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RECHNUNG: Cham: Steuersegen dank der Einwohner

Die Rechnung 2017 schliesst mit einem Plus von 9,2 Millionen Franken ab. In einem Ertragsbereich macht der Gemeindepräsident zum wiederholten Mal Nachholbedarf aus.
Raphael Biermayr
Ein Bild mit Symbolcharakter: Dunkle Wolken übe der Gemeindeverwaltung in Cham. Die Gemeinde Cham macht keine weitergehenden Angaben zu diesem Fall. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Ein Bild mit Symbolcharakter: Dunkle Wolken übe der Gemeindeverwaltung in Cham. Die Gemeinde Cham macht keine weitergehenden Angaben zu diesem Fall. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Raphael Biermayr

raphael.biermayr@zugerzeitung.ch

Rund 31,9 Millionen Franken Steuern zahlten die Chamer Einwohner im Jahr 2017. Das dürfte Rekord sein. Zumindest hat dieses Ergebnis die Marke des Jahres 2011 (31,8 Millionen Franken) übertroffen. Die Steuererträge von natürlichen Personen liegen über 3 Millionen Franken über dem Budget 2017. Sie sind der Hauptgrund für ein weiteres unerwartet positives Rechnungsergebnis, wie sie in der jüngeren Geschichte der Gemeinde häufig vorkommen. Diesmal resultierten statt der vorgesehenen 2,3 Millionen Franken Überschuss deren 9,2 Millionen Franken.

Stellt sich die Frage, woher der Steuersegen durch die Einwohner rührt. Vor dem Hintergrund des Automatischen Informationsaustauschs über internationale Vermögenswerte liegt der Verdacht nah, dass ein Teil des Betrags von Steuerhinterziehern stammt. Diese erhielten im Kanton Zug die Chance, bis Ende 2017 von Straffreiheit zu profitieren, sofern sie sich selbst angezeigt und die Steuern samt Zinsen nachgezahlt hatten. Die detaillierte Erfolgsrechnung 2017 hat die Gemeinde Cham noch nicht veröffentlicht. Auf Nachfrage stellt der Finanzvorsteher und Gemeindepräsident Georges Helfenstein (CVP) keine Mutmassungen über die Gründe des deutlich höheren Steuerertrags an. Er glaube allerdings nicht, dass dieser wesentlich mit dem Automatischen Informationsaustausch zu tun habe.

Mehr Grossfirmen erwünscht

Auch die Chamer Firmen haben im vergangenen Jahr mehr Steuern entrichtet als vermutet: 383000 Franken. Das bedeutet im Vergleich zu 2016 ein Plus von rund 536000 Franken. «Das ist zwar schön, aber es gibt hier Nachholbedarf», sagt Helfenstein. Es ist ein gewohnter Satz des Gemeindepräsidenten. Er lässt auf die weiterhin starken Bemühungen des Gemeinderats bei der Ansiedlung grosser respektive zahlungsfähiger Unternehmen schliessen. Die Strategie hat bereits Erfolge gezeitigt. 2019 wird bekanntlich die Amag ihren Hauptsitz in der Städtler Allmend beziehen. Und mittelfristig werden sich auf dem Papieri-Areal weitere Möglichkeiten eröffnen. Helfenstein will das als Gemeindepräsident erleben – er wurde unlängst von der CVP für die Wahlen vom 7. Oktober nominiert.

Werden Gebühren wieder abgeschafft?

Zurück in die Gegenwart respektive die Vergangenheit. Ein Beitrag zum positiven Rechnungsergebnis 2017 entspringt einer Nichtverpflichtung: Chams Solidaritätsbeitrag an den Kanton aus dem abgelehnten Entlastungspaket hätte 1,5 Millionen Franken betragen. Dieser hatte einen bedeutenden Einfluss auf das ursprüngliche Budget 2017, das vor der Abstimmung über das Entlastungspaket ausgearbeitet worden war. Der Gemeinderat verknüpfte die Wiedereinführung der Konzessionsgebühren für Strom und Wasser mit dem Solidaritätsbeitrag. Dank der Konzessionsgebühren müsse man nicht über eine Steuererhöhung nachdenken, hiess es Anfang November 2016.

Elf Monate später war alles anders und die Aussichten besser. Cham senkte daraufhin den Steuerfuss für das Jahr 2018 von 65 auf 61 Prozent, die Gebühren aber blieben bestehen. Wird angesichts der nun vorliegenden Rechnung deren Abschaffung zum Thema? «Nein», stellt Helfenstein klar, «die Steuersenkung ist das bessere Mittel, der Bevölkerung etwas zurückzugeben und ein positives Signal zu senden».

Die vordringliche Verwendung der Rechnungsüberschüsse der vergangenen Jahre ist bekannt. Sie fliessen in die Sanierungen und Erweiterungen der Schulanlagen, die mit fast 50 Millionen Franken veranschlagt sind.

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