Renaturierung der Lorze als Hochwasserschutz

Die Lorze bei Baar darf zurück in ihr altes Bett. Statt künstlich schnurgerade wird sie ab Sommer 2012 wieder in grosszügigen Kurven mit natürlichen Ufern fliessen. Damit leistet der Kanton Zug einen wichtigen Beitrag zum Hochwasserschutz.

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Mit der Renaturierung der Loze soll der Hochwasserschutz garantiert werden. (Bild: PD)

Mit der Renaturierung der Loze soll der Hochwasserschutz garantiert werden. (Bild: PD)

Auf rund 600 Metern zwischen Höllhäusern und der Ziegelhütte verläuft die Lorze heute in einem begradigten Gerinne. Bei einem Jahrhundert-Hochwasser würden alle Häuser entlang des Wasserlaufs überschwemmt. Auch die Keller der ehemaligen Spinnerei und eines Schulhauses müssten ausgepumpt werden.

Auf historischen Karten ist der Lorze-Lauf in jenem Gebiet ganz anders eingezeichnet, wie Urs Kempf vom kantonalen Tiefbauamt am Mittwoch anlässlich des Spatenstichs zur Lorzenaufwertung sagte: Der Fluss verlief «in zwei langgezogenen Kurven durch das Wiesland». Die geringe Fliessgeschwindigkeit begünstigte die Bildung kleiner Inseln und Kiesbänke. Diesen Zustand stellen die Fachleute nun weitgehend wieder her, wie Kempf sagte. Zudem werden an den Ufern standortgerechte Sträucher und Bäume gepflanzt. Die Renaturierung wertet das ganze Naherholungsgebiet entlang der Lorze auf.

4,8-Millionen-Franken-Projekt

Vor allem dienen die Arbeiten aber auch dem Hochwasserschutz. Künftig soll die Lorze nicht nur bei einem Jahrhunderthochwasser, sondern auch bei einem Hochwasser, das statistisch nur alle 300 Jahre vorkommt, keinen Schaden anrichten. Der Aushub aus dem neuen Flusslauf wird ins bisherige Lorzebett gefüllt. Mit dem Rest wird im Zugersee-Naturschutzgebiet Choller eine Kiesinsel aufgeschüttet.

Für die Realisierung des Aufwertungs- und Schutzprojektes einschliesslich dem Kauf der benötigten 18'000 Quadratmeter Wiesland hat der Kantonsrat einen Objektkredit von 4,8 Millionen Franken gesprochen. Der Bund beteiligt sich mit 1,05 Millionen daran, die Gemeinde Baar mit 90'000 Franken und die Korporation Baar-Dorf mit 50'000 Franken. Dem Kanton Zug verbleiben damit Kosten von 3,61 Millionen Franken.

sda