen Vorstellung und den eigenen Ideen kreieren könne. «Ich habe die Idee gehabt, ein Hochzeitszimmer zu konstruieren. Dabei fehlen natürlich auch die Unterhosen und der BH nicht. Man kann alles nach den individuellen Wünschen gestalten.»

Ab und zu stellt Schürpf ihre Kunst auch bei Ausstellungen aus, im November findet eine in Baar statt. «Dabei verkaufe ich einige kleine Sachen. Die Puppenhäuser bleiben allerdings bei mir.» Da habe sie unglaublich viel Herzblut hineingesteckt, diese seien unverkäuflich. Mit den Jahren hat natürlich auch die Erfahrung bei Schürpf zugenommen.

Nun plant sie ein Projekt, bei welchem sie auch anderen Leuten ihr Handwerk beibringen kann. «Nächstes Jahr gehe ich in Pension, sodass ich mich dazu entschieden habe, für ein bis zwei Monate nach Sabinov in die Slowakei zu gehen und die dort ansässigen Roma-Frauen bezüglich Handarbeit auszubilden.» Dabei gehe es aber nicht um die Puppenhäuser, sondern vielmehr um Wandbehänge, ihre zweite grosse Leidenschaft.

Schürpf engagiert sich bei einer Mission vom Christlichen Treffpunkt in Baar. «Frauen sollen auch im Osten den gleichen Stellenwert haben wie bei uns. Wenn ich wieder abreise, sollen sie die Wandbehänge selber herstellen können.» Eines ist klar: Die passionierte Handwerkerin wird nach ihrer Pensionierung alle Hände voll zu tun haben.

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