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Die Gemeinde Oberägeri benötigt mehr Raum für zeitgemässen Unterricht

Seit 2012 ist die Schulraumplanung in der Gemeinde Oberägeri ein wichtiges Thema. Am Samstag wurde die Öffentlichkeit im Rahmen eines Politcafés über die geplanten Bauvorhaben orientiert.
Dorotea Bitterli
Für den modernen Unterricht benötigt die Gemeinde Oberägeri mehr Schulraum. (Symbolbild: Gina Böhme)

Für den modernen Unterricht benötigt die Gemeinde Oberägeri mehr Schulraum.
(Symbolbild: Gina Böhme)

Wachsende Schülerzahlen und veränderte pädagogische Anforderungen stellten 2012 die Gemeinde Oberägeri vor die Frage nach neuem Schulraum. Anlässlich eines Politcafés favorisierte die Oberägerer Bevölkerung den Lösungsansatz, dass «die Schule im Dorf» bleiben sollte. Seither pflegt der Gemeinderat eine Schulraumplanung mit kurz-, mittel- und langfristiger Strategie, gestützt auf eine ausgedehnte Machbarkeitsstudie der Firma Metron AG, Baden, die in den Jahren 2014 bis 2016 entstand.

Diverse Massnahmen konnten bereits umgesetzt werden, um das Raumdefizit zu überbrücken: die Sanierung und der Ausbau des Schulhauses Morgarten, neue Gruppenräume in der Hofmatt 1, der Ausbau der Grundstufe Kirchmatt und die vorübergehende Nutzung des «alten Schulhauses» am Bachweg.

60 Interessierte am Politcafé

Anlässlich der nächsten Gemeindeversammlung vom 17. Juni werden der Bevölkerung nun weitere wichtige Bauvorhaben zur Abstimmung vorgelegt. Gelegenheit zu detaillierter Information und Diskussion bot am Samstagmorgen wieder ein Politcafé. Vor Ort waren Gemeindepräsident und Bauvorsteher Pius Meier, Schulkommissionspräsident Marcel Güntert, der Rektor Roman Fässler und die Kommunikationsverantwortliche Manuela Kaech.

Gegen 60 Interessierte fanden sich im Foyer der Dreifachhalle Hofmatt ein. Als Erstes erläuterte Roman Fässler den «guten Unterricht» von heute: Er ist nicht mehr klassen-, sondern schülerzentriert und fördert aktives, entdeckendes, eigenständiges Lernen. Als Basis dafür gilt die Pflege der Beziehungen, die Arbeit im Team wird betont, und heutige Lehrpersonen sind aufgefordert, aktiv zwischen Frontalunterricht, Gruppen-, Partner- und Einzelarbeit abzuwechseln (Lehrplan 21). Dazu sind flexible Unterrichtsräume mit beweglicher Einrichtung nötig.

Drei geplante Bauprojekte

«In der jetzigen Planungsphase steht der Neubau der Hofmatt 4 West im Zentrum», schilderte Marcel Güntert. Das ehemalige Wohnhaus soll einem Neubau weichen und als zukünftiges Primarschulhaus 7 Klassenzimmer, 7 Gruppenräume, ein Multifunktionsraum, das Lehrerzimmer und den Schulleitungstrakt beinhalten. Alle pädagogischen Anforderungen waren zuhanden des Architekten-Wettbewerbs formuliert worden. Aus dem Auswahlverfahren ging das Projekt «Vierklang» der beiden Architektinnen Shadi Rahbaran und Ursula Hürzeler aus Basel als Sieger hervor. Die beiden waren am Politcafé ebenfalls anwesend. Beeindruckend durchdachte Pläne und Visualisierungen, zusammen mit einer Kostenschätzung von zirka 7.9 Millionen, findet man übersichtlich ausgewiesen in der Einladungsbroschüre zur Gemeindeversammlung.

An zweiter Stelle soll das Schulhaus Fischmatt für eine Nutzung von drei Grundstufenabteilungen ausgebaut werden. Aufstockung, Fassadensanierung und eine neue Fotovoltaikanlage auf dem Dach obliegen der Mathis Maier Architekten AG. Pläne und Kostenschätzung von zirka 1.6 Millionen Franken sind in der genannten Broschüre ebenfalls aufgeführt.

Um die bereits vorhandenen Schulräume optimal zu belegen, sollen auch die älteren Schulhäuser Hofmatt 1 bis 3 Anpassungen und Nutzungsänderungen erfahren. Der Gemeinderat beantragt dafür einen Kredit von 899000 Franken.

Nicht im Luxusbereich

In der anschliessenden Diskussion wurde Kritik an der bisherigen Umgebungsgestaltung laut: «Zu viel Hartboden, zu wenig Grün», stellte ein ehemaliger Lehrer fest. Die Aufwertung des Pausenareals sei jedoch ein separates, zukünftiges Projekt, wie Güntert versicherte. Eine weitere kritische Frage betraf generell den durchschnittlichen Platzbedarf pro Schulkind. «Wir bewegen uns da im Durchschnitt», erklärten alle Podiumsreferenten, «im Vergleich zum Richtraumprogramm benachbarter Kantone, die pro Klasse zwischen 70 und 75 Quadratmeter berechnen, liegt Oberägeri mit geplanten 70 Quadratmeter nicht im Luxusbereich.» Alle hoffen nun auf die Unterstützung der Bevölkerung.

Weitere Infos auf www.oberaegeri.ch/Politik und Verwaltung/Gemeindeversammlung.

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