RADIO: Ein Zuger fördert einheimisches Schaffen

Dominique Marcel Iten leitet die Sendung «Schweizer Musik» beim Radiosender SRF Virus. Der Moderator verhilft dabei Bands zum Durchbruch.

Michael Pablé
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Dominique Marcel Iten bietet Schweizer Bands eine Plattform im Radiostudio. (Bild SRF)

Dominique Marcel Iten bietet Schweizer Bands eine Plattform im Radiostudio. (Bild SRF)

Musik aus der Schweiz: Dieses Thema steht bei Dominique Marcel Iten seit einiger Zeit im Vordergrund. Der Zuger hat nämlich vor rund einem halben Jahr die Leitung der SchweizerMusik-Sendung beim Radio SRF Virus übernommen. «Auf SRF Virus spielen wir pro Tag im Schnitt 50 Prozent Schweizer Musik. Oft sind es Bands, die noch nie einen Auftritt im Radio hatten.» Und genau das sei auch sein Ziel. «Ich bin ständig auf der Suche nach neuen, unbekannten Bands mit Potenzial», erklärt der 27-Jährige.

«Da kommen Heimatgefühle auf»

Als Dominique Marcel Iten vor sieben Jahren aus dem Kanton Zug wegzog, um sein Medienstudium in Chur anzufangen, fiel ihm das nicht leicht. «Ich muss zugeben, dass ich den Kanton Zug und Unterägeri schon sehr vermisse. Viele Freunde, die ich bereits vor meiner Studienzeit hatte, leben in Zug.» Zurzeit wohnt er noch in Luzern, aber er habe vor, in den nächsten Jahren wieder zurück nach Zug zu ziehen.

Trotz seiner Arbeit und des anderen Wohnorts hat Iten letzten Sommer ziemlich viel Zeit in Ägeri verbracht: «Im Sommer war ich häufig am Ägerisee und habe dort viele meiner Freunde getroffen. An diesem wunderschönen Fleckchen Erde kommen bei mir einfach immer Heimatgefühle auf.»

Konstruktive Rückmeldungen

Wenn der Moderator am See die Sonne geniesst und dazu etwas Musik hört, dann ist er gleichwohl am Arbeiten. Dominique Marcel Iten hat es sich zum Ziel gesetzt, noch unbekannten Schweizer Bands aus Rock, Pop, Rap und Elektro zu helfen, dass ihre Songs im Radio gespielt werden. Er ist ständig auf der Suche nach neuen Gruppen oder erhält CDs von solchen zugesandt. Iten hat sich zudem zum Vorsatz gemacht, jedes Album, ganz egal, wie gut oder schlecht es ist, vollständig anzuhören und der Band dann ein konstruktives Feedback zu geben. «Ich will die Schweizer Musiker pushen und fördern. Würde ich da gewisse CDs einfach links liegen lassen, könnte ich der Band auch keine Rückmeldungen und Verbesserungsvorschläge geben», erklärt er. Iten favorisiert dabei keine bestimmte Musikrichtung. «Ich mag eigentlich jegliche Art von Musik, aber sie muss gut sein», sagt er.

Promotor für Schweizer Musik

Wöchentlich lädt Dominique Marcel Iten einen Gast nach Zürich ins Studio ein, wo dieser die Möglichkeit erhält, live ein Interview zu geben und Songs aus seinem Album zu spielen. Oft ist dies der erste Auftritt des Musikers in der breiten Öffentlichkeit. «Mit solchen Interviews erhalten die Bands eine weitere Plattform und werden dadurch bekannter. Die Karrieren einiger sehr erfolgreicher Bands hatten ihren Anfang schon hier bei uns im Virus-Studio», erzählt er. Es sei ausserdem immer schön zu beobachten, wie eine Band zum Erfolg komme. «Teilweise sind sie so gut, dass ich sie anschliessend auf dem Sender SRF 3 abspielen kann, wo ich auch arbeite», sagt Iten. Der gebürtige Unterägerer erinnert sich dabei gleich an eine Geschichte. «Einmal lag ein Album einer Tessinerin auf meinem Schreibtisch. Ich hatte sie vorher noch nicht gekannt, doch es war etwas vom Besten, was ich seit langem gehört habe.» Nach ihrem Auftritt bei Virus sei sie gar in diversen Kulturmagazinen vorgestellt worden. «Das war eine unglaubliche Geschichte», sagt Dominique Marcel Iten.

Eine Nachricht, die Dominique Marcel Iten besonders gefreut hat, ist die Ankündigung des Themenmonats «Die Schweizer» im November. Während eines Monats wird sich dabei bei SRF alles um die Schweiz drehen – im Programm von SRF Virus auch bei der Musik. «Das finde ich natürlich super», sagt Iten mit einem Lächeln.