REGIERUNGSRAT: Der Zuger Boden soll geschützt werden

Der Regierungsrat hat ein Boden­schutzkonzept erlassen. Im stark wachsenden Kanton soll dafür gesorgt werden, dass die Qualität des Bodens als Lebensgrundlage dauerhaft erhalten bleibt.

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Boden: Mehr als einfach nur «Dreck». (Bild pd)

Boden: Mehr als einfach nur «Dreck». (Bild pd)

Gerade im kleinen Kanton Zug mit seinen überdurchschnittlichen Wachstumsraten in vielen Lebensbereichen sei der Nutzungsdruck auf den Boden besonders gross, wie es in einer Medienmitteilung heisst. Vor dem Hintergrund dieser dynamischen Entwicklung hat nun der Regierungsrat beschlossen, mit einem Bodenschutzkonzept Leitplanken zu setzen, um die lebenswichtigen Ressource bestmöglich zu schonen.

Das Bodenschutzkonzept des Kantons Zug basiert auf Erfahrungen verschiedener Kantonsämter, die mit Bodenfragen zu tun haben. Unter der Leitung des Amtes für Umweltschutz sind die wichtigsten Handlungsfelder ermittelt und anschliessend sieben konkrete Massnahmen ausgearbeitet worden.

Schliessen von Wissenslücken
Zwei der sieben Massnahmen dienen dazu, Wissenslücken über Eigenschaften von Zuger Böden zu schliessen. Zum einen ist geplant, die 1995 eingestellten Bodenbeobachtungen wieder aufzunehmen, um den aktuellen Zustand der Zuger Böden zu erheben. Konkret will man sich einem Projekt anschliessen, das die Zentralschweizer Fachstellen für Bodenschutz derzeit planen. Im kommenden Sommer soll bereits ein Detailkonzept vorliegen.

Eine zweite Massnahme ist darauf ausgerichtet, Wissenslücken im Bereich der Landwirtschaft zu schliessen. So ist ein Pilotprojekt geplant, mit dem das Ausmass von Erosion und Verdichtung auf landwirtschaftlich genutzten Flächen erhoben wird. Ziel dieser Bestandesaufnahme ist es, standortgerechte Bodennutzungen und angepasste Bewirtschaftungsmethoden auf den gefährdeten Böden umsetzen zu können.

Fachgerechte Terrainveränderungen 
Zwei weitere Massnahmen betreffen das Verändern oder Verschieben von Boden. Zum einen geht es um schadstoffbelasteten Untergrund, der bei Bauvorhaben verschoben werden soll. Um den zuständigen Stellen ein Vollzugshilfsmittel an die Hand geben zu können, wie diese heiklen Prozesse fachgerecht zu lenken und schliesslich auch zu kontrollieren sind, wird ein entsprechendes Handbuch erarbeitet.

Zum anderen besteht die Absicht, die Qualität von Terrainveränderungen und Rekultivierungen insgesamt zu verbessern. Namentlich soll mit systematischen Beobachtungen sichergestellt werden, dass die ausgeführten Terrainveränderungen zur Bodenverbesserung fachgerecht ausgeführt wurden.

Information und Beratung 
Die übrigen drei Massnahmen zielen darauf ab, das Informations- und Beratungsangebot zu verbessern. Ein Mittel dazu ist die Erweiterung der digitalen Bodenkarte. Die Bodenkarte ist eine wichtige Grundlage für die Beurteilung von Bauprojekten bei der Umweltverträglichkeitsprüfung. Durch die Digitalisierung der vorhandenen Profil- und Bohraufnahmen werden diese wertvollen Einzeldaten für alle im Bodenschutz Tätigen verfügbar.

Den Dienst am Kunden bzw. an der Kundin will die Verwaltung auch dadurch verbessern, dass sie die bodenschutzspezifischen Verfahrensabläufe zwischen den zuständigen Fachstellen optimiert. Und schliesslich will man die Öffentlichkeit dafür sensibilisieren, dass Boden nicht einfach «Dreck» ist, sondern eine vielgestaltige und unverzichtbare Lebensgrundlage. Ein entsprechendes Projekt ist bereits weit gediehen. Es geht um den Bodenpfad Steinhauserwald – ein 2,5 km langer Rundweg nördlich von Steinhausen, der im Mai 2009 eröffnet wird.

Leitlinie für die nächsten fünf Jahre
Das Konzept bildet die Grundlage für die Bodenschutztätigkeit des Kantons Zug in den nächsten fünf Jahren. Es ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer umfassenden kantonalen Bodenschutzstrategie.

scd