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RECHNUNG: Zuger wehren sich gegen Entscheid

Dass der Grosse Gemeinderat die Auslandhilfe gestrichen hat, passt zwei Frauen nicht. In einem offenen Brief machen sie ihrem Ärger Luft – zusammen mit 198 anderen.
Samantha Taylor
Monika Mathers, CSP, bisher, 2497 Stimmen (Bild: PD)

Monika Mathers, CSP, bisher, 2497 Stimmen (Bild: PD)

Samantha Taylor

Es war eine hitzige Debatte, die im Grossen Gemeinderat der Stadt Zug (GGR) am 7. Juni über die Bühne ging. Grund für die emotionale Diskussion war die Verwendung des Ertragsüberschusses. Die Stadt Zug schreibt für das Jahr 2015 mit einem Überschuss von 7,6 Millionen Franken erstmals seit 2009 wieder schwarze Zahlen. Wie dieser Gewinn verwendet werden sollte, darüber stritten die Räte Anfang Juni. So verlangten die einen – vorwiegend linke Ratsmitglieder –, dass das Parlament dem Stadtrat folge und 300 000 Franken für Auslandhilfe spreche. Das Anliegen wurde abgelehnt. Die 300 000 Franken wurden vollumfänglich den Steuerausgleichsreserven gutgeschrieben.

Die Debatte wurde zwar abgeschlossen, ganz vom Tisch ist die Sache aber trotzdem noch nicht. CSP-Gemeinde­rätin Monika Mathers wollte den Entscheid nicht hinnehmen. Zusammen mit der Zugerin Claudia Schmid-Bucher hat sie Unterschriften für einen offenen Brief gesammelt. Um «ein Zeichen zu setzen», wie es im Begleitschreiben zum Brief heisst.

Aktion wurde zum Selbstläufer

Unter dem Titel «So nicht GGR!» kritisieren Mathers und Schmid den Entschluss, den das Stadtparlament Anfang Juni gefasst hat. Es sei seit 1987 eine gute Zuger Tradition, in guten Jahren Rückstellungen für Hilfeleistungen vorzunehmen. Dass dies nun zum ersten Mal nicht der Fall sei, bedauern die beiden Frauen. «Wir sind betroffen und fühlen uns von ihnen nicht vertreten», heisst es in dem offenen Brief weiter. «Wir sind mit diesem Entscheid des Grossen Gemeinderats nicht einverstanden», betonen Mathers und Schmid. Und mit ihnen sind gemäss Angaben der beiden Initiantinnen weitere 198 Stadtzugerinnen und Stadtzuger. So viele hatten bis gestern nämlich den offenen Brief unterzeichnet. Die Aktion sei nur zehn Tage gelaufen, und die Unterschriften hätte man ganz ohne «Weibeln» erhalten, sagt Monika Ma­thers. «Wir haben uns nicht gross organisiert, und wir haben keine Briefe per Post verschickt. Wir haben beide das Schreiben einfach an unsere persönlichen Stadtzuger Mail-Kontakte gesandt.» Allerdings sei plötzlich eine Eigendynamik entstanden. Auch die Rückmeldungen seien grundsätzlich äusserst positiv gewesen. «Ich habe sehr positive Reaktionen erhalten. Dies in Form von aufmunternden Rückmeldungen und Dankesworten dafür, dass wir uns engagieren», sagt Claudia Schmid. Vor allem die Rückmeldungen von Personen, die sich sonst nicht öffentlich politisch engagierten, hätten sie sehr gefreut. Das Thema habe viele Leute beschäftigt, sagt auch Monika Mathers. Besonders gespannt sei sie auf die Reaktionen aus dem GGR und der Geschäftsprüfungskommission gewesen. Doch die seien ausgeblieben. «Niemand hat mich darauf angesprochen. Ich kann mir nicht erklären, warum», so Mathers.

«Zeichen für Solidarität»

Den beiden Zugerinnen ist bewusst, dass der Entscheid über die Verwendung des Überschusses nicht mehr umgestossen werden kann. Aber: «Wir wollen mit der Sache einfach ein Zeichen setzen, ein Zeichen für Solidarität», betont Schmid. Wenn man Zug mit anderen Ländern vergleiche, dann gehe es den Zugern ja vergleichsweise sehr gut. Schmid: «Ausserdem wollten wir die Zugerinnen und Zuger motivieren, solche Entscheide nicht einfach stillschweigend zu akzeptieren.

»» Den offenen Brief lesen

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