RENATURIERUNG: Mit schwerem Gerät zurück zur Natur

Viele Gewässer im Kanton werden umgestaltet. Doch wie naturnah ist das überhaupt? Und ist das nicht Luxus?

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Gewaltige Anstrengungen und finanzielle Aufwendungen sind sichtlich nötig, um dieses Stück Landschaft in Rumentikon in der Gemeinde Hagendorn zu renaturieren. (Bild: Stefan Kaiser)

Gewaltige Anstrengungen und finanzielle Aufwendungen sind sichtlich nötig, um dieses Stück Landschaft in Rumentikon in der Gemeinde Hagendorn zu renaturieren. (Bild: Stefan Kaiser)

Tatort Tobelbach. Im Chamer Ortsteil Rumentikon. Dort, wo früher ein Bauer Schweine verdursten liess, passiert wieder Dramatisches. Eine ganze Bachlandschaft wird durch Bagger umgepflügt. Mächtige Felsbrocken werden angekarrt und hingeklotzt, als ob sie hier schon seit der Eiszeit lägen. Mannshohe Stahlrohre werden ins Erdreich verpflanzt. Dabei fliesst der Tobelbach seit Jahren nur in einer schmalen Betondole. Warum also reisst man diese nicht einfach raus, lässt den Bach frei durchs Erdreich strömen und wartet ab, was die Natur daraus macht – ganz im Sinne einer Renaturierung eben?

Baudirektor Heinz Tännler liefert Antworten. «In der Siedlungsnähe von Rumentikon wird neu eine naturnahe Erholungsfläche geschaffen. Diese Fläche ermöglicht einerseits den Aufenthalt und den Zugang zum Wasser und bündelt andererseits den Erholungsdruck am Tobelbach.» Zusätzlich werde zwischen dem neu ausgedolten Dürrbach und dem Schiessstand ein neuer landwirtschaftlicher Bewirtschaftungsweg erstellt, der auch für Fussgänger später offen sei. So entstehe ein neuer Rundweg mit starkem Bezug zum Bach im unteren Gewässerabschnitt. «Man muss sich im Klaren sein, dass Renaturierungen in jedem Fall ein Kunstprodukt sind», sagt André Guntern, Präsident von Pro Natura Zug.