Neue Chancen: Zwei Raiffeisenbanken planen die Fusion

Die Genossenschaften Merenschwand-Obfelden und am Lindenberg möchten sich zusammenschliessen. Im März soll darüber an der Generalversammlung befunden werden.

Marc Ribolla
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Gerhard Niederberger, André Kissling, Kilian Rosenberg und Reto Hübscher (von links) bereiten die Fusion vor.

Gerhard Niederberger, André Kissling, Kilian Rosenberg und Reto Hübscher (von links) bereiten die Fusion vor.

Bild: Marc Ribolla

Im Bankenbereich bahnt sich im Oberfreiamt im kommenden Jahr eine grössere Veränderung an. Die beiden Raiffeisenbanken Merenschwand-Obfelden und am Lindenberg mit den Standorten Auw und Beinwil möchten ihre Genossenschaften zusammenschliessen. Die Genossenschafterinnen und Genossenschafter der beiden Banken werden im Rahmen einer Orientierungsversammlung Ende dieses Novembers über die Beweggründe und Aussichten des Zusammengehens informiert. Die Fusion wird anschliessend an den ordentlichen Generalversammlungen voraussichtlich im März 2021 traktandiert und bei einer Annahme rückwirkend auf den 1. Januar 2021 in Kraft gesetzt.

Gegenüber unserer Zeitung erklärt Kilian Rosenberg, der Verwaltungsratspräsident der Raiffeisen am Lindenberg: «Zusammenschlüsse sind eine Zeiterscheinung. Unsere Haltung war und ist immer, dass wir aktive Mitgestalter des Wandels sind.» Und weiter hält er fest: «Als kleinere lokale Raiffeisenbank muss man à jour bleiben, das erwarten auch die Kundinnen und Kunden.»

Neue Bilanzsumme knapp eine Milliarde Franken

Neue Technologien und gestiegene Mobilität würden Prozesse verändern und den Kunden einen leichteren Zugang zu Informationen ermöglichen. Zudem seien auch die Qualitätsansprüche gestiegen. «Mit mehr Grösse können wir einerseits zusammen dem Kunden mehr Kompetenz bieten und andererseits auch unseren Mitarbeitern besseres Entwicklungspotenzial offerieren. Das bringt auf beiden Seiten Vorteile», sagt Kilian Rosenberg. Nach der Fusion der beiden Bankinstitute würde eine Raiffeisenbank mit rund 6700 Mitgliedern, 43 Mitarbeitenden und einer Bilanzsumme von derzeit gut einer Milliarde Franken entstehen. Im Bilanzsummenvergleich aller 229 Schweizer Raiffeisengenossenschaften würde die neue Bank auf Platz 86 aufsteigen. Gegenwärtig sind beide im hinteren Bereich angesiedelt. Merenschwand-Obfelden liegt mit 551 Millionen Franken auf Platz 181, am Lindenberg befindet sich mit 462 Millionen Franken nur auf dem 205. Rang.

Bis November soll alles Weitere geklärt sein

Bis im kommenden November werden nun die detaillierten Modalitäten des partnerschaftlichen Zusammenschlusses ausgearbeitet. Dann werden auch der zukünftige Name, die Bankleitung und die Zusammensetzung des Verwaltungsrates bekannt sein.

Kilian Rosenberg ist optimistisch, dass die Versammlungen der Fusion zustimmen. «Ich habe ein sehr gutes Gefühl. Die Leute sind nicht erstaunt darüber und sehen es als einen vernünftigen Schritt mit Chancen an», sagt Rosenberg.