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Leserbrief

Reaktionen zum angeblichen Verkehrschaos bei der Kanti Menzingen

«Grosse Verkehrsprobleme bei der Kantonsschule Menzingen», Leserbrief in der «Zuger Zeitung» vom 10. September

Ich als Bürgerin und Einwohnerin der Gemeinde Menzingen empfinde es als Affront wie Sie, Herr Kunz, sich über die Verkehrsprobleme in Menzingen betreffend der Kantonsschule äussern. Klar, jeder hat das Recht seine Meinung kundzutun, aber dann bitte wahrhaftig. An dieser Toplage, wo die neue Kantonsschule steht, stand schon seit mehr als 50 Jahren das Seminar, welches dank der Weitsichtigkeit der Schwestern vom Heiligen Kreuz seiner Zeit erbaut wurde. In zirka 7 bis 8 Minuten vom Dorfzentrum erreichbar.

Da viele der Gebäude unter Schutz standen, zum Teil unterirdisch waren, denke ich, konnten nicht noch unterirdische Parkplätze gebaut werden. Menzingen ist keine «Pampas», demzufolge nicht schwer, sondern leicht für Erwachsene und Schüler erreichbar, schliesslich ist das Bergdorf schon seit über 100 Jahren mit ÖV erreichbar, was nicht auf alle Tal-Gemeinden zutrifft. Die Schüler aus dem Ägerital kommen direkt via Nidfuren mit dem Bus den Berg hinauf. Die Neuheimer Schüler haben tatsächlich einen langen Schulweg. Es wird nach einer Lösung gesucht. Die Finsterseer sind sportlich und kommen ab der 5. Klasse mit dem Velo nach Menzingen und für die miserable Verbindung wird gemeindeintern an einer Lösung gearbeitet. Sicher werden diese Schüler nicht mit Privatwagen chauffiert. Die Busse halten nicht im Dorfzentrum, sondern beim Kloster (Bernardaplatz) und der Durchgangsverkehr wird bei jedem Busstopp bei dieser Haltestelle aufgehalten, weil in der Strassenmitte eine Verkehrsinsel ist, was das Überholen verunmöglicht. Die Wartezeit für die Autos resultiert aus der Geschwindigkeit von den Schülern, die aus dem Bus aussteigen und die Strasse queren.

Bei den «engen Quartierstrassen» zur Kantonsschule handelt es sich um eine Einzige mit Trottoir. Eigentlich hauptsächlich bestimmt als Zufahrt zum Pflegeheim St. Franziskus, mit integrierten Physiotherapie-Räumen für die Schwestern des Klosters und Private, aber auch als Zufahrt für das Altersheim Maria vom Berg. Der Fussweg geht durch den schönen Carmel-Park, oder den breiten Fussweg hinter dem Carmel. Ich sehe nicht ein, warum die Kinder von den Eltern oder dem Chauffeur in die Schule gekarrt werden müssen. Meines Wissens sind die Fahrpläne plus/minus den Schulzeiten angepasst.

Warum richten Eltern mit ihren Autos ein solches Verkehrschaos an und wünschen sich noch einen Wendeplatz und mehr Parkplätze? Vielleicht sind Sie das von Hünenberg her gewohnt, das ist aber hier in Menzingen nicht möglich, zumal gerade neben der Kantonsschule das Altersheim Maria vom Berg ist. Die Schwestern gehen sehr gerne in dieser herrlichen Gegend spazieren. Herr Kunz, machen Sie doch diesen Schulweg auch mal mit dem Bus und kommen den Berg hinauf, dann werden Sie sehen, auf welch herrlichem Flecken die Schule gebaut wurde. Wenn Sie weiterhin mit dem Auto kommen, passen Sie gut auf, fahren und wenden Sie vorsichtig, nicht dass Sie noch einen Unfall bauen. Ich denke, die meisten Schüler haben kein Problem mit ihrem Schulweg und kommen gern nach Menzingen mit dem Bus.

