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RAIFFEISEN: Oberägeri kämpft um eine Bankfiliale

Der Gemeinderat sucht das Gespräch mit den Bankverantwortlichen, darüber hinaus hat sich eine Interessensgemeinschaft gebildet. Grund zur Zuversicht besteht jedoch kaum.
Raphael Biermayr
Die Raiffeisenbank-Filiale in Oberägeri soll voraussichtlich 2019 geschlossen werden. (Bild: Werner Schelbert (22. März 2018))

Die Raiffeisenbank-Filiale in Oberägeri soll voraussichtlich 2019 geschlossen werden. (Bild: Werner Schelbert (22. März 2018))

Raphael Biermayr

raphael.biermayr@zugerzeitung.ch

Es war eine böse Überraschung für manchen Besucher der kürzlich abgehaltenen Mitgliederversammlung der Raiffeisenbank Ägerital-Sattel: Der Verwaltungsrat gab bekannt, dass die Filiale in Oberägeri voraussichtlich im Jahr 2019 geschlossen wird. Obwohl genossenschaftlich organisiert, können die über 8000 Mitglieder bei einer solchen Entscheidung nicht mit­reden. In den Folgetagen setzte das Unternehmen seine Kunden auch schriftlich über das Aus der Filiale ins Bild. Als Gründe führt es kurz gesagt die heutige Zeit an: Immer weniger Kunden würden den Schalter nutzen, 60 Prozent ganz darauf verzichten.

Oberägeris Gemeinderat, der um jeden Arbeitsplatz im Dorf kämpft, wurde ebenfalls vom Entscheid überrascht und bedauert diesen selbstredend. Er habe ein persönliches Gespräch mit den Bankverantwortlichen verlangt, teilt die Gemeindeschreiberin Jirina Copine auf Anfrage mit. Man darf davon ausgehen, dass die Lokalpolitiker versuchen werden, die Filiale im Dorf zu behalten. Damit ist sie nicht allein: Es wurde von Einwohnerseite eine Interessensgemeinschaft (IG) gegründet, die dasselbe Ziel verfolgt. Gemäss dem Medienbeauftragten Klaus Bilang würde man eine entsprechende Petition lancieren. Die Argumente der IG sind neben der «guten finanziellen Situation» der Bank zum Beispiel auch die lokale Verwurzelung und die Tradition: Die Raiffeisenbank Oberägeri-Sattel wurde 1937 gegründet und ist mit Menzingen-Neuheim die älteste im Kanton Zug.

Vereine sollen weiterhin unterstützt werden

Allein, es fehlt an Gründen für Zuversicht. Michael Iten, der Verwaltungsratspräsident der Raiffeisenbank Ägerital-Sattel, sagt: «Der Entscheid ist das Ergebnis einer umfassenden Analyse.» Als Bewohner von Oberägeri bedauere er es, wenn ein Geschäft aus dem Dorf verschwinde. «Aber ich muss in diesem Fall für die Bank denken.» Es sei nicht so, dass die Raiffeisen nach der Filialschliessung nicht mehr «Teil des Dorflebens» sein würde. «Wir unterstützen weiterhin Anlässe und Vereine, in Zukunft eher verstärkt», führt Iten aus. Er sagt, dass auch die Ableger in Sattel und Unterägeri überprüft worden seien. Schliesslich habe die Lage den Ausschlag gegen Oberägeri gegeben: Die beiden an­deren Gemeinden sind innert weniger Minuten erreichbar. Ausserdem würde man auf Wunsch auch bei den Kunden zu Hause Beratungen durchführen.

Der Verwaltungsrat habe sich erst vor wenigen Wochen zur Schliessung entschlossen. Neben dem Kundenverhalten liegen dem auch Sparüberlegungen zugrunde. «Der Markt ist immer umkämpfter, und wir erwarten einen deutlichen Rückgang auf der Ertragsseite. Wir müssen auch auf der Kostenseite darauf reagieren», sagt Iten. Auf die Frage, ob die für den Betrieb der Filiale angegebenen 200000 Franken pro Jahr ein grosser Betrag für die Bank (Bilanzsumme: 1,1 Milliarden Franken) sind, sagt Iten: «Das ist sehr viel Geld.» In diesem Betrag sind Abschreibungen und Personalkosten nicht eingerechnet, denn die Mitarbeiter werden an den anderen Standorten weiterbeschäftigt werden.

Im Januar 2016 wurde Michael Iten in unserer Zeitung indirekt mit der Aussage zitiert, dass infolge der bevorstehenden Fusion der Raiffeisenbanken Unterägeri und Oberägeri-Sattel keine Filialen geschlossen würden. Darauf angesprochen, sagt Michael Iten: «Wir haben nie eine zeitliche Garantie dafür abgegeben.»

Kein Bankomat beim Ägeribad

Die Chancen stünden gut, dass es nach der Schliessung der Filiale wenigstens einen Bankomaten der Raiffeisen in Oberägeri geben wird, sagt Michael Iten. Derzeit sei man auf der Suche nach einem Standort dafür. Beim neuen Ägeribad sei man auf Ablehnung gestossen.

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