Hünenberg
Rege Beteiligung am ersten Workshop zur Zukunft der Gemeinde

180 Hünenberger haben mit dem Gemeinderat die Zukunft skizziert. Im Sommer sollen drei konkrete Vorschläge vorliegen.

Raphael Biermayr
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Das Zythusareal war ebenfalls Thema am ersten Workshop.

Das Zythusareal war ebenfalls Thema am ersten Workshop.

Bild: Matthias Jurt (Hünenberg, 16. April 2020)

Von «ganz vielen verschie­denen Anliegen» spricht die Gemeindepräsidentin Renate Huwyler, wenn sie auf den kürzlich abgehaltenen ersten Workshop im Rahmen der Ortsplanungsrevision zurückblickt. Konkrete Beispiele dafür will sie auf Nachfrage unserer Zeitung nicht nennen. Auch nicht, welche Ideen für die Zukunft der Ennetsee-Gemeinde im Austausch mit den rund 180 Teilnehmern aus der Bevölkerung entstanden sind.

Infolge des grossen Interesses führte man die Veranstaltung zweimal durch. Es hat laut Huwyler ein konstruktives Gesprächsklima geherrscht. Dies, obwohl auch emotionale Themen wie die Situation auf dem Zythusareal (siehe Box am Ende des Artikels) oder die dort geplante 5G-Antenne angesprochen worden seien, wie aus einer Medienmitteilung der Gemeinde hervorgeht. Weiter heisst es darin, dass der Hünenberger Gemeinderat zufrieden damit sei, wie der erste Austausch vonstattengegangen ist. Die Diskussionen in den Gruppen und das Festhalten der ­Ergebnisse auf einem Digital­board hätten «bestens funktioniert».

Mehr über die Erkenntnisse aus der ersten Mitbeteiligung werde an einer digital durchgeführten Informationsveranstaltung vom Abend des 11. Mai zu erfahren sein. Dort wird das von der Gemeinde Hünenberg engagierte Planungsteam Weitsicht vorstellen, wie die Anliegen und Ideen der Bevölkerung in den weiteren Prozess einfliessen. Anschliessend werden die Planer nach Angaben drei Zukunftsszenarien entwickeln, die am zweiten Workshop vom 21. August mit der Bevölkerung ausführlich diskutiert werden.

50 Prozent der Mitgestalter stammen aus dem Seeteil

Von den 180 Bewohnern, die sich am ersten Workshop beteiligten, stammte die Mehrheit übrigens aus dem Seeteil der Gemeinde. Wie die Auswertung der Gemeindepräsidentin Renate Huwyler zeigt, stellte sie die Hälfte der Teilnehmer. Rund ein Drittel stammte aus dem Dorfteil, die weiteren aus den Weilern beziehungsweise der Reussebene (8 Prozent) und vom Bösch (5 Prozent). Einen kleineren Teil der Mitgestalter hätten zudem «Auswärtige» gestellt.

Die Dokumente werden unter www.huenenberg.ch aufgeschaltet.

97 Prozent gegen Hochhäuser

(rh) Bei einer Umfrage der beiden Interessengemeinschaften IG Hünenberg See und IG Zythusareal hat sich die grosse Mehrheit gegen eine Überbauung des Zythus-Areals ausgesprochen. Die geplante 5G-Mobilfunk-Antenne bei der S-Bahnstation wird von 86 Prozent der Befragten abgelehnt. An der Online-Befragung der beiden Interessengemeinschaften haben 397 Personen teilgenommen, mehrheitlich aus dem Gemeindegebiet Hünenberg See. Hochhäuser im Zythus werden von 97 Prozent der Befragten abgelehnt. 17 Prozent hätte nichts gegen eine verdichtete Überbauung des Zythus-Areals, allerdings nur mit Gebäuden von maximal vier Stockwerken. Rund 65 Prozent wünschen sich, dass das Zythus-Areal als Park- und Begegnungszone konzipiert wird oder so bleibt wie es ist.

Die Mehrheit der Befragten ist sehr zufrieden oder zufrieden mit dem bestehenden Angebot. «Es besteht also von Bevölkerungsseite her kein starker Veränderungsbedarf», kommen die IG-Mitglieder zum Schluss. «Vielmehr bestehen Optimierungswünsche für das bestehende Angebot, wie zum Beispiel ein gemütliches Café, das zum Verweilen einlädt.» Rund 39 Prozent der Befragten empfinden keine Lärmbelastung. Allerdings hat ein Drittel die Lärmbelastung durch die Luzernerstrasse als zu hoch beurteilt. Dazu heisst es in der Mitteilung: «Es ist insbesondere im Zusammenhang mit der Umfahrung Cham-Hünenberg ein Anliegen vieler, die Stau- und Lärmemissionen zu reduzieren und den Verkehr keinesfalls weiter ansteigen zu lassen.»

Die IG Hünenberg See und die IG Zythusareal haben die Resultate der Befragung am 7. April der Gemeinde Hünenberg zur Verfügung gestellt. Beide Interessengemeinschaften setzen sich im Rahmen der Ortsplanungsrevision dafür ein, dass die Bedürfnisse der Einwohnerinnen von Hünenberg See berücksichtigt werden.