Leserbrief

Reduktion auf die Wolfsfrage ist fahrlässig

«Neues Gesetz sagt Ja zur Jagd und schränkt sie nicht ein», Ausgabe vom 19.Februar

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Das vom Bundesrat und Parlament revidierte Jagdgesetz auf das Thema «Wolf» zu reduzieren, ist aus meiner Sicht fahrlässig und weniger als die halbe Wahrheit.

Es ist an der Zeit, das 34-jährige Gesetz, gerade im Bereich Artenvielfalt, Tier- und Kulturlandschutz anzupassen. Mit dem neuen Gesetz unterstützt der Bund die Lebensräume von frei lebenden Wildtieren. Dies tut er mit der Unterstützung von Wildtier- korridoren, Schutzgebieten und Schaffung von Zugvogelreservaten. Diese Massnahmen stärken die Artenvielfalt und somit auch das Ökosystem. Im Bereich Tierwohl, gilt die neue Regelung, dass die Nachsuche (aufspüren von angeschossenen Tieren) unter Androhung einer Busse für die Jäger Pflicht wird!

Ja, der Wolf spielt in diesem Gesetz auch eine Rolle. Neu stehen die Kantone in der Verantwortung, die Balance zwischen Sicherheit für Tiere, Landschaften und Mensch zu finden. Der Wolfsbestand kann von den kantonalen Wildhütern (nicht vom Jäger) auf eine regional verträgliche Grösse reguliert werden. Der Wolf bleibt geschützt!

Ohne neues Gesetz, darf der Wolf weiterhin 35 Schafe zerfleischen, bis er zum Abschuss freigegeben werden kann. Wo ist hier der Tierschutz? Die Bergung der gerissenen Schafe ist kein Zuckerschlecken. Diese Bilder gehen einem nicht so schnell aus dem Kopf!

Fazit: Sicherheit für Tiere, Landschaften und Menschen. Ja zum fortschrittlichen Jagdgesetz!

Thomas Rickenbacher, Präsident Zuger Bauernverband, Cham