REAKTION: Dolfi Müller hat das Nein kommen sehen

Die Stimmberechtigten der Stadt Zug haben den Bebauungsplan Belvedere verworfen. Für den Zuger Stadtpräsidenten Dolfi Müller lag ein Nein in der Luft, nachdem sich das aufziehende Gewitter der letzten Wochen entladen habe.

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Stadtpräsident Dolfi Müller. (Bild Christoph Borner-Keller/Neue ZZ)

Stadtpräsident Dolfi Müller. (Bild Christoph Borner-Keller/Neue ZZ)

Das Projekt der privaten Investorengruppe mit zwei Hochhäusern, einem Hotel und Altersresidenzen auf dem ehemaligen Kantonsspitalareal ist gemäss Müller nicht mehrheitsfähg. Der Stadtrat hätte gemäss Medienmitteilung gerne ein Ja gesehen – doch in der Stadt Zug würden bei grösseren Projekten noch immer die Stimmberechtigten entscheiden, was und wie gebaut werde. Das Resultat sei in einer demokratischen Ausmarchung ermittelt worden und gelte es zu respektieren.

Für das Areal zwischen dem Alterszentrum Frauensteinmatt und der Überbauung Roost müsse jedoch eine überzeugende, planerische Lösung gefunden werden. «Ein Provisorium mit den bestehenden Bauten ist keine Perspektive», betonte der Stadtpräsident am Abstimmungssonntag. Gefordert sei jetzt auch das Engagement des Kantons, mit welchem die Stadt in der Vergangenheit gut zusammen gearbeitet habe und mit dem er nach neuen Lösungen suchen möchte.

Problematische Hochbauten 
Auch die Zuger Bauchefin Andea Sidler Weiss bedauerte den Ausgang der Abstimmung. «Die beiden Hochhäuser sowie die aufkeimende Diskussion um die fehlenden Pflegebetten haben den Abstimmungsausgang beeinflusst», suchte sie nach einer Interpretation des negativen Abstimmungsausgangs. Auch für sie ist klar, dass für das Areal eine neue gestalterische und konzeptionelle Lösung gefunden werden muss. In der Übergangszeit beansprucht die Stadtverwaltung einen Teil der ehemaligen Kantonsspital-Liegenschaft als Provisorium.

Stadt soll Grundstück kaufen 
Die Fraktion Alternative-CSP des Grossen Gemeinderates reichte am (gestrigen) Samstag zwei Motionen ein. Eine fordert einen Ideenwettbewerb mit öffentlicher Mitwirkung für die Nutzung des ehemaligen Kantonsspitalareals. Die verlangt die Aufnahme von Kaufverhandlungen mit dem Kanton als Landeigentümer.

scd