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REFORM: Zuger Feuerwehrverband in der Krise

Der Zuger Feuerwehrverband will ein neues Konzept realisieren, um in Zukunft besser wahrgenommen zu werden. Doch dies ist nicht so einfach, denn die grössten Feuerwehren sind kürzlich ausgetreten. Man habe den Mehrwert nicht mehr gesehen, heisst es.
Christopher Gilb
Die Freiwillige Feuerwehr Zug (FFZ) im Einsatz am Mittwoch nach dem Sturm Burglind. (Bild: FFZ)

Die Freiwillige Feuerwehr Zug (FFZ) im Einsatz am Mittwoch nach dem Sturm Burglind. (Bild: FFZ)

Christopher Gilb

christopher.gilb@zugerzeitung.ch

Vor einigen Jahren noch feierte der Feuerwehrverband des Kantons Zug mit verschiedenen Anlässen sein 100-Jahr-Jubiläum. Ob es jedoch ein weiteres Jubiläum in dieser Grössenordnung geben wird, ist fraglich. Denn um den Verband steht es nicht gut. Kürzlich hatte die 106. Delegiertenversammlung des Verbandes in der Lindenhalle in Neuheim stattgefunden. Am Ende des Abends hatte der Verband statt 13 nur noch acht Mitglieder. Mehrere grosse Feuerwehren gaben ihren Austritt bekannt.

Die Probleme hatten schon vor der Delegiertenversammlung 2017 begonnen. Der ehemalige Vorstand wollte mit einer Vision, den Verband auf einen neuen Weg lenken. Die Vision wurde bei allen Feuerwehrkommandos persönlich vorgestellt und eine Rückmeldung verlangt. Der Verband erwartete von den Feuerwehren, so heisst es, Unterstützung bei der Vision, ansonsten werde der Verband aufgelöst. «Es sollten beispielsweise interne Kurse und Treffen zum Erfahrungsaustausch gestrichen, dafür aber eine Art Austauschplattform geschaffen werden», so der heutige Präsident des Verbands, der Chamer Feuerwehrkommandant Urs Baggenstos. Man habe es aber verfehlt, das Problem der Vorjahre zu beheben, nämlich sich zu öffnen und sichtbarer zu werden. «Die Vision stiess auf breite Ablehnung», so Baggenstos. Das habe vielleicht auch an der Kommunikation gelegen», schlussfolgert er.

Chance für Überarbeitung

Dann habe es aber den Gegenantrag gegeben, die Vision noch einmal zu überarbeiten. «Wir konnten also fortbestehen», so Baggenstos. Es wurde eine Arbeitsgruppe eingesetzt. «Wir haben bestehende Ideen ausgearbeitet, erweitert und das Konzept dann vor der diesjährigen Delegiertenversammlung vorgestellt.» Das Konzept sieht unter anderem vor, statt der Delegiertenversammlung, mit Delegierten aller Feuerwehren im Kanton, nur noch die Generalversammlung des Verbandes durchzuführen, im Gegenzug sollen sich dafür zweimal jährlich die Kommandanten zu einer Konferenz treffen, zudem soll es mehrfach Treffen zwischen den einzelnen Fachverantwortlichen, wie etwa den Atemschutz-Chefs, geben. Ausserdem sollen als Ergänzung zu den Kursen der Gebäudeversicherung doch eigene Kurse wie Fahrtrainings beibehalten und das Angebot sogar noch ausgebaut werden. «Schade, dass einige dieser Neuausrichtung keine Chance gegeben haben», so Baggenstos. «Diese Feuerwehren haben aber auch schon in der Arbeitsgruppe nicht mitgearbeitet.» Er spricht auf die fünf Feuerwehren an, die an der Delegiertenversammlung ihren Austritt bekanntgaben. Darunter die grössten Mitglieder, die freiwillige Feuerwehr Zug (FFZ) und die Feuerwehr Baar. Die Erklärung, dass ihnen das Angebot des Verbands keinen Mehrwert mehr gebe, finde er etwas fadenscheinig, da es genau darum beim neuen Konzept gegangen sei.

Daniel Jauch, Kommandant der FFZ verteidigt den Austritt trotzdem: «Dieser erfolgte aus drei Gründen. Erstens ist unser Jahresprogramm mit dienstlichen und vereinlichen Terminen bereits voll. Hinzu kommt die grosse Anzahl Einsätze, die immer komplexer werden. Zweitens sehen wir keinen Mehrwert und drittens betreiben wir die Lobbyarbeit selbst.»

«Keine überzeugenden Ideen»

Der Verband habe eine Menge neuer Ideen kreiert, die die FFZ aber nicht überzeugt hätten, so Jauch. «Die Mitgliederwerbung beispielsweise ist bei uns ein permanentes Thema, wir machen viel selbst in diesem Bereich», so Jauch.

Weitermachen will der Verband trotzdem. «Die verbliebenen Mitglieder stehen hinter dem Verband und dem neuen Konzept», so Baggenstos. Dieses sei zwar auf mehr Mitglieder zurechtgeschnitten, könnte aber angepasst werden. Deshalb sei er gar nicht so pessimistisch. «Aber es ist eben so, dass in der heutigen Zeit, das Interesse an Verbänden eher abnimmt.» Auch einige andere kantonale Verbände hätten sich bereits aufgelöst.

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