RECHNUNG: Stadt Zug schreibt tiefrote Zahlen

Zum dritten Mal in Folge schliesst die Rechnung der Stadt Zug mit einem Defizit ab. Grund sind geringere Steuereinnahmen als erwartet. Die Stadt kündet Massnahmen an.

Pd/Rem
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Trübe Aussichten: Blick auf die Stadt Zug. (Bild: Archiv Neue ZZ)

Trübe Aussichten: Blick auf die Stadt Zug. (Bild: Archiv Neue ZZ)

Das Gesamtergebnis schliesst mit einem Minus von 7 Millionen Franken ab, 5,9 Millionen Franken schlechter als budgetiert. Vorallem bei den natürlichen Personen lag der Steuerertrag wesentlich unter den Erwartungen: Budgetiert waren 115,7 Millionen Franken, tatsächlich gingen jedoch nur 100,1 Millionen Franken ein. Etwas höher als budgetiert fielen die Steuererträge der juristischen Personen aus: 78,3 Millionen Franken, knapp vier Millionen Franken über dem Budget.

Investitionen erreichen Rekordhoch

In der laufenden Rechnung mit einem Gesamtaufwand von 261 Millionen Franken schlagen insbesondere der kantonale (52,5 Mio.) und nationale (14 Mio.) Finanzausgleich und die Mindereinnahmen infolge der Steuergesetzrevisionen des Kantons (16,3 Mio.) massiv zu Buche. Gleichzeitig hat die Stadt Zug mit 99,8 Millionen Franken so viel investiert wie noch nie: Mit 49,1 Millionen Franken fällt vor allem der Kauf der Liegenschaft Gubelstrasse 22 (ehemaliges Landis & Gyr-Gebäude) ins Gewicht. Weitere grössere Investitionen sind der Bau des Garderobengebäudes Herti Nord, der Bau der Studienbibliothek, der Kauf der Liegenschaft Rötelberg, ein Beitrag an das Pflegezentrum Baar, Wohnungen im Roost, die Alters- und Familienwohnungen Frauensteinmatt, Alterswohnungen im Neustadt 2, Bauten für die Schul- und Freizeitbetreuung Herti und Riedmatt, die Aufstockung des Schulhaus Kirchmatt sowie die Sanierung des Parkhaus Casino. Wegen des hohen Investitionsvolumens beträgt der Selbstfinanzierungsgrad lediglich noch 17 Prozent. Erstmals sank der Fünfjahresdurchschnitt auf 97,1 Prozent.

Weitere Massnahmen ins Auge gefasst

Um die Finanzen wieder ins Lot zu bringen, plant der Zuger Stadtrat verschiedene Massnahmen. Wörtlich schreibt er: «Die bestehende Finanzstrategie strebte ein Gleichgewicht von gesunden Gemeindefinanzen, einem guten Leistungsangebot und attraktiver Steuerbelastung an. Sie wurde durch einen drei­stufigen Massnahmenplan ergänzt. Erstens betreibt der Stadtrat eine konsequente Spar- und Verzichtsplanung mit Wirksamkeit in der Laufenden Rechnung und bei den Investitionen. Zweitens muss eine wesentliche Entlastung der Stadt durch eine Reduktion der Beiträge erzielt werden. Drittens werden die Erträge optimiert.» Die Umsetzung ist ab Budget 2014 geplant.