Regio-Fussball
Der FC Rotkreuz zieht voll durch

Der Aufsteiger gewinnt auch das Spitzenspiel in der 2. Liga inter – 2:1 in Dietikon. Supertechniker Guto brilliert dabei mit einem sagenhaften Freistoss zum siegbringenden zweiten Treffer kurz vor Schluss.

Ruedi Burkart
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Guto Cappellini vom FC Rotkreuz (Mitte, gelbes Dress) im Zweikampf gegen die Nummer 6 des FC Dietikon Skender Hasani beim Meisterschaftsspiel der 2. Liga interregional vom Wochenende.

Guto Cappellini vom FC Rotkreuz (Mitte, gelbes Dress) im Zweikampf gegen die Nummer 6 des FC Dietikon Skender Hasani beim Meisterschaftsspiel der 2. Liga interregional vom Wochenende.

Bild: Mischa Christen

Auf der Dornau läuft längst die Nachspielzeit. Mit dem Mute der Verzweiflung nehmen die Dietiker ein letztes Mal Anlauf, um den Ausgleich doch noch zu erzwingen. Und plötzlich ist sie da, die grosse Chance auf das 2:2. Doch FCD-Joker Raphael Meyer bringt es tatsächlich fertig, aus bester Position zu scheitern.

Gleich zweimal darf sich der Stürmer gegen den untadeligen Rotkreuz-Goalie João Ngongo versuchen, den Ball bringt er gleichwohl nicht hinter die Torlinie. Sekunden nach dieser Aktion pfeift Schiedsrichterin Deborah Anex die Partie ab. Statt eines «Big Points» im Kampf um die Promotion gab es gegen den bereits als Aufsteiger feststehenden FC Rotkreuz eine 1:2-Heimniederlage.

Weil Schöftland eine wilde Partie beim Tabellenletzten Wangen bei Olten mit 4:3 gewinnen konnte, rutschte der FCD in der Tabelle gar auf Rang vier ab. Immerhin: Der Tabellenzweite Muri patzte im Heimspiel gegen Sursee und verlor mit 1:2. Vier Runden vor Ende der 2.-Liga-inter-Meisterschaft hat Dietikon damit weiterhin sechs Punkte Rückstand auf den zweiten Aufstiegsplatz.

Rotkreuz-Torschütze Guto (gelbes Dress) tanzt die Dietiker aus.
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Dietikons glückloser Stürmer Mamadou Sylla (rotes Dress) im Zweikampf mit Gustavo Campello.
Drei Jahre spielte João Ngongo beim FC Dietikon. Bei seiner temporären Rückkehr hielt der Rotkreuz-Goalie den Sieg der Zentralschweizer fest.
In Rücklage sind die Dietiker mit Stürmer Raphael Meyer (rotes Dress) im Aufstiegskampf weiterhin.
Verbaler Infight zwischen Dietikons Chefcoach Daniel Tarone (links) und Rotkreuz-Spieler Endrit Emini (gelbes Dress). FCD-Akteur Faria Simão gibt den Bodyguard für seinen Chef.
Kampf um den Ball in der zweiten Etage.
FCD-Captain Marvin Hezel (Nummer 5) nimmt sich Rotkreuz' Gustavo Campello persönlich an.
Wie viel Zeit haben wir noch?
Meisterschaftsspiel, 2. Liga Interregional, FC Dietikon - FC Rotkreuz (1:2) auf dem Fussballplatz Dornau, Dietikon am 14.5.2022. Im Bild FC Dietikon Trainer Daniel Tarone. Bild: Mischa Christen

Rotkreuz-Torschütze Guto (gelbes Dress) tanzt die Dietiker aus.

Mischa Christen

Viele gute Möglichkeiten wurden ausgelassen

Begonnen hatte die Partie verheissungsvoll für die Gastgeber. Bereits nach sechs Minuten gingen sie in Führung. Im Abschluss an den ersten Eckball der Partie – Mollet brachte den Ball von links in den Strafraum – stand Captain Marvin Hezel goldrichtig. Der aufgerückte Innenverteidiger drückte den Ball im Nachsetzen zum 1:0 in die Rotkreuzer Maschen.

In der Folge sollte sich allerdings zeigen, warum die Limmattaler in den letzten Wochen über Gebühr viele Punkte liegengelassen haben. Mutabdzic (11. Minute), Dalipi (13.) und Sylla (14.) überboten sich beinahe im Auslassen von besten Möglichkeiten. «Das ist unser grosses Manko in dieser Saison. Wir haben einfach keinen Knipser, der die Tore macht», bilanzierte FCD-Cheftrainer Daniel Tarone nach Spielschluss.

Nach dem Dietiker Startfurioso kamen die Gäste langsam, aber sicher in die Gänge. Dass die Zuger sich von den Zürchern nicht schlagen lassen wollten, wurde rasch offensichtlich. Mit jeder Minute übernahm Rotkreuz stärker das Spieldiktat.

In erster Linie wurde herumgeschrien

Fünf Minuten vor der Pause war es dann so weit: In der Dietiker Defensive fehlte die Ordnung, die beiden Verteidiger Lazic und Pa Modou standen Spalier, als Leonardo Tramontano zum 1:1 einnetzen konnte. Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich kein schönes Spiel, in erster Linie wurde von Akteuren und Trainern herumgeschrien. Ref Anex musste sich zahlreiche Beschimpfungen gefallen lassen, zum Glück für alle Beteiligten hat die 29-jährige Übersetzerin nicht alles gehört.

Gegen Ende der Partie wurde dann doch wieder Fussball gespielt. Zehn Minuten vor Ende der regulären Spielzeit war es der frühere Challenge-League-Spieler Vitor Augusto Gregorio Cappellini, kurz Guto, der einen direkten Freistoss aus gut und gerne 25 Metern zum 1:2 ins Netz zirkelte. Der 32-jährige Portugiese freute sich:

«Wir wollten heute unbedingt gewinnen. Und im Moment klappt bei uns einfach alles.»

Im Kampf um die angestrebte Rückkehr in die 1. Liga haben die Dietiker Fussballer also keinen Boden gutmachen können.

Am kommenden Samstag treten sie auswärts bei Tabellennachbar Schöftland an. Gewinnen sie, halten sie die kleine Chance auf den Aufstieg am Leben. Geben sie erneut Punkte ab, können die Verantwortlichen mit grosser Sicherheit eine weitere Saison in der 2. Liga inter planen. Gleichzeitig spielt der Tabellenzweite Muri in Rotkreuz.

Ob sich die Zentralschweizer – die am nächsten Samstag ihre grosse Aufstiegsparty feiern – gegen die Freiämter gross ins Zeug legen werden? «Muri-Trainer Piu ist einer meiner besten Freunde», sagt Rotkreuz-Zauberer Guto nur und wünscht nach dem Schlusspfiff in Dietikon noch ein schönes Wochenende.

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