Marlene Staub, Menzingen


Ein Hünenberger namens W. Kunz ereifert sich schon zu Beginn seines Leserbriefs über den verkehrstechnischen Unsinn betreffend der Randlage der Kantonsschule Menzingen. Der ganze Leserbrief liest sich als ein übel riechender und absolut unnötiger Nachschlag zur einstigen Diskussion um den Standort einer neuen Kantonsschule, seinerzeit angezettelt von Honoratioren beider Geschlechter aus den Niederungen des Ennetsees.

Nun zu den Tatsachen: Kunz behauptet, dass sowohl Schülerinnen und Schüler als auch Lehrer dem Provisorium (wohl auch am Kantonsrand gelegen!) nachtrauern. Ich wandere des Öfteren am heutigen Gymnasium vorbei und frage ab und zu die Schülerschaft, ob es ihnen hier gefalle und unisono tönt es positiv zurück. Ferner behauptet Kunz, es sei schwer, mit dem ÖV nach Menzingen zu gelangen. Ich empfehle ihm sich einmal den Fahrplan vorzunehmen, und dann wird auch Kunz feststellen können, dass Menzingen vom Bahnhof Zug aus im halbstündlichen Takt zu erreichen ist.

Schüler aus dem Ägerital müssen nicht erst nach Zug fahren, denn im Talacher besteht innert 6 Minuten ein Anschluss. Wohlan, von Neuheim her ist die Anfahrt beschwerlicher. Was Finstersee betrifft, kursiert, seit die Postautolinie aufgehoben wurde, ein Schulbus. An der Haltstelle Menzingen Institut/Bernardaplatz hat es einen Zebrastreifen und mit offenen Augen und ohne Stöpsel in den Ohren ist diese Strasse gut zu überqueren. Ich bin kürzlich extra diesen Schulweg zu Fuss abgelaufen und von dort bis zum Pflegeheim St. Franziskus sind durchweg Trottoirs vorhanden. Einmal muss die Schülerschaft eine Quartierstrasse überqueren. Lediglich die letzten 100 bis 130 Schritte (nicht Meter!) zum Gymnasium sind ohne Trottoir und selbst dieser Strassenteil kann man via Fussweg Alpengarten und Platz von Maria vom Berg gefahrlos umgehen. Aber was dem Fass geradezu den Boden raushaut, ist die Feststellung, dass die Schüler ihre ach so schweren Schultaschen über mehrere 100 Meter bis zum Schulareal tragen müssen.

Was die Parkplätze betrefft, sind deren weiss Gott genügend vorhanden. Ein Wendeplatz für Elterntaxis, die ihre Schüler kutschieren, ist weder sinnvoll noch nachhaltig. Dass es eine Frage der Zeit sei, dass auf dem Schulweg ein schlimmer Unfall passiert, ist doch arg an den Haaren herbeigezogen. Es sei hier erinnert, dass es sich um eine Strasse mit einer 30-Begrenzung handelt.

Wenn ich an meinen Gymi-Besuch Ende der 50er- und Anfang 60er-Jahre denke, bleibt mir nur ein müdes Lächeln übrig. Über das ganze Jahr, bei schönem Wetter, bei Regen und Schnee fuhren wir Erstfelder mit dem Velo morgens um 6.30 Uhr nach Altdorf in die Klosterschule der Benediktiner. Wir konnten auf keinen Bus, geschweige denn auf ein Elterntaxi zurückgreifen. Am Tag der offenen Tür in der Kanti Menzingen habe ich mir mehrmals gewünscht, uns wäre seinerzeit ebenso eine derart gut ausgerüstete und gut bestückte Lehrstätte gegönnt gewesen. Als Einwohner von Menzingen, am Kantonsrand, so quasi am Katzentisch, wie uns der Leserbriefschreiber positioniert, könnte man diese Schreibe mit dem Sprichwort abtun: «Was kümmert’s die stolze Eiche, wenn ein Borstenvieh daran sich reibt!»

Philippe Nell, Menzingen

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