Recht auf eigene Freundschaften

Kinder wollen ihre Freunde selbst wählen, auch wenn es sich - aus Sicht der Erwachsenen - dabei um ungewöhnliche Freundschaften handelt. Dies ist eine der Forderungen der 15. nationalen Kinderkonferenz, die in diesem Jahr in Zug stattgefunden hat.

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Kinder gestalten an der Kinderkonferenz in Zug ein Plakat für eine Präsentation. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)

Kinder gestalten an der Kinderkonferenz in Zug ein Plakat für eine Präsentation. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)

Während drei Tagen haben 51 Kinder im Alter zwischen 8 und 15 Jahren über das Thema «Deine Freundschaften» diskutiert. Gemäss der UN-Kinderrechtskonvention haben Kinder das Recht, sich mit Freunden zusammenzuschliessen. Die Teilnehmenden der Kinderkonferenz fordern, dass die Erwachsenen dieses Recht auch achten, wie Kinderlobby Schweiz am Samstag mitteilte.

Eltern sollten in Sachen Freundschaft zwar beraten, aber nicht bestimmen. Besonders wichtig ist den Kindern dabei die Akzeptanz ungewöhnlicher Freundschaften, etwa zwischen Kindern verschiedener Religion, Herkunft, von unterschiedlichem sozialem Status oder Alter.

Diese sehen Erwachsene oft kritisch, während Kinder solche Freundschaften als bereichernd wahrnehmen. «Ungleiche Freunde können viel voneinander lernen», heisst es in der Mitteilung. So profitiere beispielsweise ein Schweizer Kind von der Freundschaft mit einem türkischen Kind. Es lerne eine andere Sprache kennen, eine andere Kultur und anderes Essen.

Alle Kinder sollten Freunde haben

Doch nicht alle Kinder haben überhaupt Freunde. Daher hat sich die Kinderkonferenz auch damit beschäftigt, warum es in der Schweiz Kinder gibt, die keine Freunde haben. Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, haben die Teilnehmenden Fachpersonen, Passanten und Bewohner eines Asylheims interviewt.

Ergebnis dieser Befragungen ist ein «Ratgeber für Aussenseiter». Gefordert sind bei diesem Thema auch die Erwachsenen: Eltern Lehrpersonen und Politiker sollten dabei helfen, dass kein Kind in der Schweiz ohne Freunde oder Spielgefährten aufwachsen muss.

Die nationale Kinderkonferenz findet seit 15 Jahren statt. Die Ergebnisse der Kinderkonferenzen werden Politikern und den Medien vorgestellt und können als Schlussbericht bei der Kinderlobby Schweiz bestellt werden. Die nächste Kinderkonferenz findet vom 6. bis 9. November 2013 in Schaan FL statt. Thema wird sein: «Mami, Papi und ich - mein Recht auf Familie».

sda