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RETTUNG: Ein Verein rettet den Mobility-Standort

Dem Mobility-Auto drohte auch in Menzingen das Aus. Zu wenig wurde das Angebot genutzt. Statt sich damit abzufinden, haben die Nutzer einen Verein gegründet. Dieser ist nun Geschäftspartner der Genossenschaft – Defizitgarantie inklusive.
Carmen Rogenmoser
In Menzingen wurde ein Verein gegründet um den Mobility-Standort zu retten. (Symbolbild ZZ)

In Menzingen wurde ein Verein gegründet um den Mobility-Standort zu retten. (Symbolbild ZZ)

Carmen Rogenmoser

carmen.rogenmoser@zugerzeitung.ch

Seit kurzem ist der Mobility-Standort in Oberägeri Geschichte. Das Carsharing-Unternehmen hat den Platz aufgehoben, da er finanziell nicht rentiert hat. Zu wenig Mitglieder haben das rote Oberägerer Auto genutzt (Ausgabe vom 19. September). Offenbar ist die Gemeinde im Ägerital nicht das einzige Sorgenkind der Mobility-Genossenschaft. Auch in Menzingen stand das Angebot kurz vor dem Aus. «Dass derzeit keine weiteren Schliessungen im Kanton Zug geplant sind, ist leider nur die halbe Wahrheit», schreibt Patrick Zgraggen dementsprechend in einem Leserbrief. Der Menzinger ist selber Mobility-Mitglied und führt weiter aus: «Der Standort Menzingen brachte für die Mobility-Genossenschaft nicht die erwünschten Einnahmen und hätte deshalb im Oktober ebenfalls geschlossen werden sollen.» So weit liessen es die Menzinger Mobility-Benutzer aber nicht kommen.

Kurzentschlossen gründeten 24 Mitglieder der Genossenschaft einen Verein. Dieser agiert nun als Geschäftspartner der Mobility-Gesellschaft und bietet dieser auch eine Defizitgarantie. Das ist mit dem neuen Mobility-Flex-Produkt möglich. Das bedeutet aber auch, dass die Vereinsmitglieder Ende Jahr die Kosten, die nicht durch die Auslastung des Autos beglichen werden konnten, übernehmen. Wie hoch dieser Betrag ausfällt, wissen die Mitglieder im Voraus nicht. «Mobility hält sich mit den Zahlen sehr bedeckt», erklärt Barbara Beck-Iselin. Die Gemeinderätin (ALG) ist ebenfalls Mitglied des neuen Vereins. «Ich brauche das Auto wenig. Trotzdem bin ich ab und zu froh, wenn ich darauf zurückgreifen kann», erklärt sie ihr Engagement für den Mobility-Standort. In der Gemeinde, die zwar gut an den öffentlichen Verkehr angeschlossen ist, man aber ganz ohne eigenes Fahrzeug manchmal trotzdem ziemlich abgeschnitten ist, geht es anderen genauso wie ihr.

Zusammenarbeit läuft gut

«Zahlen sind nur das eine», sagt etwa Patrick Zgraggen. Dass für die Mobility-Genossenschaft Ertrag und Aufwand stimmen müsse, sei ihm klar. «Mit ist es wichtig, dass nicht jedes meiner Kinder noch mehr Verkehr auf die Strasse bringt.» Deshalb unterstütze er den Verein. Gleichzeitig appelliert Zgraggen an den Genossenschafts-Gedanken der Mobility-Gesellschaft: Es sollte möglich sein, dass weniger gut genutzte «Landautos» von den gut rentierenden «Stadtautos» quersubventioniert werden. Diese Bestrebungen gebe es durchaus, sagt Patrick Eigenmann, Verantwortlicher Kommunikation der Mobility-Genossenschaft. «Um unser Standortnetz eng zu halten, führen wir weiterhin ländliche Standorte, die Verluste schreiben.» Oberägeri und Menzingen gehören nicht dazu. «Wenn ein Standort jedoch über lange Zeit stark defizitär ist und wenn wir keine Perspektive sehen, dass sich das ändern könne, ist deren Schliessung eine Option», sagt Eigenmann. Davon betroffen sind die Standorte in Menzingen und Oberägeri.

Das Mobility-Flex-Produkt ermögliche es dem Kunden, ein Mobility-Auto an jedem beliebigen Standort zu platzieren – oder wie im Fall Menzingen einen zur Schliessung angedachten Standort zu erhalten, erklärt der Kommunikationsverantwortliche. Die Jahrespauschale dafür beginne bei 12 650 Franken, führt er weiter aus. «Im Gegenzug rückerstatten wir 100 Prozent des jährlichen Gesamtumsatzes der Vereinsmitglieder sowie 75 Prozent des Umsatzes aller anderen Mobility-Kunden, die mit diesem Auto fahren.» Die Jahrespauschale sei im Voraus zu entrichten, und nach einem Jahr zahle Mobility die Prozentbeiträge des Gesamtumsatzes, der erwirtschaftet wurde, zurück. Wie es um diesen Umsatz steht, erfahren die Vereinsmitglieder unter dem Jahr nicht. «Ein laufendes Update gibt es nicht», so Eigenmann. Eine operative Erfahrung habe die Gesellschaft noch keine, da Mobility-Flex sich noch in der Startphase befinde. «Die Zusammenarbeit mit dem Verein läuft bis jetzt aber sehr gut.» Mindestens für die nächsten zwei Jahre ist der Fortbestand des Standorts auf dem Parkplatz bei der Mehrzweckhalle Schützenmatt nun gesichert.

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