Rentner beraubt – Täter verurteilt

Ein 86-Jähriger wird in seinem Haus in Baar überfallen und ausgeraubt. Der Haupttäter ist kein Unbekannter.

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Hier geschah es: im Baarer Villenquartier Rebmatt. (Bild: Archiv Werner Schelbert / Neue ZZ)

Hier geschah es: im Baarer Villenquartier Rebmatt. (Bild: Archiv Werner Schelbert / Neue ZZ)

Mit dem «Postboten»-Trick hat sich ein 31-Jähriger mit zwei Mittätern am 4. Oktober 2010 Zugang zu einem Haus in der Rebmatt in Baar verschafft. Die drei fesselten, knebelten und raubten das 86-jährige Opfer aus. Pikant: Der Drahtzieher war der Schwiegersohn des Beraubten. Er hatte es auf das Bargeld im Tresor abgesehen.

Ein Jahr und zwei Monate nach der Tat stand der vorbestrafte Nigerianer am Montag wegen Raub und anderen Delikten vor dem Zuger Strafgericht. Er hatte sich zudem auch während längerer Zeit illegal in der Schweiz aufgehalten und seine Identität verschleiert. Sein amtlicher Verteidiger forderte eine Strafe von höchstens 36 Monaten. Doch es kam anders.

Vom Vorwurf der einfachen Körperverletzung wird der wegen Drogendelikte mehrfach Vorbestrafte freigesprochen – weil das Gericht die Verletzungen des 86-Jährigen nicht zweifelsfrei dem Drahtzieher zuordnen kann. Für die Tatbestände Raub, versuchter Raub, Hausfriedensbruch, versuchter Hausfriedensbruch sowie Widerhandlung gegen das Ausländergesetz verurteilt ihn das Strafgericht zu fünf Jahren und sechs Monaten. Die Staatsanwaltschaft, die sieben Jahre Gefängnis und eine Busse verlangt hatte, hat bereits Berufung erklärt. Nun wird sich das Obergericht den Fall noch einmal ansehen.

Chantal Desbiolles

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