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REGENWETTER: Die Zuger Badis bleiben derzeit leer

Ein Zirkus muss auf Asphalt wechseln, Badegäste bleiben aus und Zelte fallen zusammen: Der Regen sorgt für viel Unmut.
Lena Beiersdörfer
Sie gehören zu den wenigen Gästen im Strandbad Hünenberg: Polina Uzueva (links) und Aline Lobsiger mit Manuela Vogt, Pächterin des Restaurants. (Bild Stefan Kaiser)

Sie gehören zu den wenigen Gästen im Strandbad Hünenberg: Polina Uzueva (links) und Aline Lobsiger mit Manuela Vogt, Pächterin des Restaurants. (Bild Stefan Kaiser)

Lena Beiersdörfer

Das anhaltende Regenwetter schlägt nicht nur auf die Laune, es macht auch so manchen richtig zu schaffen. So etwa dem Circus Olympia GO. Nachdem bereits die Gastspiele in Erlach abgesagt werden mussten, weil der Zirkusplatz überflutet war, muss nun auch in Unterägeri umdisponiert werden. «Die Lido­wiese ist völlig durchweicht. Der Zirkus würde schlichtweg versumpfen», berichtet Remo Stierli, Mediensprecher der Gemeinde Unterägeri. Stattfinden können die Vorstellungen jedoch trotzdem. Der Zirkus kann auf den Gemeindeparkplatz neben der katholischen Kirche ausweichen.

Schwer haben es derzeit auch die Betreiber der Badis. Wo keine Sonne ist, kommen auch keine Gäste. Auch die zu den Badis gehörenden Restaurants haben da meistens das Nachsehen. «Wenn keine Badi-Stimmung aufkommt, bleibt auch das Restaurant leer», erzählt Erwin Blattman, Betriebsleiter des Strandbads Lido in Unterägeri. Immerhin gab es bereits einige schöne Tage. Da bemerkte Blattmann auch Gäste aus dem Nachbardorf: «Es gab einige Oberägerer, die unsere Badi etwas ausgekundschaftet haben, wohl für einen möglichen Liegeplatz im Sommer.» In Oberägeri wird es diese Saison aufgrund der Bauarbeiten für das Ägeribad keinen Badibetrieb geben. Der See bleibt in Form eines 20 Meter breiten Grasstreifens im ehemaligen Strandbad zugänglich. Trotzdem darf mit einer höheren Besucherzahl im Lido gerechnet werden, sobald die Sonne zurückkehrt. Die Hoffnung verloren hat Erwin Blattmann da noch nicht. «Laut dem 100-jährigen Kalender soll es einen heissen Juli und August geben», schmunzelt er. «Bis dahin versuchen wir, jeden Sonnenstrahl zu erhaschen.»

Der Böögg wusste es

Ähnlich ergeht es dem Strandbad Hünenberg. Manuela Vogt, Pächterin des Restaurants, hat zwar jeden Tag geöffnet, sagt aber: «Kommen keine Gäste, schliesse ich am Nachmittag wieder.» Die Situation sei prekär, aber ändern liesse sich daran leider nichts. «Für heute ist wieder Starkregen angekündigt. Ich hoffe nur, dass meine Küche im Trockenen bleibt», so Vogt, denn das wäre eindeutig «das Tüpfelchen auf dem i». Doch trotz der düsteren Aussichten hat sie ihren Humor nicht verloren und stellt fest: «Der ‹Böögg› hatte eben doch recht». Beim diesjährigen Sechseläuten in Zürich brannte der nämlich ganze 43 Minuten und sagte damit einen sehr schlechten Sommer voraus. Welchen Wettervorhersagen man auch Glauben schenken möchte, Manuela Vogt hat einen guten Tipp an alle potenziellen Badegäste: «Momentan kann ich die Badi Hünenberg nur empfehlen. Es hat ganz viel Platz, und so wunderschön grün war es hier noch nie», witzelt sie.

Eines ist klar: Ist der Regen einmal vorbei, werden alle Strandbäder saftige Liegewiesen zu bieten haben. Das bestätigt auch Beat Mätzler, Platzwart beim Campingplatz Unterägeri: «Wir schauen dem Gras momentan beim Wachsen zu. An Rasenmähen ist nicht zu denken.» Auch an Campingferien denke gerade kaum jemand. Verlass sei einzig auf die Stammgäste, weiss Mätzler und sagt lachend: «Einige rufen mich sogar an, ob der Platz noch nicht überschwemmt sei und sie vorbeikommen könnten.» Diese Woche trotzt sogar eine Schulklasse aus Dietikon den nassen Bedingungen. Sie haben ihre Zelte am Ägerisee aufgeschlagen. «Als es nachts stark regnete, ist doch tatsächlich eines der Zelte in sich zusammengefallen. Wir haben die durchnässten Kinder kurzfristig auf unserem Dachboden untergebracht», erzählt Mätzler und ergänzt: «Sie halten alle durch, das finde ich super.»

Hallenbäder profitieren

Leer bleibt auch das Strandbad Seeweg in Cham, das zusammen mit dem Hirsgartenbad zum Hallenbad Röhrliberg gehört. «Dagegen ist natürlich der Betrieb im Röhrliberg derzeit sehr er­freulich», erzählt Markus Jund, Verantwortlicher für das Schwimmbad in Cham. Das wiege wiederum die geschlossenen Badis etwas auf. Auch ansonsten nimmt Jund das anhaltende Regenwetter gelassen: «Es gibt herrliche Sommer wie letztes Jahr, und es gibt eben auch das Gegenteil», meint er und fügt hinzu: «Wird der restliche Sommer richtig heiss und schön, können wir noch sehr viel herausholen.» Bis dahin werde das schlechte Wetter im Strandbad auch für Unterhaltsarbeiten genutzt. «Im Hochsommer wird dann so ein Regentag zwischendurch, gerade bei den Angestellten, bestimmt gerne willkommen geheissen», ist sich Jund sicher.

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