REGLEMENT: Hochhauszone der Stadt Zug schrumpft

Der Stadtrat reduziert die Zone für Häuser bis 80 Meter Höhe massiv. Dies wie auch die Festlegung einer maximalen Grundfläche kommen bei Immobilienfirmen nicht gut an.

Charly Keiser
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Der Parktower (rechts) könnte noch sehr lange das höchste Gebäude von Zug sein. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 11. Juli 2014))

Der Parktower (rechts) könnte noch sehr lange das höchste Gebäude von Zug sein. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 11. Juli 2014))

Charly Keiser

charly.keiser@zugerzeitung.ch

Wenn der politische Prozess wie geplant verläuft, berät der Grosse Gemeinderat der Stadt Zug (GGR) das Hochhausreglement im Mai dieses Jahres in zweiter Lesung, wie Nicole Nussberger, Departementssekretärin und Leiterin Rechtsdienst Bau, erklärt. Zwar hat der Stadtrat das Reglement Ende Januar verabschiedet, aber die Bau- und Planungskommission (BPK) wird sich im März noch über den Bericht und Antrag der Stadtregierung für die zweite Lesung beugen.

Die erste Beratung des Reglements fand Ende August 2016 statt. Der GGR beauftragte damals den Stadtrat, vertiefte Abklärungen bezüglich der Ausdehnung der Hochhauszonen, der maximal zulässigen Höhe der Häuser und der maximal zulässigen Grundfläche der Bauten vorzunehmen. Zudem gingen während der öffentlichen Auflage fünf Einwendungen mit 24 Anträgen ein. Der Stadtrat beantragt, das Reglement an vier Stellen zu präzisieren und die Einwendungen abzuweisen.

So will der Stadtrat in der Hochhauszone 1 die maximale Höhe «bis 80 Meter» festlegen. Auf Ausnahmen würde verzichtet, denn in der Hochhauszone 1 könnten dann grundsätzlich Bauten bis 80 Meter erstellt werden und die in der ersten Lesung hinzugefügte Ausnahmeregelung könnte gestrichen werden.

Die Hochhauszone 1 soll zudem auf die drei Schnittstellen der Strassenzüge Baarerstrasse, Feldstrasse/Göblistrasse und Gubelstrasse reduziert werden.

Die Festlegung einer maximalen Grundfläche von 600 Quadratmetern sei durch die Abklärungen bestätigt, schreibt der Stadtrat zu den unterschiedlichen Ansichten, wie gross die Grundfläche eines Hochhauses maximal sein darf.

Gegen die Reduzierung der Hochbauzone 1 votierte die Zug Estates und stellte vier Anträge. Sie verlangte, dass der Perimeter der Hochhauszonen im Zentrum von Zug mit den Verdichtungsgebieten des kantonalen Richtplans in Übereinstimmung gebracht werden solle. Sie forderte konkret, dass die Hochhauszone 1 im Gebiet Metalli in Richtung Osten vergrössert werde und dass der angrenzende Bereich der Industriestrasse entlang des Metalli-Areals ebenfalls von der Hochhauszone 1 erfasst werde. Sie verlangte zudem eine Vergrösserung der Hochhauszone 3 im Gebiet Bergli in Richtung Osten.

Stadt geht nicht auf Einwendungen ein

Gar eine ersatzlose Streichung der maximalen Grundfläche von 600 Quadratmetern verlangt die Zug Estates und begründet, dass solche Vorgaben die Planungsfreiheit massiv einschränken, städtebauliche Varianten von vornherein verunmöglichen sowie die Wirtschaftlichkeit der Hochhäuser einschränken würden.

Die Wiag-Falk Immobilien AG argumentiert in ihrer Eingabe fast gleich: «Die Festlegung einer maximalen Grundfläche ist eine unnötige städtebauliche und wirtschaftlich fragwürdige Einschränkung», schreibt sie nämlich. Bei einer Grundfläche von 600 Quadratmetern würde etwa ein Viertel der Nutzfläche auf die bei Hochhäusern notwendigen Erschliessungsanlagen entfallen. Sie verlangt: «Der jeweilig mögliche Fussabdruck eines Hochhauses soll durch das städtebauliche Konzept, das einem Bebauungsplan vorgeht, festgelegt werden.»

Der Stadtrat geht nicht auf die Einwendungen der beiden Immobilienfirmen ein. Sollte darum das Hochhausreglement in der vom Stadtrat beantragten Form vom GGR verabschiedet werden, dürfte der Parktower viele Jahrzehnte lang das höchste Gebäude der Stadt Zug bleiben. Denn dann wären weder das alte Marc-Rich-Gebäude noch das Metalli in der Hochhauszone 1. Und darum könnten weder die Zuger Kantonalbank noch die Zug Estates ein rund 80 Meter hohes Gebäude bauen, mit dem sie in der Vergangenheit geliebäugelt haben.