Quartier kommt ohne einzigen Tropfen Öl aus

Auf dem Areal «Suurstoffi» in Risch-Rotkreuz entsteht derzeit ein neues Quartier mit rund 600 Wohnungen und 2500 Arbeitsplätzen, das ohne einen Liter Erdöl auskommt. Der gesamte Energieverbrauch wird emissionsfrei vor Ort erzeugt.

Drucken
Teilen
Die Überbauung «Suurstoffi» in Rotkreuz nimmt konkrete Formen an. (Bild: Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Die Überbauung «Suurstoffi» in Rotkreuz nimmt konkrete Formen an. (Bild: Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Die Wärmeversorgung basiert auf der Wärmerückgewinnung und der saisonalen Speicherung der Überschusswärme im Sommer. Dieser Überschuss wird über einen Anergieverbund gefasst, in einem grossen Erdsondenfeld gepeichert und im Winterhalbjahr für Warmwasser und Raumwärme wieder entzogen.

Die erste Etappe umfasst 220 Sonden, die 150 Meter tief in den Boden gebohrt werden. Es handle sich dabei um das bisher grösste in der Innerschweiz gebaute Anergienetz, schreibt die für den Bau des neuen Quartiers verantwortliche MZ-Immobilien AG in einer Mitteilung vom Donnerstag.

Die im Quartier installierten Photovoltaikanlagen bieten einen Jahresertrag, der dem Energiebedarf der haustechnischen Anlagen entspricht. Dank diesem Konzept der Energieversorgung werde die gesamte benötigte Energie vollständig vor Ort erzeugt, hält die MZ- Immobilien fest.

Vom Kanton unterstützt

Das Quartier ist autofrei, es gibt nur Fuss- und Radwege, der motorisierte Verkehr wird am Rand des Quartiers oder unterirdisch geführt. Bei sämtlichen installierten Geräten und Produkten wird auf eine hohe Energieeffizienz geachtet - und das auch in den Mietwohnungen.

Das Konzept der Anergienetze sei zwar seit längerem bekannt, bisher aber noch wenig umgesetzt worden, wird der Zuger Baudirektor Heinz Tännler in der Mitteilung zitiert. Der Kanton Zug begrüsse es, wenn alle Möglichkeiten des ökologischen Bauens ausgelotet würden und habe sich daher entschlossen, das Nachhaltigkeitskonzept der Überbauung «Suurstoffi» mit 125'000 Franken zu unterstützen.

Das Projekt wird vom Zentrum für integrale Gebäudetechnik der Hochschule Luzern begleitet und qualifiziert. Ein jährliches Monitoring soll Grundlagen für kontinuierliche Verbesserungen und für weitere nachhaltige Projekte liefern.

sda