Leserbrief

Richtig, dass auch Start-ups geholfen wird

«Spezielle Zuger Hilfe für Krypto-Start-ups», Ausgabe vom 29. April

Drucken
Teilen

Einmal mehr zeigt sich der Zuger Finanzdirektor Heinz Tännler und hoffentlich bald auch die Zuger Regierung höchst innovativ, einen Teil der Coronakrise zu lösen.

Warum soll nur den „klassischen“ Unternehmungen mit Übergangskrediten geholfen werden und Firmen aus der Start-up-Szene nicht. Es gibt keinen offensichtlichen Grund dafür. Die Start-up-Szene hat sich in den letzten Jahren erfreulicherweise sehr gut entwickelt. Bis heute sind alleine schon aus der ETH 430 Firmen hervorgegangen. Diese werden nicht alle überleben, aber wenn nur 20 Prozent durchkommen, sind diese zukünftige Arbeitgeber und Wertschöpfungsgenerierer.

Die Branche hat, das hat eine Umfrage von Venture Lab, einer Beratungsfirma, die Start-ups betreut ergeben, auch grosse Probleme und braucht Liquidität. Dieses Ansinnen vom Bund, aber auch im vorliegenden Fall vom Kanton Zug, auch für diese Art von Firmen, Hilfe anzubieten, verdient unsere volle Unterstützung. Der „Zuger“ Weg ist sicher ein spezieller, aber zeigt einen für Zug typischen, unternehmerischen Ansatz, den es zu verfolgen gilt.

Mit den vorgeschlagenen Fonds kann der Kanton Zug vom Darlehensgeber zum Aktionär werden und kann somit am Erfolg einzelner Start-ups profitieren. Mit diesen Gewinnen können dann auch potenzielle Verluste, die es selbstredend auch geben wird, getragen werden. Verstehen sie mich richtig, meine liberale Haltung gebietet mir, den Staat nicht in die Wirtschaft reinzulassen. Die momentane Krise bedingt nun spezielle Massnahmen. Die von Heinz Tännler Vorgeschlagene ist so eine.

Ebenso sehr lobenswert ist, dass der geplante Fonds auch für Unternehmer offen ist. Genau dieser Ansatz, ermöglicht die Vernetzung des Staates, Unternehmer und Investoren mit den Start-ups.

Eine Ergänzung scheint mir aber fundamental. Es geht nicht nur um Krypto-Start-ups, sondern um alle. Ich selber verfolge zwei solcher Firmen, die mit Krypto nichts zu tun haben, aber klassische Start-ups sind. Erfreulicherweise sind diese Firmen schon solche, die eine sehr gute Entwicklung aufzeigen können und schon Umsätze generieren.

In diesem Sinne unterstütze ich das Vorgehen unseres Finanzdirektors zu 100 Prozent und freue mich auf die Details, nachdem die Regierung sich auch geoutet hat.

Adrian Risi, Kantonsrat SVP, Zug