Vereine&Verbände
Rendezvous mit einer göttlichen Insel

Auf einer Bildungsreise hat die Reformierte Kirchgemeinde die Geschichte eines Mittelmeerstaates kennen gelernt.

Für die Reformierte Kirchgemeinde: Heinz Gnirs
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Wer denkt bei diesem Titel an Zypern? Die Insel im Schnittpunkt der Kontinente Asien, Afrika und Europa steht für Strandferien. Die Reformierte Kirchgemeinde mit Pfarrer Hans-Jörg Riwar hat eine Bildungsreise unternommen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer liessen sich von Geschichte, Geologie, Mythologie und Religionen beeindrucken und überzeugen.

Beim Anflug auf Larnaka fragen wir uns: Warum landen nicht in Nikosia? Die Hauptstadt ist zweigeteilt! Entgegen dem Völkerrecht trennt eine Pufferzone die Insel in einen griechischen und einen türkischen Teil. Unter Erzbischof Makarios wurde 1960 die Republik unabhängig. Eine ethnisch geprägte Verfassung wurde dem Staat aufgezwungen: Der Präsident ist ein griechischer, der Vizepräsident ein türkischer Zypriot. Die Umsetzung wurde zu einem politischen Kräftespiel. 1974 putschten griechische Extremisten gegen die Regierung Makarios. Die Türkei antwortete mit einer militärischen Invasion. Angehörige der Ethnien wurden zwangsweise umgesiedelt, vertrieben, getötet; Kirchen und Moscheen geplündert und zerstört.

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Denkmal für Erzbischof Makarios

Bemühungen der UNO zeitigen bis heute keinen Frieden. 2004 wurde die Insel in die EU aufgenommen. Makarios geniesst noch heute Ansehen. Sein Wunsch war, auf dem Berg nahe dem Kloster Kykkos bestattet zu werden. Man hat ihm ein eindrückliches Denkmal gesetzt. Was uns sehr überrascht hat: Im Winter wird Ski gefahren. Im Geopark Troodos erhebt sich der Olympos auf 1951 Metern über Meer. Ein Film im Info-Zentrum zeigt die Entstehung der Insel. Kontinentalplatten haben sich aus dem Urmeer aufgebäumt.

Unser Führer Christos hat Geologie studiert. Mit seinem Wissen hat er uns Gesteine, Schichten und Faltungen der Landschaft näher gebracht. Viele Pflanzen- und Tierarten sind endemisch. Bäume, die lockeren Wald bilden, sind immergrün und heben sich vom hellen, meist dürren Erdreich ab. Das Hauptproblem ist das Wasser. In Speicherseen wird das spärliche Nass aufgefangen und zu Gemüse- und Früchtefeldern geführt.

Touristen-Magnete sind idyllische Bergdörfer. Viele Häuser in engen Gässchen zieren Mauern aus Stein mit hölzernen Balkonen. Handwerke wie Leinen-Stickerei, Verarbeitung von Rosenblättern zu Getränken und Salben, Früchte und Gemüse zu Konserven bieten Produkte an. Keltereien produzieren edlen Wein und Schnaps.

Vier Tage verbrachten wir in Pàfos. Archäologische Grabungen werfen Fragen auf. Wie haben wohl die prähistorischen, griechischen oder römischen Tempel und Häuser ausgesehen? Siedler haben Materialien weggeschleppt, um damit eigene Gebäude zu bauen. Restauriert ist ein römisches Amphitheater mit überwältigendem Blick auf tiefblaues Meer.

Kirche und Wohnräume in Felswänden

Vor der Hitze sind wir in die Berge geflohen. Im 12. Jahrhundert hat der Mönch Neophytos die Einsamkeit in einer Felshöhle gesucht. Eine Kirche, Wohnräume und Küchen wurden in die Felswand gesprengt. Rillen hat man in den Fels gemeisselt und mit nassem Holz gefüllt. Die Kräfte des sich ausdehnenden Holzes sprengten das Gestein.

Dem europäischen Essen sind wir entflohen. Unter dem Blätterdach eines Maulbeerbaums haben wir echt zypriotisch diniert: Platten mit Gemüsen, Fisch und Fleisch, exotischen Früchten, türkischem Kaffee und übersüssen Kuchen. Christos erzählt uns von Aphrodite, die bei den nach ihr benannten Felsen aus dem Meer entstiegen ist. Ist Zypern damit eine göttliche Insel geworden?

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