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Wieder Wahlkampf im Kanton Zug

Der Wahlkampf für die nationalen Wahlen im Herbst hat bei den meisten Parteien schon begonnen. Der persönliche Kontakt wird als wichtig erachtet – jedoch wird nicht jeder Kandidat von Tür zu Tür gehen.
Andrea Muff
Noch ist der Schilderwald im Kanton nicht so gross wie im vergangenen Herbst. (Bild: Werner Schelbert (Baar, 9. September 2018))

Noch ist der Schilderwald im Kanton nicht so gross wie im vergangenen Herbst. (Bild: Werner Schelbert (Baar, 9. September 2018))

Kaum sind sie weg, sind sie schon wieder da: Die Rede ist von den Konterfeis der Politiker, die gewählt werden wollen. Dieses Jahr wollen sie nach Bern ins nationale Parlament. Die Wahlen sind am 20. Oktober. Momentan herrscht das FDP-Blau an den Strassenrändern noch vor, aber schon bald folgen die anderen Parteifarben auch.

Doch setzten die Parteien in diesem Wahlkampf nur auf Plakate? Der letzte ist noch nicht lange her und aus ihm haben die Parteien Schlüsse gezogen. «Wir haben einmal mehr erfahren, dass es nicht reicht, nur Plakate aufzustellen», resümiert Marc Reinhardt, Kommunikationsverantwortlicher der FDP Zug. Der persönliche Kontakt sei entscheidend und fügt hinzu: «Wir setzen auf eine ‹Door to door›-Kampagne.» Die Liberalen haben bereits mit einer Vorkampagne gestartet. Die Hauptkampagne beginne nach den Sommerferien und daure bis zum Wahlsonntag. Er gibt zu: «Der Wahlmarathon zehrt schon etwas an den Kräften und an den Budgets.» Mit fünf Kandidaten für den Nationalrat füllt die FDP keine zwei Listen. Reinhard erklärt: «Wir setzen dabei nicht auf Quantität und möglichst viele Listen mit Füllerkandidaten, sondern auf Qualität und auf starke und valable Kandidatinnen und Kandidaten, die überzeugen.»

Anders geht die SP Zug vor: Sie füllt zusammen mit der Juso sieben Listen für den Nationalrat. «Bei uns geht’s nicht um Egoshooter, sondern um breite Abstützung durch starke Kandidierende», sagt Kantonalpräsidentin Barbara Gysel. Ein linker Sitz in Bern ist das Ziel. Um dieses zu erreichen, setzt die Partei auf den persönlichen Kontakt, sei es an der Haustür oder am Telefon. «Heutzutage, mit derart vielen medialen Möglichkeiten, wird es für die Parteien insgesamt immer herausfordernder, wie man auch an Personen herantreten kann, die nicht traditionelle Urnengänger sind», gibt Gysel zu bedenken. Deshalb sollen die Kandidierenden ihre persönlichen Netzwerke und Möglichkeiten nutzen. Sie spricht den vor kurzem veröffentlichten Wahlbarometer der SRG an, der einen Linksrutsch prophezeit. Sich darauf auszuruhen, wäre aber falsch: «In Zug ist es aber immer etwas anderes, denn Zug ist eine Bastion der Bürgerlichen», weiss Gysel.

Der Alternativen – die Grünen (ALG) geht es in erster Linie um die Rückeroberung des linken Nationalratssitzes. Letztere setzt ebenfalls auf den persönlichen Kontakt. «Es finden Strassen- und Standaktionen statt, es werden Flyer verschickt, es wird telefoniert und gewisse Kandidierende werden auch von Tür zu Tür gehen», verrät Präsident Andreas Lustenberger. Er betont, dass Grüne Themen im Hoch seien. «Nun geht es darum, dieses Potenzial zu mobilisieren.» Das Fazit der Wahlen im letzten Herbst fällt positiv aus: «Unsere Analyse hat ergeben, dass man am besten möglichst früh mit dem Wahlkampf beginnt», so Andreas Lustenberger. Somit laufe der Wahlkampf seit Anfang Jahr und werde von Woche zu Woche intensiver.

Authentizität ist wichtig

Der Wahlkampf der CVP hat offiziell mit der Nomination Anfang Juni begonnen. «Am intensivsten für die Kandidatinnen und Kandidaten ist die Zeit nach den Sommerferien bis zu den Wahlen», weiss Kantonalpräsidentin Laura Dittli. Und wie sieht der Wahlkampf aus? «Eigentlich kann man es in einem Satz sagen: Raus aus der Stube zu den Menschen. Wer sich nicht zeigt bei seinen Wählerinnen und Wählern, kann einen erfolgreichen Wahlkampf nie kompensieren durch Plakatkampagnen, Social Media oder Inserate», stellt Laura Dittli weiter klar. Bei der Präsentation sei die Authentizität wichtig.

Die Grünliberalen starten den Wahlkampf nach den Sommerferien. Auch die GLP setzt auf den persönlichen Kontakt. «Eine Tür-zu-Tür-Kampagne nach amerikanischen Vorbild ist aber nicht vorgesehen», schränkt Co-Präsident Daniel Stadlin ein und fügt hinzu: «Wir verfügen über ein eingespieltes und motiviertes Wahlkampfteam und können auf den letztjährigen Erfahrungen aufbauen.» Dabei sei die zeitliche Nähe eher von Vorteil. «Die Kandidierenden kennen die Abläufe und wissen genau, auf was sie sich einlassen.»

Wie der Wahlkampf bei der SVP aussieht, ist schwierig, aus den schriftlichen Antworten von Wahlkampfleiter Daniel Staffelbach herzuleiten. So beginnt der Wahlkampf etwa «vor dem 20. Oktober». Die Frage, ob und warum die Partei auf den persönlichen Kontakt setzt, wird mit «korrekt» beantwortet. «Wer gewählt werden will, muss mehr Wählerinnen und Wähler von sich begeistern als die anderen Kandidaten auf der Liste», schreibt Staffelbach weiter.

Keine Partei im Rücken hat Ständeratskandidatin Andrea Sidler Weiss. Die intensivste Zeit erwartet die ehemalige CVP-Stadträtin im Spätsommer und Herbst. «Meiner Meinung nach ist persönlicher Kontakt sehr wichtig, jedoch nur in einem beschränkten Rahmen», erklärt Sidler Weiss. Sie werde nicht von Tür zu Tür gehen und auf «telefonische Belästigung» verzichte sie.

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