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Zuger KMU-Forum: «Reagieren, bevor es zu spät ist»

Bereits zum 30. Mal startet am Montag das KMU-Forum des Instituts für Finanzdienstleistungen Zug (IFZ). Institutsleiter Linard Nadig und Dozent Marius Fuchs sprechen über den Erfolg der Veranstaltung und erklären das aktuelle Thema «Unternehmenskrise».
Interview: Christopher Gilb
Marius Fuchs und Linard Nadig beim Institut für Finanzdienstleistungen in der Grafenau in Zug. (Bild: Stefan Kaiser, 13. März 2019)

Marius Fuchs und Linard Nadig beim Institut für Finanzdienstleistungen in der Grafenau in Zug. (Bild: Stefan Kaiser, 13. März 2019)

Das Institut für Finanzdienstleistungen Zug (IFZ) führt zusammen mit Wirtschaftsverbänden seit 2002 zweimal jährlich kostenlose Abendveranstaltungen durch. Anhand von konkreten Beispielen werden aktuelle Herausforderungen der finanziellen Führung von kleineren und mittleren Unternehmen thematisiert und Lösungsansätze für die Praxis aufgezeigt. Die Anlässe sind beliebt, oft nehmen weit über 100 Wirtschaftsvertreter teil.

Linard Nadig, am Montagabend eröffnet Volkswirtschaftsdirektorin Silvia Thalmann-Gut das 30. KMU-Forum. Können Sie sich noch an die Anfänge erinnern?

Nadig: Ja, die Überlegung 2002 war, den Austausch zwischen Hochschule und Praxis zu verbessern. Wir sind dann gemeinsam mit unseren Partnern, den Wirtschaftsverbänden und der Treuhändervereinigung, auf die Idee mit der jährlichen Veranstaltungsreihe gekommen. Wir haben anfänglich Verschiedenes probiert. So verlangten wir beispielsweise noch 30 Franken von jedem Besucher. Schnell haben wir aber gemerkt, dass das eine zu hohe Hürde ist.

Wieso?

Nadig: Gerade kleine Unternehmen haben ein sehr eng kalkuliertes Budget und überlegen sich zweimal, ob sie für so etwas – was man ja damals noch nicht kannte – Geld ausgeben sollen. Seitdem hat sich die Besucherzahl aber konstant erhöht. Viele KMU betrachten das Forum nun als ihre Bildungsplattform. Für die 94 bisherigen Einzelveranstaltungen hatten wir insgesamt 6200 Anmeldungen. Viele Teilnehmer sind Stammkunden, andere kommen jeweils, wenn das Thema zu ihrem Sektor passt, beispielsweise Immobilien. Die Firmen wissen: Wenn sie regelmässig kommen, sind sie auf dem neusten Stand und für wichtige Themen sensibilisiert.

Ist dies das Ziel des Forums?

Nadig: Genau. Im Rahmen einer Feierabendveranstaltung können wir keine Lösung bieten, aber die Teilnehmer über wichtige Fragen zum Nachdenken bringen. Zudem sind es ja nicht nur die Vorträge und die Expertengespräche, die das Forum ausmachen. Es ist vielmehr eine gute Austauschplattform. Unter den Teilnehmern sind nebst KMU auch viele Bankenvertreter und Treuhänder. So kommt man beim Apéro ins Gespräch.

Marius Fuchs, für die diesjährigen Veranstaltungen sind Sie zuständig. Das Überthema lautet Unternehmenskrisen. Der Schweizer Wirtschaft geht es doch gut.

Fuchs: Das stimmt, aber eine Aufgabe der Hochschule ist es, nach vorne zu schauen, und es kann gut sein, das wir wieder einmal in eine Rezession kommen. Dann ist es wichtig, dass der Unternehmer seine Hausaufgaben gemacht hat und reagieren kann, bevor es zu spät ist. Ich beschäftige mich gerade auch in meinen Kursen mit diesem Thema. Deshalb bringe ich es jetzt auch ins KMU-Forum ein. Es geht darum, die Indikatoren zu kennen, anhand derer man präventiv merkt, wenn sich eine Krise anbahnt.

Und die wären?

Fuchs: Es gibt solche von aussen, also das wirtschaftliche Umfeld, die Frage also, wie geht es meinen Kunden und deren Kunden. Und solche von innen, also beispielsweise das Problem der Nachfolgeregelung oder einer nicht mehr aktuellen Strategie.

Nach welchen Kriterien wird die Themenwahl eigentlich getroffen?

Nadig: Oft treten Firmen mit Ideen an uns heran oder wir erhalten diese über den Feedbackbogen, der an den Veranstaltungen verteilt wird. Zudem berücksichtigen wir natürlich die Aktualität. So geht es bei der dritten Veranstaltung des Forums im Frühjahr am 8. April beispielsweise um Digital Law. Solche Digitalisierungsthemen beschäftigen KMU allgemein derzeit stark.

Aber der Schwerpunkt liegt auf Finanzthemen?

Nadig: Das ist unsere Kompetenz. Aber wir sind über die Jahre thematisch breiter geworden. So geht es auch häufig um Strategiethemen, denn beides hängt zusammen. Stimmt die Strategie nicht, geht es auch den Finanzen nicht gut und umgekehrt.

Wird sich in der Zukunft am Forum etwas verändern?

Wir haben rund 80 Prozent der Veranstaltungen in Zug durchgeführt. Die Restlichen in Luzern und teils auch in Zürich, um auch da nahe an potenziellen Interessenten zu sein. Künftig wollen wir Luzern noch mehr gewichten und uns auch stärker gegen Zürich öffnen, wo es ja viele Firmen mit potenziellem Interesse an unseren Angeboten gibt.

Daten des diesjährigen KMU- Forums im Frühjahr: Montag, 18. März zum Thema Prävention & Früherkennung von Unternehmenskrisen, 1. April zum Thema Turnaround, Sanierung und Restrukturierung von KMU, 8. April zum Thema Digital Law – die digitale Welt und ihre rechtlichen Hotspots für KMU. Das Forum findet jeweils am Montagabend von 17.15 bis 19 Uhr im IFZ statt. Weitere Informationen und Anmeldung: www.hslu.ch/ifz-kmu

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