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«Puurpuur-Dörfli» auf dem SBB-Areal Kirschloh in Zug vor dem Aus

Im Juni 2018 ist auf dem Güterbahnhof-Areal ein temporäres Restaurant eröffnet worden. Dies wird nun – das Erscheinen eines weissen Ritters ausgenommen – 12 Monate früher als geplant seine Tore schliessen.
Charly Keiser
Essen «über den Geleisen» im «Puurpur-Dörfli» auf dem Güterbahnhofareal in Zug ist bald Geschichte. (Bild: Maria Schmid, 20. September 2018)

Essen «über den Geleisen» im «Puurpur-Dörfli» auf dem Güterbahnhofareal in Zug ist bald Geschichte. (Bild: Maria Schmid, 20. September 2018)

Bis Ende Februar 2020 hätte das «Puurpuur-Pop-up-Dörfli» auf dem SBB-Areal Kirschloh in Zug bestehen sollen. Doch wenn kein Wunder passiert, werden die letzten Essen und Getränke am 1. Februar verkauft und der Gastrobetrieb nach den geplanten Fasnachtsferien nicht mehr wieder geöffnet. Denn wie der «Zuger Zeitung» zugetragen wurde, ist auf besagten Termin hin allen Mitarbeitern gekündigt worden.

«Stimmt», bestätigt Stephan Würth, Initiant des «Puurpur-Dörfli». «Wir haben ein zu knappes Anfangsbudget gehabt und aus verschiedenen Gründen zu hohe Anfangsinvestitionen tätigen müssen.» Auch seien die Fixkosten zu hoch, weil einiges günstiger zu haben gewesen wäre. «Und leider blieb zum Teil die versprochene Unterstützung aus.»

Initiant hat noch Hoffnung

Noch hegt Würth einen Funken Hoffnung: «Der Besitzer des Restaurant-Gebäudes wollte dieses eigentlich schon abholen», erzählt er. «Doch ein Kunde hat ihm gesagt, er solle es doch noch stehen lassen.» Das Gebäude wurde aus viel Holz und in Leichtbauweise extra für diesen Zweck erstellt. Für nur gerade 190000 Franken könne es erstanden werden, führt Würth aus: «Ein Schnäppchen. Vielleicht findet sich ja jemand, der es kauft, und es uns zu einem minimalen Zins noch ein Jahr zur Verfügung stellt.»

Hoffnung schöpft Würth ausserdem aus dem Umstand, dass sich Leute aus der Gastrobranche für seine Idee interessieren. Diese beinhaltet das Ausschalten des Zwischenhandels und den direkten Kontakt zwischen Bauern und Erzeugern mit den Restaurants. «Ich bin angefragt worden, wie weit wir damit sind und wie es läuft. Mir scheint, dass ganz viele Leute möchten, dass es im Dörfli weitergeht.»

Die Idee des «Puurpur-Dörflis» ist, dass es immer wieder an einem anderen Ort für ein paar Monate als Zwischennutzung auferstehen soll. Dabei wird die gesamte Wertschöpfungskette in die Informatikplattform integriert, wie Würth zu Beginn des Projekts erklärte. Was die Leute zu essen bekämen, sei zuvor nachhaltig und regional produziert sowie saisongerecht und gesund gekocht worden. «Das Ganze ist ein neuartiges Foodkonzept: Dabei ist das Gemüse der spannende Star und das Fleisch das Beigemüse.» Gekocht werde regional, saisonal, gesund, einfach und wenn möglich immer mit Bio-Produkten.

Die Integrations- und Prozess-Plattform sei Kern des Konzepts, ergänzt Würth. «Sie bietet eine bessere Kollaboration der verschiedenen Teilnehmer der Wertschöpfungskette. Also den Bauern, Lieferanten, Gastronomen, Gästen und Fachhändlern. Das Konzept ist: vom Feld auf den Teller.»

Ein Beispiel-Prozess sei auf ihrer App abgebildet, erklärt Würth. Dabei könne der Gast durch eine Vorbestellung oder der Wahl eines ruhigen Zeitfensters Geld sparen und der Gastronom nachhaltiger und effizienter arbeiten. Besonders die Puurpuur-App, deren Funktion und Nutzen sei bei der jungen Generation sehr gut angekommen.

Geringe Visibilität

«Es wäre wirklich schade, wenn wir ein Jahr zu früh aufhören müssten», sagt Stephan Würth und fügt an: «Denn am Abend haben wir wirklich viel und genug Kundschaft. Dies vor allem auch dank der zahlreichen und erfolgreichen Partys.» Es hapere leider noch an den Mittagen und die Visibilität des Dörflis sei halt relativ gering. «Wir bräuchten noch etwas Zeit, um bekannter zu werden. Im Moment sieht es zwar nicht gut aus, aber ich hoffe noch auf einen weissen Ritter.»

www.puurpur.ch

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