Regierung ist gegen direkten Bus vom Ägerital nach Menzingen

Der Regierungsrat spricht sich für ÖV-Verbesserungen aus, die den Schülern der Kantonschule Menzingen zugute kommen sollen. Dies ist einer Antwort zu zwei Postulaten zu entnehmen, die interessante Kostenvergleiche enthält.

Charly Keiser
Drucken
Teilen
Ein Bus im Ägerital (Symbolbild: Daniel Frischherz)

Ein Bus im Ägerital (Symbolbild: Daniel Frischherz)

Gleich zwei Postulate reichten Kantonsräte «vom Berg» im Februar dieses Jahres zum Thema Busverbindung zwischen dem Ägerital und Menzingen ein.

Die Antwort des Regierungsrats auf beide Vorstösse heisst zusammengefasst: Eine Direktverbindung zwischen dem Ägerital und Menzingen ist schon mehrfach politisch gescheitert. Ein Schulbus zwischen Neuheim-Menzingen und dem Ägerital ist «aus Kapazitäts- und Kostengründen nicht opportun». Und dank Integration im Fahrplanangebot des öffentlichen Verkehrs (ÖV) kann für die Schüler der Kantonsschule Menzingen mit «vertretbarem finanziellen Aufwand ein adäquates Angebot sichergestellt werden».

Koordination mit dem Schulbetrieb

Laura Dittli, Patrick Iten (CVP/Oberägeri) und Iris Hess-Brauer (CVP/Unterägeri) verlangten in ihrem Anliegen zur Erreichbarkeit der Kantonsschule Menzingen mit dem öffentlichen Verkehr, dass der Regierungsrat mittels einer direkten Busverbindung zwischen dem Ägerital und Menzingen das ÖV-Angebot an Werktagen morgens und abends optimieren soll. «Die Fahrzeiten sollen mit dem Unterrichtsbeginn und –ende der Kantonsschule Menzingen koordiniert werden.»

Die Unterägerer Kantonsräte Gabriela Ingold (FDP), Beat Iten (SP), Mariann Hess (ALG), Thomas Werner (SVP), die Oberägerer Peter Letter (FDP) und René Kryenbühl (SVP) sowie Karl Nussbaumer (SVP/Menzingen) und Marcel Peter (FDP/Neuheim) verlangten ihrerseits vom Regierungsrat eine Analyse der Busverbindungen und deren Kapazitäten von und zur Kantonsschule Menzingen. Sie forderten in ihrem Postulat: «Notfalls sind separate, an den Schulbetrieb angepasste Schulbusverbindungen zu realisieren.» Besonders interessant sind die finanzielle Beurteilung und deren Voraussetzungen, die der Regierungsrat in seiner Antwort aufzählt. So würde ein Schulbussystem für die Kantonsschule Menzingen (KSM) jährlich 285000 Franken kosten und müsste durch die Gemeinden und die Schule bezahlt werden.

Eine direkte Buslinie von Oberägeri nach Menzingen würde mit Kosten pro Jahr von 171 000 Franken zu Buche schlagen. Zahlen müssten dies der Kanton und die Gemeinden. Nur gerade 31 500 Franken kostet die Integration ins aktuelle Liniennetz, schreibt die Regierung. Der Kanton kommt für die Kosten auf, an denen sich auch der Bund beteiligt.

Bestehende Angebote nutzen

Die Schüler nutzen das bestehende Angebot der Buslinien 1 (Oberägeri-Zug) und 2 (Menzingen-Zug). Das bereits eingesetzte Fahrzeug könne als Verstärkungskurs nachfrageorientiert auf den stärksten Schülerstrom ausgerichtet (aus Zug oder Oberägeri) nach Menzingen geführt werden, erklärt der Regierungsrat das bestehende Konzept.

Die Umsteigebeziehung im Talacher würde fahrplantechnisch weiter optimiert und die Umsteigezeit, sofern möglich, verkürzt, verspricht die Regierung: «Mittelfristig wird der Umsteigepunkt Nidfuren im Fahrplan berücksichtigt.» Unabdingbar bleibt die enge Zusammenarbeit der Zugerland Verkehrsbetriebe (ZVB) mit der KSM, um jährlich auf die unterschiedliche Nachfrage reagieren zu können. Damit würden bestehende Kapazitäten im öffentlichen Verkehr optimal genutzt. «Die Schüler tragen so zu einem wirtschaftlichen und ökologischen Ressourceneinsatz bei.»