RICHTPLAN: WWF Zug fordert ein Umdenken

Der WWF ist nicht zufrieden mit den vom Zuger Regierungsrat vorgesehenen Anpassungen im kantonalen Richtplan. Insbesondere vermisst die Umweltorganisation klare Aussagen und Zielvorgaben in den Bereichen Fliessgewässer, Verkehr und Energie.

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Die Regierung soll nach Ansicht des WWF Zug die Aufwertung von Fliessgewässern - im Bild die renaturierte Lorzenebene in Baar - nicht hinauszögern. (Bild: Archiv Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Die Regierung soll nach Ansicht des WWF Zug die Aufwertung von Fliessgewässern - im Bild die renaturierte Lorzenebene in Baar - nicht hinauszögern. (Bild: Archiv Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Dass der Regierungsrat die natürliche Aufwertung mehrerer Bäche um über 10 Jahre verschieben und lediglich 2,25 Millionen Franken pro Jahr in Aufwertungsmassnahmen investieren wolle, sei negativ, schreibt der WWF in einer Mitteilung vom Freitag.

Einerseits seien naturnahe Bachläufe nicht nur ökologisch wichtige Lebensräume, sondern trügen auch zur Bereicherung der Lebensqualität der Anwohner bei. Ein Vergleich zum Finanzeinsatz bei den Verkehrsmassnahmen zeige, dass für ein einziges Strassenbauprojekt mehr Geld fliessen solle als für alle Bäche und Flüsse zusammen.

Ein Umdenken fordert der WWF bei der Verkehrsplanung. Die Agglomeration Zug leide unter den negativen Auswirkungen des Strassenverkehrs. Dennoch setze der Richtplan die Prioritäten weiterhin auf den teuren Ausbau der Strasseninfrastruktur. Gefordert seien moderne Ansätze wie Nähe von Wohnen und Arbeiten, ein nachhaltiger Ausbau des öffentlichen Verkehrs sowie Velo- und Fussgängerverbindungen.

Fracking kantonsweit verbieten

Positiv wertet der WWF, dass im Richtplan die umweltgerechte Energieversorgung mehr Gewicht bekommen soll. Es fehlten jedoch Ziele und Visionen sowie Aussagen zu risikoreichen neuen Techniken bei der Geothermie.

Nach Ansicht des WWF soll das umstrittene Fracking von Erdöl und Erdgas kantonsweit verboten werden. Beim Fracking wird mit hohem Druck unter Einsatz von Wasser, Sand und Chemikalien das Gestein so aufgebrochen, dass Gas entweichen kann. Kritiker warnen, der Einsatz gefährlicher Stoffe könne Risiken für die Umwelt haben.

Der WWF schlägt im Mitwirkungsverfahren zudem vor, dass sich der Kanton - wie die Stadt Zug - die 2000-Watt-Gesellschaft als Zielgrösse vornimmt. Zudem sollte den Gemeinden das Recht eingeräumt werden, in ihren Zonenordnungen Energievorschriften festzulegen, wie dies jüngst das Stimmvolk im Kanton Zürich beschlossen hat. (sda)